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Anwohner stöhnen über Staubbelastung

Die Colditzer Straße hat eine neue Oberfläche bekommen. Statt Freude löst das einen Aufschrei über Staubwolken aus.

29.09.2017
Von Heike Heisig

stöhnen über Staubbelastung
Nach einer Oberflächenbehandlung leiden die Anwohner der Colditzer Straße unter einer enormen Staubbelastung, die das Lüften der Wohnungen beinahe unmöglich macht.

© André Braun

Leisnig. Ray Mathys ist ziemlich aufgeregt zur Stadtratssitzung ins Rathaus gekommen. Mehrere Nachbarn haben ihn angesprochen und angehalten, ihre Beschwerden im Rathaus vorzutragen. Das kann der Linken-Stadtrat Mathys in diesem Fall besonders gut. Denn er wohnt selbst an der Colditzer Straße, und um die geht es. Dort hat die Firma Bausion vor ein paar Tagen eine Oberflächenbehandlung vorgenommen. In den nächsten zwei Wochen, so Bauamtsleiter Thomas Schröder, muss sich der aufgebrachte Splitt noch in die Oberfläche einfahren. So lange müssen Kraftfahrer noch langsam fahren.

Doch genau das tun offenbar die wenigsten. Das haben der Amtsleiter sowie mehrere der Stadträte beobachtet – und die Folge gleich selbst getestet. „Wenn man die vorgegebenen 30  Stundenkilometer fährt, sind die Staubaufwirbelungen relativ gering. Schon bei ein wenig mehr Geschwindigkeit ist die Staubentwicklung enorm“, schilderte Hansjörg Oehmig (CDU). Nun sollen Kontrollen helfen, die Kraftfahrer zum Langsamfahren zu bewegen. „Ein Gespräch mit der Polizei hat es dazu schon gegeben“, sagte Schröder.

„Diese Belastung ist für uns Anwohner nicht auszuhalten. Wir können keine Fenster mehr öffnen. Das kann so nicht noch zwei Wochen weitergehen“, schimpfte Mathys. Er forderte, dass sich da früher etwas ändert. Das will der Amtsleiter gern versuchen. Er versprach, mit der Baufirma in Kontakt zu treten und abzuklären, inwieweit der Splitt schon ein paare Tage früher abgekehrt werden kann. „Es liegt in der Sache der Natur, dass sich das Material bei der Witterung nicht ganz so schnell einfährt wie im Sommer“, erklärte er.

Auch bei ihm hatten sich schon die Beschwerden von Anwohnern aus der Colditzer Straße gehäuft. Von der Karl-Liebknecht-Straße dagegen, wo die Straße genau dieselbe Behandlung erfahren hat, ist der Verwaltung noch keinerlei Kritik zu Ohren gekommen. Mathys hat dort auch keine vergleichbare Staubentwicklung beobachtet. Die auf der Colditzer Straße findet allerdings auch Hans-Hermann Schleußner (Freie Wähler) beachtlich. Er schlug vor, zu prüfen, inwieweit mit einem Ablöschen für Erleichterung gesorgt werden kann, „zumindest solange es so trocken ist“.

Aber Ray Mathys ist auch von der Ausführung der Sanierungsarbeiten nicht überzeugt. „Ich habe den Eindruck, dass es wellenmäßig schlimmer ist als vorher“, sagte er. René Quandt (CDU) stimmte ihm zu. Auf dem Fahrrad seien die Unebenheiten deutlicher zu spüren. Auf anderen behandelten Straßen sei ihm das nicht aufgefallen. Für Thomas Schröder sind die Wellen aufgeschobenes Steinmaterial: „Wenn das abgekehrt wird, ist die Fahrbahn in Ordnung.“ Das sei bisher immer so gewesen. Die Art und Weise der Straßensanierung habe sich mehrfach bewährt.

Die neue Fahrbahn wird übrigens erst im Frühjahr markiert. Dafür greift die Kommune auf ein Verfahren zurück, bei dem Heißplastik eingesetzt wird. „Das verteuert die Markierung zwar um 6 000 Euro, dafür ist sie dauerhafter“, erklärte der Amtsleiter.