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Mittwoch, 16.08.2017

Allein die Qualifizierung zählt

Carmen Amm hat eine erfüllende Arbeit in ihrem Beruf als gelernte Kosmetikerin gefunden.

Für Carmen Amm wurde die Behandlungsliege auf Handschaltung umgerüstet. Foto: KSV Sachsen/Integrationsamt
Für Carmen Amm wurde die Behandlungsliege auf Handschaltung umgerüstet. Foto: KSV Sachsen/Integrationsamt

Aus rund 20 Bewerbern entschied sich Evelyn Meißner, die Inhaberin vom Dermato-kosmetischen Zentrum in Dresden, welches 1991 gegründet wurde, für die schwerbehinderte Carmen Amm, bei der Minderwuchs vorliegt. Deshalb und vor allem, weil die Arbeitgeberin für den neuen Arbeitsplatz einen Menschen mit Behinderung favorisierte, unterstützte das Integrationsamt die Arbeitgeberin bei der Schaffung des Arbeitsplatzes mit finanziellen Mitteln aus der Ausgleichsabgabe.

Das Aufgabenspektrum von Carmen Amm im Dermato-kosmetischen Zentrum ist vielseitig. Es umfasst kosmetische Behandlungen, Fußpflege und Nageldesign.

Der Arbeitsplatz besteht aus zwei Behandlungskabinen, eine für kosmetische Behandlungen und eine für die Pediküre. Alle Arbeitsmittel und Bediengeräte wurden optimal und sinnvoll auf die Behinderung von Carmen Amm eingerichtet. Sie ist somit in der Lage, alle Geräte selbstständig zu bedienen. So wurden beispielsweise die Behandlungsliegen, die ursprünglich mit Fußschalter ausgestattet sind, auf Handschaltung umgestellt.

„Carmen Amm ist eine selbstbewusste, sehr freundliche und fachkompetente junge Frau. Im Team und von den Kunden wird ihr fachliches Können geschätzt“, so Arbeitgeberin Evelyn Meißner. Das Integrationsamt förderte den Arbeitsplatz mit über 50 Prozent zu den Gesamtkosten.

Menschen mit Behinderung sind auf dem Arbeitsmarkt unverzichtbar.

Erfreulich ist, dass immer mehr Unternehmen erkennen und sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind, dass sie nicht länger auf Menschen mit Behinderungen als Beschäftigte verzichten können. Diese können mit ihrem Wissen und Handeln sowie ihren Kenntnissen und Fertigkeiten durchaus zur Überwindung betrieblicher Fachkräfteengpässe beitragen. Wichtig ist, die Persönlichkeit und die besonderen Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt zu rücken. Viele beweisen, dass sie Talente und spezielle Begabungen besitzen, die sie gerade an ihrem Arbeitsplatz einbringen - dies umso mehr, wenn sie einen Arbeitgeber und/oder ein funktionierendes soziales Umfeld haben, die sie bei ihrer Entwicklung unterstützen.

Persönlichkeit in den Mittelpunkt zu rücken

Zu den wesentlichen Aufgaben des Integrationsamtes beim Kommunalen Sozialverband Sachsen gehört, möglichst viele Arbeitgeber sowohl aus der Wirtschaft - vor allem klein- und mittelständige Unternehmen - davon zu überzeugen, Menschen mit Behinderungen einzustellen und sie mit ihrem umfangreichen Leistungsspektrum zu unterstützen. Das ist eine Frage der Toleranz, der Weitsicht und vor allem des Willens.

Bei der Neuschaffung eines Arbeits- oder Ausbildungsplatzes kann das Integrationsamt die komplette Basisausstattung bezuschussen: Kosten, die der Arbeitgeber normalerweise selbst tragen muss. Arbeitgeber können mit dieser Förderung bis zu 50 Prozent der Kosten für eine Arbeitsplatzausstattung sparen. Um den Arbeitsplatz optimal und sinnvoll - in Bezug auf die anerkannte Behinderung des Beschäftigten - zu gestalten, wird er vom zuständigen Leistungsträger (Integrationsamt, Rentenversicherungsträger, Agentur für Arbeit) behinderungsgerecht ausgestattet. Ein wichtiges Instrument, um die gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben zu fördern.

Sonderprogramme fördern Beschäftigung

Im Freistaat Sachsen wurde zur Unterstützung der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zuzüglich zu den gesetzlichen Leistungen eine Reihe von Sonderprogrammen aufgelegt. Mit dem Sächsischen Arbeitsmarktprogramm werden Unternehmen finanziell unterstützt, die Menschen mit Behinderungen betrieblich ausbilden oder auf dem Arbeitsplatz sozialversicherungspflichtig beschäftigen. Das Projekt Spurwechsel, welches vom Kommunalen Sozialverband Sachsen aufgelegt wurde, fördert und unterstützt Übergänge aus der Werkstatt auf den Arbeitsmarkt.

Des Weiteren können Unternehmen nach der Initiative Inklusion gefördert werden. Unternehmen, die erstmals einen schwerbehinderten Menschen über 50 Jahren einstellen, können beispielsweise in Abhängigkeit von der Betriebsgröße und der Erfüllung ihrer Beschäftigungsquote eine zusätzliche Förderung bis zu maximal 7 000 Euro erhalten.

Fördervoraussetzungen

Das Integrationsamt unterstützt Arbeitgeber u. a. finanziell mit Zuschüssen und/oder Darlehen für Investitionen zur Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen (§ 15 Schwerbehindertenausgleichabgabeverordnung)

Voraussetzungen für die Förderung sind erfüllt, wenn

  • schwerbehinderte Menschen ohne gesetzliche Verpflichtung oder über die Pflichtquote hinaus eingestellt werden,
  • besonders betroffene schwerbehinderte Menschen eingestellt werden,
  • schwerbehinderte Menschen nach einer Arbeitslosigkeit von mehr als 12 Monaten eingestellt werden
  • eine drohende Kündigung eines schwerbehinderten Menschen durch Umsetzung auf einen neuen Arbeitsplatz abgewendet wird.

Hinweis: Der Antrag auf Förderung ist vor Beginn der Maßnahme vom Arbeitgeber zu stellen.

Kontakt:

Kommunaler Sozialverband Sachsen, Integrationsamt

www.ksv-sachsen.de

Tel.: 0371 577 0