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Freitag, 12.01.2018

Alle Jahre wieder

Kaum ist wieder Winter, liegen vielerorts Plakate unten. Das Görlitzer Rathaus nimmt das anders wahr.

Von Ingo Kramer

So wie hier am Lutherplatz fallen derzeit in Görlitz wieder viele Großplakate zu Boden. Die Stadtverwaltung sieht dennoch klare Verbesserungen zu den Vorjahren.
So wie hier am Lutherplatz fallen derzeit in Görlitz wieder viele Großplakate zu Boden. Die Stadtverwaltung sieht dennoch klare Verbesserungen zu den Vorjahren.

© nikolaischmidt.de

Renate Schulz wohnt gern in der Innenstadt. Die kurzen Wege, der Blick vom Balkon zur Lutherkirche, alles wunderschön. „Aber wenn es um die Sauberkeit an den Litfaßsäulen geht, ist es bei uns auch nicht besser als an den Plakatwänden am Stadtrand“, sagt die Rentnerin. Kaum ist wieder Winter, liegen die Plakate wieder unten. Jüngstes Beispiel sei die Litfaßsäule am Lutherplatz, doch auch am Wilhelmsplatz habe es kürzlich nicht besser ausgesehen.

Was Renate Schulz berichtet, deckt sich mit anderen Schilderungen. An der Schlesischen Straße, gegenüber von Marktkauf, lagen kürzlich auch sämtliche Plakate unten. Und nicht nur dort. Der städtische Amtsleiter Torsten Tschage bestätigt zumindest den Lutherplatz und zusätzlich den Standort Reichenbacher Straße gegenüber der Rewe-Zufahrt. „Wir haben beide Stellen am Montag an den Vertragspartner zur Mängelbeseitigung gemeldet“, sagt er.

Auch generell weise die Stadt ihre Vertragspartner ständig auf Missstände bei Großwerbetafeln und Litfaßsäulen hin. „In der Regel werden die Mängel binnen zwei Tagen beseitigt“, sagt Tschage. Nicht so am Lutherplatz: Dort sah auch gestern noch alles wild aus. Der pauschalen Aussage, dass sich die Situation nicht verbessert habe, könne er trotzdem nicht folgen: „Wir haben unsere Kontrollen an den städtischen Standorten speziell bei wechselhaftem Wetter verstärkt.“ So könnten chaotische Verhältnisse bei Sauberkeit und Ordnung weitestgehend ausgeschlossen werden. Die Tafel bei Marktkauf befinde sich aber auf einer Fläche, die nicht der Stadt gehört. Insofern könne das Rathaus dort nicht aktiv werden. Die Stadt weise die Firmen aber auf Verunreinigungen hin, auch wenn sich diese auf privatem Grund befinden.

Die Gespräche mit den Vertragspartnern Anfang vorigen Jahres hätten sich positiv auf das Erscheinungsbild auf den städtischen Großwerbeflächen ausgewirkt, erklärt der Amtsleiter: „Wir haben auch zu diesem Zeitpunkt mitgeteilt, dass es sich um eine langfristige Arbeit handelt, die von den Verträgen mit den Partnern abhängig ist.“ Ein Konzept für Werbung auf städtischen Flächen soll als langfristiges Projekt weiterhin erarbeitet werden. Die Stadt habe diese Leistungen inzwischen beauftragt. Umgesetzt werden kann das Konzept ohnehin erst nach 2022. Bis dahin laufen nämlich noch einige der Verträge der Stadt mit den Plakatierern, die aktuell tätig sind und über die sich nicht nur Renate Schulz seit Jahren ärgert, weil der Leim nicht hält.