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Donnerstag, 18.05.2017

Architekt Just gewinnt „kleinen Theaterstreit“

Das Landgericht verurteilt das Theater zur Zahlung der Planungsleistung in voller Höhe für den nie gebauten Biergarten an der Waldbühne Jonsdorf.

Von Frank Thümmler

Ein Foto von 2013: Architekt und Bauleiter Harald Just vor der Drehbühne des Zittauer Theaters
Ein Foto von 2013: Architekt und Bauleiter Harald Just vor der Drehbühne des Zittauer Theaters

© Thomas Eichler

Zittau. Es ging diesmal zwar „nur“ um gut 12000 Euro, aber das Zittauer Architektenbüro von Harald Just hat vor dem Görlitzer Landgericht ein weiteres Mal im Streit um Honorare Recht bekommen. Richter Hartmut Wiezorek vom Landgericht Görlitz verkündete gestern das Urteil im Streit zwischen dem Architektenbüro und dem Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau um offene Honorare für Planungsleistungen im Jahr 2008 an einem Biergarten an der Waldbühne Jonsdorf, der allerdings nie gebaut wurde. Demnach muss das Theater dem Architekten rund 12400 Euro Honorar zahlen, zusätzlich 700 Euro für die Planung eines Parkplatzes. „Damit bin ich nach der Einholung eines Sachverständigengutachtens der Forderung der Klägerin fast komplett gefolgt, was sich auch im Kostenbeschluss widerspiegelt“, erklärt Wiezorek. Das Theater soll demnach 95 Prozent der Gerichtskosten zahlen, das Architektenbüro nur fünf.

Nicht gefolgt ist der Richter damit der Argumentation des Theaters vertreten durch dessen Geschäftsführer Caspar Sawade. Der hatte in dem seit Januar 2014 vor Gericht ausgetragenen Streit behauptet: „Wir wollten einen Schuppen umsetzen und einen Biergarten bauen. Wir hatten mit Kosten von maximal 20 000 Euro gerechnet.“ Eine Erweiterung des Auftrages, etwa auf die am Ende berechnete Bausumme von 70000 Euro habe es nie gegeben. Außerdem habe das Architektenbüro das geplante Gebäude in eine zu hohe Schwierigkeitsklasse mit folglich zu hohen Architektenhonoraren eingeordnet. Das Theater wollte maximal 1200 Euro zahlen.

Architekt Harald Just überzeugte aber den Richter. Eine Kostenbegrenzung habe es nie gegeben, sei auch nie schriftlich fixiert worden. Alle Planungen seien in Absprache mit Sawade erfolgt. Darüber gebe es Schriftstücke und Zeugen. Und dass das Bauvorhaben abrechnungstechnisch richtig eingeordnet wurde, hat der Sachverständige des Gerichts bestätigt.

Dass der Streit um die vergleichsweise kleine Summe mit dem Landgerichtsurteil nach über drei Jahren Verhandlung ein Ende findet, glaubt Richter Wiezorek nicht: „Der Ton zwischen beiden Streitparteien scheint derart verhärtet, dass man damit rechnen muss, dass auch dieses Verfahren in die nächste Instanz vor das Oberlandesgericht gehen könnte.“ Dort befindet sich auch der „große“ Theaterstreit. Im Streit um ausstehende Honorare für den Bau des Zittauer Theaters hatte das Landgericht, ebenfalls gestützt auf Gutachten, dem Architektenbüro 682000 Euro zugesprochen. Ein Ende ist auch da nicht in Sicht.