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Sonntag, 19.11.2017

Am Sonntag wird getrauert

Viele Menschen haben bei Kriegen ihr Leben verloren. Am Volkstrauertag wird ihrer gedacht. Dabei steht die Versöhnung im Vordergrund.

Von Ralf Hübner

Am Volkstrauertag wird an die Kriegstoten erinnert.
Am Volkstrauertag wird an die Kriegstoten erinnert.

© dpa

Mit Trommelwirbel, Trompetensignal, Trauerkränzen sowie einer Feierstunde im Landtag wird am Sonntag in Dresden der Volkstrauertag begangen. An dem Tag wird alljährlich der Toten der Kriege gedacht – Soldaten wie Zivilisten, wie der Geschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Sachsen, Christian Herm, erläutert. Das Gedenken gelte nicht allein deutschen Kriegstoten, sondern denen aller Nationen, sagt er. Allein auf dem Neuen Katholischen Friedhof in der Friedrichstadt etwa lägen Kriegstote aus 14 Nationen.

Bei der Gedenkfeier im Sächsischen Landtag wird der Chef des Ausbildungskommandos des Heeres in Leipzig, Generalmajor Norbert Wagner, vor geladenen Vertretern von Landtag, Staatsregierung, Landeshauptstadt und Bundeswehr eine Rede halten. Landtagspräsident Matthias Rößler verliest das traditionelle Totengedenken und wird, wie es heißt, dabei unter anderem an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren und den Beginn der sowjetischen Gegenoffensive bei Stalingrad am Tag genau vor 75 Jahren erinnern. Und er will den Versöhnungsgedanken des Tages betonen.

Eine Ehrenformation der Offizierschule des Heeres wird zuvor die Kranzniederlegung auf dem Nordfriedhof zeremoniell begleiten. Bei einem Arbeitseinsatz war die Anlage von Mitgliedern des Volksbundes, Reservisten und Soldaten gepflegt worden und der Ehrenhain wurde vorbereitet. Der Friedhof an der Dresdner Heide wurde 1901 als Garnisonsfriedhof der Sächsischen Armee angelegt.

Der Volkstrauertag wird seit 1922 begangen. Die heute übliche Form und das Datum am zweiten Sonntag vor dem ersten Advent gehen auf das Jahr 1952 zurück. Ursprünglich war der Tag den deutschen Gefallenen des Ersten Weltkriegs gewidmet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in das Gedenken eingeschlossen. Zwischen 1933 und 1945 wurde er zum „Heldengedenktag“ umfunktioniert.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut Kriegsgräber auf weltweit mehr als 800 großen Soldatenfriedhöfen mit etwa 3 Millionen Toten.

In Sachsen hat der Verband etwa 3 200 Mitglieder. Den Angaben zufolge gibt es allein in Dresden 44 Friedhöfe mit Kriegsgräbern. Dort ruhen in fast 2 700 Grabstätten die sterblichen Überreste von fast 31 000 Kriegstoten.