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Chemnitz
Dienstag, 15. Januar 2008
(Chemnitzer Morgenpost)

‚Fliegendes Auge‘: Sachsen überwacht Hools aus der Luft

Von Thomas Fischer
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Buttolos Luftwaffe: Das „fliegende Auge“ soll Hooligans orten und filmen.
Fotos: www.microdrones.com, Thomas Türpe

DRESDEN. Verprügelte Polizisten, millionenschwere Fußballeinsätze, zerstörte Innenstädte - nun schlägt Sachsens Innenminister zurück. Albrecht Buttolo (60, CDU) ruft gegen Hooligans den Luftkampf aus. Wie die Bundeswehr in Afghanistan soll die Polizei nun mit einem „fliegenden Auge“ Krawallos in den Städten aufspüren.

Veraltete Technik bei der Polizei, wässrige Stadionverbote für Hooligans. Jetzt macht das Innenministerium mit dem Sächsischen Fußballverband (SFV) gemeinsame Sache. Minister Buttolo will die Polizei für 300.000 Euro mit Top-Videokameras ausrüsten. Außerdem kauft er eine Aufklärungsdrohne (65000 Euro teuer) für die Luftjagd nach Hooligans - einzigartig in Deutschland.

Landespolizeipräsident Bernd Merbitz (53) kann so Straftaten der Krawallos besser dokumentieren. Denn häufig kam der Gewaltpöbel mit einem blauen Auge davon, weil die Beweise für eine Verurteilung nicht reichten. Merbitz: „Unbekannte Gewalttäter werden wir auf Litfaßsäulen heften.“ Die Steckbrief-Fahndung soll zusätzlich abschreckend wirken.

Der Fußballverband will im Gegenzug für wasserdichte Stadienverbote sorgen. SFV-Präsident Klaus Reichenbach (62): „Die Stadienverbote wurden oft falsch zugestellt, waren so unwirksam. Wir werden daher alle bestehenden Verbote auf ihre Wirksamkeit überprüfen.“

Die Bereitschaftspolizei mischt sich künftig in Zivil unter die Fanmassen. Hooligans sollen so besser hochgefädelt werden. Reichenbach: „Kein Spiel wird mehr angepfiffen, wenn die Polizei nicht das Okay gibt.“ Polizeichef Merbitz: „Halten sich Vereine nicht an die Auflagen, werden sie künftig mit Bußgeldern zur Verantwortung gezogen.“

Endlich will Buttolo auch die Fanprojekte finanziell unterstützen. Dringend benötigte 300.000 Euro (jährlich) macht der Freistaat locker. Bisher investierten nur die Kommunen und der Deutsche Fußball-Bund mit 600.000 Euro in die Gewaltprävention.


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