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Anwohner wollen Radweg

Die Staatsstraße 163 soll saniert werden – schmaler als heute und weiterhin ohne Radweg. Das stößt auf Kritik.

18.05.2017
Von Anja Weber

wollen Radweg
Die Straße zwischen der Hocksteinschänke und Stürza, Teil der alten Rennstrecke, ist sanierungsbedürftig. Nicht nur der geplante Rückbau der Fahrbahnbreite, auch der fehlende Radweg sorgen für Diskussionen.Foto: Dirk Zschiedrich

Hohnstein. Loch an Loch reiht sich entlang der Staatsstraße S 163 zwischen Hocksteinschänke und Stürza. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr will die Fahrbahn erneuern. Das ist notwendig. Dennoch sorgen die Pläne bei Anwohnern für Unverständnis. Zum einen soll die Straße zurückgebaut werden – von derzeit zehn Metern auf sechs Meter Breite. Zum anderen ist kein Radweg vorgesehen – obwohl die Radwegekonzeption des sächsischen Wirtschaftsministeriums ausdrücklich einen an der Trasse empfiehlt. Der bestehende Radweg endet von Rathewalde kommend an der Einmündung nach Zeschnig. Danach müssen die Radler auf der Straße fahren.

Anwohner aus Hohburkersdorf und Zeschnig kritisieren die Fahrbahnerneuerung in der jetzt geplanten Form als Geldverschwendung. Die Fahrbahnbreite von derzeit zehn Metern würde aus ihrer Sicht genügend Platz fürs Anlegen eines Radwegs bieten. Damit müsse später nicht noch einmal geplant und gebaut werden und man würde viel Geld sparen, sagt Konrad Weber aus Hohburkersdorf. Außerdem wären keine zusätzlichen Landkäufe notwendig, da es die Flächen ja bereits gibt.

Der Radweg könne mit einem weißen Strich von der Fahrbahn getrennt werden, empfiehlt Konrad Weber und sieht darin noch einen weiteren Vorteil. Denn das Beibehalten der jetzigen Straßenbreite macht aus seiner Sicht auch für den Winterdienst die Arbeit einfacher. Der Streckenabschnitt ist im Winter oft stark verweht und die Fahrbahn schwer freizuhalten. Würde diese nun zurückgebaut, wäre noch weniger Platz für die Schneeberge an der Straße. Konrad Weber kritisiert zudem, dass in das Bauvorhaben die Umgestaltung der Kreuzung am Abzweig Stürza nicht eingebunden ist und somit ein Unfallschwerpunkt bestehen bleibt.

Ähnliche Forderungen kommen aus dem Hohnsteiner Rathaus. Bürgermeister Daniel Brade (SPD) verweist auf die Radwegkarte des Freistaates. Dort führt der Radweg auf dem Napoleonweg entlang über die S 163. „Der Weg sollte von der Hocksteinschänke aus auf der linken Fahrbahnseite angeordnet werden“, sagt der Bürgermeister. Darüber hinaus verweist auch er darauf, die Straßenbreite so beizubehalten, wie sie ist, vor allem mit Blick auf die regelmäßig schneeverwehte Straße.

Ob Hohnstein Erfolg hat, ist fraglich. Aus dem Landesamt für Straßenbau heißt es, dass es sich um eine Fahrbahnerneuerung und nicht um eine Um- oder Ausbaumaßnahme handle. Ein Radweg sei nicht im vordringlichen Bedarf eingestuft. Also werde man im Zuge der Fahrbahnerneuerung keinen Radweg anlegen lassen.

Die Anwohner lassen trotzdem nicht locker. Konrad Weber hat sich auch an Land- und Bundestagsabgeordnete gewandt. Antworten von dort stehen noch aus.