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Sonntag, 11.11.2012

Alle drei Stunden kommt der Winterdienst

Ist das Osterzgebirge besser vorbereitet, wenn der nächste Schnee kommt? Die SZ beantwortet Leserfragen und nennt die Ansprechpartner im Notfall.

Von Franz Herz

Die Salzlager sind voll. Aber heißt das auch, dass der Winterdienst auf der Straße gut funktioniert? Viele Bürger sind hier skeptisch. Foto: dpa
Die Salzlager sind voll. Aber heißt das auch, dass der Winterdienst auf der Straße gut funktioniert? Viele Bürger sind hier skeptisch. Foto: dpa

Vor zwei Wochen herrschte Winterchaos. Das hat sich wieder beruhigt, aber der richtige Wintereinbruch steht uns mit Sicherheit in den nächsten Wochen bevor. Dann sind wir auf den Winterdienst angewiesen. Dazu sind aber Fragen offen, mit denen sich beispielsweise Peter Sicker aus Schmiedeberg an die SZ wandte.

Wer ist Ansprechpartner für den Bürger beim Winterdienst?

Den Winterdienst auf den öffentlichen Straßen koordiniert die Straßenbauverwaltung im Landratsamt. Sie ist auch vorgesetzte Stelle für die vier Straßenmeistereien in Altenberg, Dohma, Freital und Langburkersdorf. Die Bürger können das Landratsamt in Sachen Winterdienst zu den Dienstzeiten über Telefon 03501 5153130 oder mobil über 0175-9393734 erreichen. Außerhalb der Dienstzeiten sind die Rettungsleitstellen Ansprechpartner. Die Leitstelle in Dippoldiswalde ist über die Nummer 0350419222 zu erreichen und die in Pirna über 03501-49180.

Wann ist der Winterdienst regulär unterwegs?

Die Einsatzzeiten sind unterschiedlich und richten sich nach der Bedeutung der Straßen und dem Wetter, informiert Martina Fehrmann, Abteilungsleiterin Straßenbau und Verkehr im Landratsamt. „Bundes- und Staatsstraßen werden vorrangig geräumt und gestreut.“ Ziel ist dabei, dass mindestens alle drei Stunden jeder Straßenabschnitt einmal an die Reihe kommt, kritische Strecken öfter. Auch bei extremem Wetter wird öfter gefahren.

Wer hilft, wenn man doch einmal in eine Notlage gerät?

Für diesen Fall gibt es private Pannendienste, die auch auf schwierige Wetterbedingungen eingestellt sind. „Unsere Fahrzeuge sind so ausgerüstet, dass sie praktisch autark sind“, sagt Axel Fröhlich, Geschäftsführer des Abschleppdienstes Pötzsch, der an drei Standorten vertreten ist, in Dippoldiswalde, Freital und Kesselsdorf. Ein speziell ausgerüsteter Unimog kommt bei fast allen Wetterbedingungen durch. Schaufel, Spaten, Streumaterial sind immer mit an Bord.

Je nach Situation kommt unterschiedliche Technik zum Einsatz. Ein Kran kann Autos hinter einer Leitplanke oder aus dem Graben hoch heben. Das normale Abschleppfahrzeug zieht havarierte Autos wieder auf die Straße oder gegebenenfalls auf die Ladefläche, um sie in die Werkstatt zu bringen. Die Kosten für einen solchen Einsatz richten sich nach dem Aufwand. Für eine Stunde des Kranfahrzeugs muss man mit 130 bis 140 Euro rechnen, für das Abschleppfahrzeug mit 110 Euro.

Gibt es ein Recht auf Schadensersatz?

Im Normalfall hat ein Autofahrer schlechte Karten, wenn ihm auf winterlicher Straße etwas passiert. Schadensersatzansprüche an den Winterdienst hat er nur, wenn er diesem eine schuldhafte Pflichtverletzung nachweisen kann. Das wäre ein juristischer Kraftakt mit ungewissen Aussichten.

Ist der Winterdienst jetzt besser vorbereitet?

Damit ist zu rechnen. Im Oktober waren viele Fahrzeuge, die normalerweise auf dem Bau oder in der Landwirtschaft eingesetzt werden, noch nicht auf den Winterdienst umgerüstet, weil sie in ihrem Einsatzgebiet noch gebraucht wurden. Jetzt werden viele Baustellen abgeschlossen und Fahrzeuge frei.