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Samstag, 06.02.2016

Anklage gegen Asyl-Brandstifter erhoben

Die Täter sind geständig und sitzen in Untersuchungshaft. Jetzt wird sich das Landgericht Dresden mit dem Brandanschlag in Meißen beschäftigen.

Die Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage zum Landgericht Dresden gegen zwei 38 und 41 Jahre alte Beschuldigte wegen des Brandanschlages auf das Asylbewerberwohnheim in Meißen erhoben.
Die Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage zum Landgericht Dresden gegen zwei 38 und 41 Jahre alte Beschuldigte wegen des Brandanschlages auf das Asylbewerberwohnheim in Meißen erhoben.

© Archiv/xcitePRESS

Dresden/Meißen. Die Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage zum Landgericht Dresden gegen zwei 38 und 41 Jahre alte Beschuldigte wegen des Brandanschlages auf das Asylbewerberwohnheim in Meißen erhoben. Den aus Meißen stammenden Beschuldigten werden schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung zur Last gelegt.

Am 28. Juni vorigen Jahres zwischen 0.00 und 0.15 Uhr sollen sie in das als Asylbewerberunterkunft vorgesehene, aber noch nicht genutzte Wohngebäude Rauhentalstraße 14 in Meißen gewaltsam eingedrungen sein. Sie verteilten einen Brandbeschleuniger und entzündeten diesen in einer Wohneinheit im ersten Obergeschoss, um das Gebäude in Brand zu setzen. Dieser Raum brannte komplett aus. Weiterhin versuchten sie, eine Wohnungstür im Erdgeschoss mittels Brandbeschleuniger in Brand zu setzen. Das Gebäude war hierdurch unbewohnbar. Es entstand Sachschaden am Gebäude und Mobiliar von über 200 000 Euro .

Die Täter nahmen dabei in Kauf, dass das Feuer auf die angrenzenden Wohngebäude übergreifen konnte. Sie wussten dabei, dass sich zu dieser Uhrzeit eine unbestimmte Anzahl von Menschen in den angrenzenden Wohnungen aufhielten und durch das Feuer die Gefahr einer Rauchvergiftung bzw. von Brandverletzungen bestand. Ein Übergreifen des Brandes auf andere Gebäude konnte durch die Löscharbeiten der Feuerwehr verhindert werden.

Am 14. August vorigen Jahres gegen 23.30 Uhr drangen die gleichen zwei Personen erneut in das Gebäude Rauhentalstraße 14 ein, um es für Wohnzwecke endgültig unbrauchbar zu machen und zu verhindern, dass dieses durch Asylsuchende bezogen wird. Im Objekt öffneten sie in zwei Bädern an Waschtischen die Wasserhähne, um die Räumlichkeiten zu überschwemmen. Hierzu kam es jedoch nicht, da die Etagenabsperrhähne der Wasserleitung zusätzlich verriegelt waren und kein Wasser floss. Sie begaben sich sodann in den Keller und öffneten den Hauptsperrhahn der Wasserleitung und flüchteten. Es entstand ein Schaden von rund 10 000 Euro.

Die beiden Beschuldigten handelten jeweils aus ausländerfeindlichen Motiven. Sie befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft. In ihren Vernehmungen haben sie den Tatvorwurf eingeräumt. Die Große Strafkammer des Landgerichts wird jetzt über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. (SZ)