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Freitag, 29.01.2016

Alter Straßenbahnhof wird Riesenschule

An der Wehlener Straße in Tolkewitz fallen die Straßenbahnhallen. Bis zum Februar 2018 entsteht hier Dresdens größter Schulcampus.

Von Kay Haufe

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Eine Ansicht des neuen Schulcampus, vorn das Gymnasium, dahinter die Oberschule. Visualisierung : Arge Dresden Tolkewitz, das sind die AG Zimmermann sowie Raum und Bau GmbH Dresden, Fuchs und Rudolph München
Eine Ansicht des neuen Schulcampus, vorn das Gymnasium, dahinter die Oberschule. Visualisierung : Arge Dresden Tolkewitz, das sind die AG Zimmermann sowie Raum und Bau GmbH Dresden, Fuchs und Rudolph München
  • Eine Ansicht des neuen Schulcampus, vorn das Gymnasium, dahinter die Oberschule. Visualisierung : Arge Dresden Tolkewitz, das sind die AG Zimmermann sowie Raum und Bau GmbH Dresden, Fuchs und Rudolph München
    Eine Ansicht des neuen Schulcampus, vorn das Gymnasium, dahinter die Oberschule. Visualisierung : Arge Dresden Tolkewitz, das sind die AG Zimmermann sowie Raum und Bau GmbH Dresden, Fuchs und Rudolph München
  • Geht seinem Ende entgegen: Der alte Tolkewitzer Straßenbahnhof wird abgerissen. Ende März soll von ihm nichts mehr zu sehen sein. Foto: Norbert Neumann
    Geht seinem Ende entgegen: Der alte Tolkewitzer Straßenbahnhof wird abgerissen. Ende März soll von ihm nichts mehr zu sehen sein. Foto: Norbert Neumann

Mit lautem Knirschen graben sich Baggerschaufeln in die Wände der ehemaligen Straßenbahnhallen. Stück für Stück fallen die langgestreckten Gebäude in sich zusammen. Sortiert nach Ziegel-, Holz- und Glasanteilen landen die Baustoffe auf großen Lkw, die sie abfahren. Bis Ende März wird vom Straßenbahnhof außer wenigen Schienenabschnitten nichts mehr zu sehen sein. Dann beginnen die Arbeiten für Dresdens neuen Schulcampus. Bis Februar 2018 sollen an der Wehlener Straße ein fünfzügiges Gymnasium und eine vierzügige Oberschule entstehen. 1 800 Schülern lernen dann hier, wo früher Straßenbahnen in langen Reihen parkten.

Damit an das Vorleben des Ortes erinnert wird, bleiben auf dem Vorplatz einige Gleise sowie das Pflaster erhalten. Dies war ein Wunsch des Denkmalschutzes. Und auch die Fassade des neuen Gymnasiums wird durch eine Metallverkleidung ab dem ersten Stock den einstigen Industriecharakter des Ortes widerspiegeln. Darüber informierte Projektleiterin Barbara Dittmer von der Stesad im Blasewitzer Ortsbeirat. Sie zeigte mehrere Ansichten des neuen Schulcampus und der zwei neuen Schulturnhallen mit zwei und vier Feldern, die südlich der Kipsdorfer Straße entstehen sollen. Damit die Schüler möglichst ungefährdet von den Schulgebäuden zum Sport kommen, wird die Fahrbahn der Kipsdorfer Straße in dem Bereich angehoben und mit hellem Asphalt belegt. Der sogenannte Campusteppich, das sind helle Wege über den Schulhof, erstreckt sich dann weiter bis auf den Sportbereich.

Zwischen den beiden Schulen und den denkmalgeschützten Gebäuden an der Schlömilchstraße entsteht ein grüner Pausenhof mit vielen Bäumen. Aus den Schulen soll er durch viele Türen erreichbar sein. Auf ihm sollen Stützen aus den alten Straßenbahnhallen aufgebaut werden. Zudem gibt es Bewegungsangebote und Sitzflächen. Auf dem Vorplatz sollen aus Respekt vor den beiden gegenüberliegenden Friedhöfen keine Aufenthaltsmöglichkeiten entstehen, durch die Lärm entstehen könnte. Wichtig für Anwohner und Jugendvereine war die Nachricht, dass eines der drei Sportfelder nach dem Unterricht für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Leider gilt das nicht für den Pausenhof, der nach Schulschluss abgeschlossen wird.

Bis April werden ein Fernwärme- und ein Abwasseranschluss gebaut. Nach der Vorbereitung beginnt im Juli der Rohbau der Schulen, der ein Jahr später fertiggestellt sein wird, so Dittmer. Ebenfalls in diesem Jahr startet der Ausbau des Teilstücks der Kipsdorfer Straße. Parallel bauen die Verkehrsbetriebe die neue Gleisschleife an der Schlömilchstraße. Dort hat ein Investor die denkmalgeschützten Häuser erworben und will in ihnen ebenfalls in dem Zeitraum Wohnungen errichten.