Dresden
Mittwoch, 26. November 2008
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Großereignis beschert Dresden fast 26.000 Hotelübernachtungen
Von Claudia Schade
Bilanz der Olympiade: Ein disqualifizierter Schiri, zwei Verletzte und ungezählte Schneemänner.
Bei der Schacholympiade in Dresden haben Georgiens Damen und die Männer aus Armenien (im Hintergrund) gestern die Titel in den Kaukasus geholt. Während die Entscheidung bei den Frauen sehr knapp war – zweiter wurde das Team aus der Ukraine – verteidigten die armenischen Männer ihren Titel souverän vor Israel. Armeniens Staatspräsident Sarkissjan erlebte den Sieg seiner Landsleute in Dresden mit. Foto: Robert Michael
In sz-online
Zickenkrieg nach dem letzten Zug
Während die deutschen Frauen über die Aufstellung streiten, feiern Armeniens Männern und Georgiens Frauen ihren Olympiadesieg.
Während die deutschen Frauen über die Aufstellung streiten, feiern Armeniens Männern und Georgiens Frauen ihren Olympiadesieg.
Fotogalerien
Glückliche Gesichter zum Ende der Schach-Olympiade. Turnierdirektor Dirk Jordan ist „über alle Maßen zufrieden“. Vom Weltschachverband haben er und die anderen Organisatoren des Großereignisses ein dickes Lob bekommen. Zehntausende Besucher fanden während der zweiwöchigen Veranstaltung den Weg ins Kongresszentrum. Mehr als 13000 verkaufte Karten brachten Erlöse von knapp 60000 Euro.
Auch die Hotelbesitzer können jubilieren. 25920 Olympia-Übernachtungen wurden registriert. Und weltweit verfolgten mehr als 52 Millionen Schach-Fans die Ereignisse in Dresden über das Internet. Es gab 660 Millionen Downloads. Hier noch ein paar weitere Zahlen und Vorkommnisse:
Teilnehmer
Die heimliche Spitzengruppe der Teilnehmer sind die Bauern. 550 von ihnen sind an jedem Spieltag um Punkt 15 Uhr im Gleichschritt auf dem Schachbrett nach vorn marschiert. Insgesamt mussten sich täglich 8800 Bauern ziehen, decken und schlagen lassen.
Bei dieser Summe fallen die 1270 lebendigen Teilnehmer zahlenmäßig eher weniger ins Gewicht. Die kamen dafür aus 141 Ländern und haben zum Teil, so wie Rohan Waithe von Barbados, das erste Mal in ihrem Leben Schnee gesehen. Unbekannt ist bislang die Zahl der von Olympia-Teilnehmern errichteten Schneemänner.
Unfälle
Einem Spieler ist der Ausflug nach Deutschland nicht gut bekommen. Der Mosambikaner hatte sich bereits am 17. November an der Haltestelle Kongresszentrum sein Bein zwischen Straßenbahn und Bahnsteigkante eingeklemmt. Er wurde mit schweren Verletzungen in eine Klinik gebracht. Ein Mitglied des Organisationsteams war nach der Schach-Party nicht mehr Herr seiner Sinne und stürzte.
Verzögerung
Den folgenschwersten Auftritt bei der Olympiade hatte ein Fahrer. Mit dem Auto haben die Kuriere des zwölf Personen starken Fahrdienstes jeden Morgen die Aufstellungen der Mannschaften in den Hotels abgeholt. Am zweiten Tag allerdings verfuhr sich ein Kurier. Die Teams aus mehreren Hotels konnten ihre Aufstellung nicht rechtzeitig abgeben. Der Spielbeginn verzögerte sich an diesem Tag um eine Stunde.
Disqualifizierungen
Schachspieler gelten als besonnen und fair. So feiern sie nach hartem Wettkampf gerne gemeinsam. Eine Disqualifizierung gab es dennoch: Ausgerechnet ein deutscher Schiedsrichter wurde ausgeschlossen. Er war handgreiflich geworden, weil sich ein Zuschauer zu laut an einem Spielbrett unterhielt. Der Zuschauer war ein Offizieller des Schachverbands.
