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Dienstag, 24.09.2013

Amazon droht Streik im Weihnachtsgeschäft

Leipzig. Nach dem ersten dreitägigen Streik bei Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld (Hessen) setzt die Gewerkschaft Verdi darauf, den Arbeitskampf auf weitere Standorte auszudehnen. „Es gab schon diesmal verschiedene Soli-Aktionen“, sagte Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago gestern in Leipzig. „Ich rechne damit, dass sich über kurz oder lang andere Standorte an den Streiks beteiligen.“ Dazu wären aber erst mal Urabstimmungen in den Versandlagern nötig. Amazon betreibt in Deutschland acht Logistikzentren. In Leipzig und Bad Hersfeld war von Donnerstag bis Sonnabend gestreikt worden.

Verdi will die Aufnahme von Tarifverhandlungen und die Bezahlung der Mitarbeiter zu den Konditionen des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Amazon lehnt das ab. Der US-Versandriese orientiert sich nach eigenen Angaben an der Logistikbranche. Die Verdienste bei Amazon lägen am oberen Ende dessen, was in der Logistik üblich sei. Während des dreitägigen Streiks hatte ein Unternehmenssprecher erklärt, man sehe „für Kunden und für Mitarbeiter keinen Vorteil in einem Tarifabschluss“. „Das kann keine Gewerkschaft zulassen, dass ein Branchenprimus quasi im Alleingang die Bedingungen diktiert“, sagte dagegen Verdi. Deswegen sei Verdi darauf eingestellt, die Streiks zunächst in Leipzig und Bad Hersfeld wieder aufleben zu lassen. Der Zeitpunkt ist noch unklar. Aber: „Wir haben das Weihnachtsgeschäft im Fokus“, sagte Lauenroth-Mago. (dpa)