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Freitag, 23.04.2010

Am Postplatz entsteht ein neues Hotel

Die Kette Motel One will ein Zwei-Sterne-Haus eröffnen. Der Bau kostet 35 Millionen Euro. Um die Fassade des Neubaus gibt es Streit.

Von Bettina Klemm

Am Postplatz soll noch in diesem Jahr ein neues Hotel entstehen. Der Chef der TLG Immobilien GmbH, Klaus-Dieter Schwensen, will für den Büro- und Hotelkomplex 35 Millionen Euro investieren. Schon 18 Monate später könnte die Hotelkette „Motel One“ das Zwei-Sterne-Haus mit 287 Zimmern in Betrieb nehmen.

Allerdings sind noch eine Reihe von Hürden zu überwinden. So sollte längst das Ergebnis des Fassadenwettbewerbs vorliegen. Aber die Jury konnte sich nicht auf einen Siegerentwurf einigen und hatte zwei zweite Plätze vergeben, mit der Maßgabe, nachzubessern. Jetzt erfolgen auf der Basis des Entwurfs des Dresdner Büros Knerer und Lang Architekten Detailabsprachen mit dem künftigen Nutzer. Der Gebäudekomplex entsteht zwischen der Schweriner und der Freiberger Straße. Seine Ostseite wird durch den Postplatz begrenzt. Das Besondere ist ein markant in den Platz hineinragender Riegel, der auf etwa zehn Meter hohen Stelzen oder Säulen ruht. Unter dem Riegel wird ein zweigeschossiger Baukörper wie ein kleiner Würfel gestellt. Das gesamte Quartier erhält letztlich eine nahezu dreieckige Form. Riegel, Würfel und Gebäudeform sind im Schürmann-Plan enthalten.

Professor Joachim Schürmann hatte 1991 beim Postplatz-Wettbewerb den ersten Preis belegt. Auf der Grundlage seiner Arbeit hat die Stadt einen Bebauungsplan aufgestellt, der seit 1999 rechtskräftig ist.

Hauptnutzer werden die Hotelkette „Motel One“ sowie verschiedene Dienstleister sein. Der Haupteingang des Hotels soll sich unter den Arkaden des Riegels am Postplatz befinden. Das Hauptgebäude mit einem Flachdach besitzt sechs Geschosse und wird 23 Meter hoch. Von der Schweriner Straße aus gelangen die Besucher in die Tiefgarage mit 163 Plätzen. An der Seite Freiberger Straße befindet sich die Straßenbahnhaltestelle. „Auf etwas über tausend Quadratmetern Fläche planen wir Einzelhandel und Gastronomie“, kündigt Schwensen an. Die Gastronomie soll vorzugsweise in dem Würfel Platz finden. Die Gäste hätten dann eine fast freie Sicht auf den Zwinger.

TLG-Chef Schwensen geht davon aus, dass das künftige Gebäude die weitere Bebauung des Postplatzes beschleunigen wird. Sein Unternehmen hatte mit dem Wilsdruffer Kubus den Anfang gemacht. Es ist auch Miteigentümer der Altmarkt-Galerie, die derzeit erweitert wird.

Die Stadtplanung lädt heute Vertreter der Politik und der Immobilienwirtschaft zu einem runden Tisch zur Zukunft des Postplatzes ein. Dabei soll es darum gehen, wie die Entwicklung befördert wird und auch um die Frage, ob der Schürmannplan nach mehr als zehn Jahren noch aktuell ist.