Ein Spieler musste seine Partie außerdem verloren geben, weil sein Handy klingelte. Fünf weitere hatten schon vor dem ersten Zug verloren: Sie kamen zu spät.
Verpflegung
24 Tonnen Lebensmittel sind zu den täglichen Abendessen im Rathaus in die Mägen der Teilnehmer gewandert. Besonders beliebt: Geflügel, Nudeln, Reis und Kartoffeln. Einziger Fehlgriff war ausgerechnet der sächsische Sauerbraten mit Klößen. Bis zum Dienstagabend flossen außerdem 40 Hektoliter Bier und 25000 Liter Mineralwasser. 24000 Tassen Kaffee wurden getrunken.
Auch die Hotelbesitzer können jubilieren. 25920 Olympia-Übernachtungen wurden registriert. Und weltweit verfolgten mehr als 52 Millionen Schach-Fans die Ereignisse in Dresden über das Internet. Es gab 660 Millionen Downloads. Hier noch ein paar weitere Zahlen und Vorkommnisse:
Teilnehmer
Die heimliche Spitzengruppe der Teilnehmer sind die Bauern. 550 von ihnen sind an jedem Spieltag um Punkt 15 Uhr im Gleichschritt auf dem Schachbrett nach vorn marschiert. Insgesamt mussten sich täglich 8800 Bauern ziehen, decken und schlagen lassen.
Bei dieser Summe fallen die 1270 lebendigen Teilnehmer zahlenmäßig eher weniger ins Gewicht. Die kamen dafür aus 141 Ländern und haben zum Teil, so wie Rohan Waithe von Barbados, das erste Mal in ihrem Leben Schnee gesehen. Unbekannt ist bislang die Zahl der von Olympia-Teilnehmern errichteten Schneemänner.
Unfälle
Einem Spieler ist der Ausflug nach Deutschland nicht gut bekommen. Der Mosambikaner hatte sich bereits am 17. November an der Haltestelle Kongresszentrum sein Bein zwischen Straßenbahn und Bahnsteigkante eingeklemmt. Er wurde mit schweren Verletzungen in eine Klinik gebracht. Ein Mitglied des Organisationsteams war nach der Schach-Party nicht mehr Herr seiner Sinne und stürzte.
Verzögerung
Den folgenschwersten Auftritt bei der Olympiade hatte ein Fahrer. Mit dem Auto haben die Kuriere des zwölf Personen starken Fahrdienstes jeden Morgen die Aufstellungen der Mannschaften in den Hotels abgeholt. Am zweiten Tag allerdings verfuhr sich ein Kurier. Die Teams aus mehreren Hotels konnten ihre Aufstellung nicht rechtzeitig abgeben. Der Spielbeginn verzögerte sich an diesem Tag um eine Stunde.
Disqualifizierungen
Schachspieler gelten als besonnen und fair. So feiern sie nach hartem Wettkampf gerne gemeinsam. Eine Disqualifizierung gab es dennoch: Ausgerechnet ein deutscher Schiedsrichter wurde ausgeschlossen. Er war handgreiflich geworden, weil sich ein Zuschauer zu laut an einem Spielbrett unterhielt. Der Zuschauer war ein Offizieller des Schachverbands.
Ein Spieler musste seine Partie außerdem verloren geben, weil sein Handy klingelte. Fünf weitere hatten schon vor dem ersten Zug verloren: Sie kamen zu spät.
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24 Tonnen Lebensmittel sind zu den täglichen Abendessen im Rathaus in die Mägen der Teilnehmer gewandert. Besonders beliebt: Geflügel, Nudeln, Reis und Kartoffeln. Einziger Fehlgriff war ausgerechnet der sächsische Sauerbraten mit Klößen. Bis zum Dienstagabend flossen außerdem 40 Hektoliter Bier und 25000 Liter Mineralwasser. 24000 Tassen Kaffee wurden getrunken.
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