Dienstag, 04.12.2012

Angeklagter gesteht 25 Einbrüche

Ein 26-Jähriger soll in nur einem halben Jahr mehr als 50 Taten begangen haben, um seine Crystal-Sucht zu finanzieren.

Von Alexander Schneider

Philipp M. sitzt seit Anfang Januar in Untersuchungshaft und hat dort bereits 18 Kilo zugenommen. Der 26-Jährige muss zuvor spindeldürr gewesen sein. Seit Jahren sei er süchtig nach Crystal, sagte der Angeklagte – wohl der Hauptgrund für seine Beutezüge.

Seit gestern sitzt der Mann mit den kurzen Haaren und drei langen Rasta-Zöpfen wegen einer Serie von Einbrüchen vor dem Landgericht Dresden. Zwischen Juli 2011 und Januar 2012 soll er über 50 Taten begangen haben – mit einem Gesamtschaden von weit über 200.000 Euro.

Nicht nur sein Fleiß muss beeindruckend gewesen sein, auch seine Vorgehensweise. Philipp M. soll mehrere Wohnungen und mindestens zwei Autos genutzt haben, darunter ein als Baustellenfahrzeug getarnter Transporter – eine geschickte Legende. In dem auffälligen Lkw erregte der 26-Jährige auf den Beutezügen weniger Misstrauen, vermutet die Kripo.

Der Mann in der orangefarbenen Jacke habe sich bei Kontrollen als Chef einer Baufirma ausgegeben. Bei den Durchsuchungen seiner Wohnungen, einer Laube und zwei Garagen in Dresden, Radebeul und Coswig stellte die Polizei 26 Fahrräder und Rahmen sicher, Laptops, Technik, Geldkassetten, Schlüssel und viel Werkzeug.

Manchmal kehrte Täter zurück

Vor allem in Bürohäuser und Firmen in Dresden und Umgebung ist Philipp M. laut Anklage nachts eingedrungen, nicht selten durch die Tiefgarage. Manchmal kehrte er nach einem ersten Bruch einige Tage später zurück und schlug erneut zu. Größter Schaden ist die Schließanlage des Hotels „Goldener Anker“ in Radebeul mit 60.000 Euro – M. war dort früher Koch-Lehrling.

Verteidiger Andrej Klein erklärte, sein Mandant räume 25 der vorgeworfenen 56 Taten ein. Zu den anderen Vorwürfen, beziehungsweise wie er in den Besitz der Beute gelangt sei, wolle M. keine Angaben machen. Klein sagte, er halte eine Freiheitsstrafe von unter vier Jahren dafür für angemessen. Wie die Kammer darüber denkt, blieb gestern auch nach einem Rechtsgespräch unklar. Das Gericht will zunächst mehrere Zeugen anhören. Der Prozess wird fortgesetzt.

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