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Als Dank gab‘s Prügel

Ein 29-Jähriger hat sein Handy verloren. Doch dann ging der Mann auf den ehrlichen Finder los. Nun droht dem Rüpel aus Heidenau eine Freiheitsstrafe.

07.10.2017
Von Alexander Schneider

gab‘s Prügel
Ehrlicher Finder bekommt Schläge zum Dank – ehrlich.

© dpa

Alec und seine Freunde hatten einen guten Tag. Sie arbeiteten Ende Oktober 2016 im Catering im Dresdner Fußballstadion, und auf dem Heimweg fand der 18-Jährige ein Handy an der Haltestelle Strehlener Platz. „Dynamo hat gewonnen und jetzt noch eine gute Tat“, habe er sich gedacht. Er wollte das Handy sofort dem schusseligen Besitzer zurückgeben.

Nach wenigen Telefonaten mit dem Fundstück hatte Alec tatsächlich Kontakt mit dem Besitzer: Sebastian H., ein Dynamo-Fan aus Heidenau. Eine Dreiviertelstunde warteten die Jungs auf ihn. Doch anstatt sich zu freuen und dankbar zu sein, hat der 29-jährige Parkettleger dem 18-Jährigen ins Gesicht geschlagen. „Ich fiel zu Boden“, sagte Alec. Er habe sich aufgerappelt und sei mit seinen Kumpels weggerannt.

Seit Freitag steht der mutmaßliche Schläger Sebastian H. wegen Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Dresden. Laut Anklage habe er auch noch einem von Alecs Begleitern eine Bierflasche hinterhergeworfen, ihn jedoch nicht getroffen.

H. sagte, es tue ihm leid und sprach von einer „dummen Sache“. Er habe sich geärgert, weil die Finder mit seinem Handy ein Foto an H.s Freundin gesandt hätten. Er bestritt, eine Flasche geworfen zu haben.

Alec sagte, das Foto von ihm mit dem Daumen nach oben sollte der Frau zeigen, dass sie sich keine Sorgen machen muss. H. und seine beiden Begleiter seien dann jedoch sofort zielgerichtet und erkennbar aggressiv auf ihn und seine Kumpels zugegangen. Auch einer seiner Freunde sei von einem der Männer festgehalten und geschlagen worden, ehe H. eine Glasflasche nach ihm geworfen habe.

Für das Gericht waren einige Angaben neu. Nun muss geprüft werden, gegen H. und seine beiden Begleiter auch wegen gefährlicher Körperverletzung zu ermitteln, mutmaßlich hatten sie gemeinsam gehandelt. Der Prozess wird fortgesetzt.