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Dienstag, 18.04.2017

Anwohner stoppen Straßenbahn-Projekt

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Vor dem Bahnhof in Strehlen wird die Oskarstraße umgebaut. Hier fahren künftig Straßenbahnen, das Bahnhofsgebäude wird ab Herbst saniert. Dieses Bild wurde zum Baubeginn am 1. März gemacht.
Vor dem Bahnhof in Strehlen wird die Oskarstraße umgebaut. Hier fahren künftig Straßenbahnen, das Bahnhofsgebäude wird ab Herbst saniert. Dieses Bild wurde zum Baubeginn am 1. März gemacht.

Dresden. Seit 1. März wird schon gebaut, jetzt könnte es zum abrupten Stopp eines 16,7 Millionen Euro teuren Verkehrsprojekts in Dresden kommen. Das in Bautzen sitzende Oberverwaltungsgericht teilte am Dienstag mit, dass einer Klage von Anwohnern der Oskarstraße stattgegeben worden sei. Demnach sei das im vergangenen September genehmigte Planfeststellungsverfahren für eine neue Straßenbahntrasse in Strehlen ausgesetzt worden. Soll heißen: Dem Bauprojekt fehlt die Genehmigung.

Der Bau des 1,2 Kilometer langen neuen Gleisabschnittes, der künftig die Tiergartenstraße über die Oskarstraße und den Gustav-Adolf-Platz mit dem Wasaplatz verbindet, soll eigentlich nur ein Jahr dauern. Daraus könnte jetzt möglicherweise nichts werden. Denn wie das Oberverwaltungsgericht schreibt, „hat der Antrag [der Anwohner] Aussicht auf Erfolg, da bei der im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens durchgeführten Umweltverträglichkeitsprüfung schwerwiegende Verfahrensfehler unterlaufen seien“.

Welche Folgen der Beschluss des Gerichtes hat und wie es jetzt mit dem Bau weitergeht, lesen Sie später hier oder ab 20 Uhr im E-Paper der SZ.

Die wichtigsten Neuerungen durch die Bahntrasse sollen eine Zentralhaltestelle für Busse und Straßenbahnen am Haltepunkt Strehlen sowie neue Haltestellen am Wasaplatz sein. Auch dort sollen Busse und Straßenbahnen künftig an einer gemeinsamen Station halten. Weite Wege über die Kreuzung wären damit passé.

Der jetzt durch den Gerichtsentscheid fragliche Bau ist Teil des Verkehrsprojekts Stadtbahn2020. Stadt und Verkehrsbetriebe haben in diesem Rahmen im vergangenen Jahr einen Plan vorgelegt, wie der öffentliche Personennahverkehr mit Blick auf wachsende Einwohnerzahlen und veränderte Bedürfnisse entwickelt werden müsse. (fsc/csp)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 24 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Tim

    Das war die absolut richtige Entscheidung der Anwohner ! Due Dvb sind mit der größte Lärmverursacher !

  2. benno

    es wär ja auch ein wunder, wenn in dieser stadt mal irgendetwas schnell gehen würde...

  3. Flo

    @Tim: Ich behaupte, eine Bahn alle 5 Minuten ist leiser als permanent starker PKW-Verkehr.

  4. Alex DRS

    #1 Ok, 150 Autos sind leiser als eine Straßenbahn - super Theorie. Schade ist es allerdings, dass man bei der Stadt / DVB nicht mehr in der Lage zu sein scheint, eine ordnungsgemäße Planung vorzulegen (Bautzner Str., Oskarstr., S177 etc.) Oder sind es die Richter, die über schlecht geschriebene Gesetze stolpern (müssen)? Jedenfalls haben die Anwohner der Wasastraße nun noch länger den Lärm der DVB zu ertragen. Ich hoffe Tim kann das dehnen vermitteln. ;-)

  5. Klaus

    150 Autos sind tatsächlich leiser als eine Straßenbahn - die Autos hört man hinter Dreifachverglasung quasi gar nicht. Eine Straßenbahn jedoch schon.

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