Samstag, 17.11.2012

Altes Papier in neuer Verpackung

Die Kübler und Niethammer AG dehnt ihre Produktion massiv aus.Und stellt 14 zusätzliche Mitarbeiter ein.

Von Jan Iven

Eine neue Verpackungshülle will der Vorstandsvorsitzende von Kübler und Niethammer, Hubertus Burkhart, ab Mitte kommendem Jahres in der Kriebsteiner Papierfabrik herstellen. Dabei soll auch die Energieeffizienz verbessert werden. Foto: Dietmar Thomas
Eine neue Verpackungshülle will der Vorstandsvorsitzende von Kübler und Niethammer, Hubertus Burkhart, ab Mitte kommendem Jahres in der Kriebsteiner Papierfabrik herstellen. Dabei soll auch die Energieeffizienz verbessert werden. Foto: Dietmar Thomas

Eigentlich geht der Trend zum Einsparen von Verpackungen. Dennoch wächst der Markt für entsprechende Materialien immer stärker an. „Das liegt daran, dass in den Geschäften immer mehr und immer kleinere Einheiten angeboten werden“, sagt Hubertus Burkhart, Vorstandsvorsitzender von Kübler und Niethammer. Grund genug für das Unternehmen, das bisher vor allem Papier für Magazine und Werbebroschüren produziert, in das lukrative Geschäft einzusteigen.

Ab Mitte kommenden Jahres soll die Kriebsteiner Papierfabrik die Herstellung der neuen Produkte aufnehmen. Geplant ist, die Jahresproduktion um fast die Hälfte von 850000 Tonnen im Jahr auf 125000 Tonnen auszudehnen. Dabei spezialisiert sich Kübler und Niethammer auf die bedruckbare Außenlage der Verpackung, die dann an andere Verpackungshersteller geliefert wird. Verpackungen von Pralinen, Duschköpfen oder Flaschen könnten dann mit der bedruckbaren Außenhülle versehen werden. Das neue Produkt wird komplett aus Altpapier bestehen.

„Dank unserer eigenen Entwicklung kommen wir bei der Außenlage mit einer einzigen Papierschicht aus“, erläutert der Vorstandsvorsitzende. Sämtliche Mitbewerber würden die bedruckbare Außenlage aus mehreren Schichten zusammensetzen, die damit schwerer seien. Auch sei der Farbverbrauch beim Bedrucken von Kübler und Niethammers Produkten geringer. „Als relativ kleine Papierfabrik müssen wir uns unsere kleine, aber feine Nische suchen“, so Burkhart.

Insgesamt 20 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die neue Produktion. Allerdings sollen keine neuen Papiermaschinen angeschafft werden. Vielmehr werden die bestehenden Anlagen modernisiert. So soll die Geschwindigkeit durch neue Antriebssysteme erhöht und die Elektronik erneuert werden. „Papiermaschinen sind so gebaut, dass sie immer wieder ergänzt und angepasst werden können“, erläutert Burkhart. „Unsere Anlage wurde 1954 aufgebaut und arbeitet bis heute gut. Die wird uns noch alle überleben.“

Mit der Herstellung des neuen Produktes will das Unternehmen die Zahl seiner Mitarbeiter um 14 auf dann 135 erhöhen. Gesucht wird vor allem im Bereich Maschinenbau und Elektronik. „Gute Fachkräfte zu finden, ist allerdings schwierig“, so Burkhart. Gesucht werden Leute mit Erfahrung, etwa Rückkehrer aus den alten Bundesländern. „Wir überlegen auch, Leute im mittleren Alter auszubilden.“

Gleichzeitig soll bei dem neuen Verfahren die Umweltbelastung reduziert werden. „Pro spezifisches Kilogramm Papier sparen wir in Zukunft 30 Prozent Energie und 40 Prozent Wasser ein“, sagt Burkhart. Möglich werde dies durch den Einsatz von größeren Walzen. Mit ihnen wird das Papier noch stärker mechanisch getrocknet, wodurch der Einsatz von Energie gespart wird. Um die neuen Walzen zu lagern, soll extra ein altes Gebäude abgerissen und stattdessen eine neue Halle errichtet werden.

Auch die Wärmerückgewinnung, die Schalldämmung und der Wasserkreislauf werden verbessert. „Insgesamt soll der Wasserverbrauch nicht erhöht werden“, so Burkhart. Und das nicht nur der Umwelt zuliebe: „Wenn Umweltmaßnahmen richtig gemacht werden, senken wir auch die Kosten.“