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Samstag, 26.03.2016

Albertbrücke noch bis September für Autos gesperrt

Die zweite Hälfte der Fahrbahnplatte ist fast fertig. Aber erst im Sommer wird asphaltiert.

Von Peter Hilbert

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Während die Fahrbahnplatte der Albertbrücke betoniert wird, stellen Eisenflechter die letzten Abschnitte der Stahlbewehrung her. Dennoch haben die Bauleute noch fünf Monate zu tun, bevor die Brücke wieder freigegeben wird.
Während die Fahrbahnplatte der Albertbrücke betoniert wird, stellen Eisenflechter die letzten Abschnitte der Stahlbewehrung her. Dennoch haben die Bauleute noch fünf Monate zu tun, bevor die Brücke wieder freigegeben wird.

© Sven Ellger

Bei allen Debatten über den Bau auf der Albertbrücke bleibt Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz gelassen. Das machte der 61-Jährige beim Pressetermin deutlich, als er aufs umstrittene Doppelgeländer angesprochen wurde. „Das ist doch wunderbar geworden“, sagte er schmunzelnd. „Dafür bekommen wir einen Preis. Welchen, ist aber offen.“ Die Montage des Geländers ist abgeschlossen. Auf den Sandsteinbrüstungen werden derzeit noch die stählernen Aufsätze montiert.

An der Verkehrsführung soll bis zur Fertigstellung nichts mehr geändert werden, erklärte Koettnitz. Ursprünglich war geplant, auf der fertigen, elbaufwärts liegenden Brückenseite wieder Autos in Richtung Neustadt fahren zu lassen. Doch der Plan wurde erst verschoben und jetzt ganz gestrichen. „Die Brücke wird erst wieder komplett freigegeben, wenn der Straßenbau abgeschlossen ist“, sagte Koettnitz. Spätestens Anfang September soll es so weit sein.

Die Verkehrsführung habe sich eingespielt. Die Umleitungen über die Carola- und Waldschlößchenbrücke würden gut funktionieren. Er sieht keine größeren Probleme für den Kfz-Verkehr. Würden Autos schon jetzt fahren, hätten Radler schlechte Karten. Nach Zählungen rollen in verkehrsreichen Zeiten binnen 14 Stunden bis zu 8 000 Radler über die Brücke. Derzeit nutzen sie die Straße. Würden sich Radfahrer mit den Fußgängern den kombinierten Geh- und Radweg teilen, müssten sie am Brückenende bis zu zweimal die Fahrbahn kreuzen. Beim Vor-Ort-Termin bestimmte die große Betonpumpe das Bild auf der Baustelle. Die Arbeiten an der über 300 Meter langen Fahrbahnplatte sind im Finale. 33 der 40 Abschnitte sind betoniert, erläuterte Koettnitz. Zwei weitere Segmente wurden gerade mit der grauen Masse verfüllt. Die Eisenflechter stellen derzeit noch die Stahlbewehrung für die letzten Abschnitte her. In zwei Wochen soll die Stahlbetonplatte fertig sein.

Havarie bringt keine großen Schäden

Auf der Neustädter Seite steht jetzt ein großes Zelt, unter dem bereits das Kunstharz der Fahrbahndichtung aufgetragen wird. Denn dafür ist es derzeit unter freiem Himmel noch zu kalt. Dafür ist eine Temperatur von sieben Grad nötig. Der gesamte Fahrbahnaufbau soll bis zum Sommer fertig sein, sodass im Juli oder August der Gussasphalt auf der Straße aufgetragen werden kann.

Wegen einer Havarie stand die Albertbrücke eine Woche im Mittelpunkt. Der tschechische Salzfrachter Albis lag bis Montag quer davor. Größere Schäden gibt es jedoch nicht. Die 1877 fertiggestellte Brücke ist solide gebaut. Ihre Pfeiler in der Elbe stehen auf Schwergewichtsfundamenten. Nur am ersten und zweiten Pfeilerfuß neben dem Johannstädter Ufer sind einige Sandsteinteile abgeplatzt, erklärte Koettnitz. „Das ist aber völlig unkritisch für die Statik der Brücke.“ Das Wasser- und Schifffahrtsamt müsse jetzt mit einem Sonargerät noch untersuchen, wo Kies in die Fahrrinne gespült wurde, damit er wieder weggebaggert werden kann.

Über eins freut sich Koettnitz besonders – die Kosten. Trotz der Nachträge für zusätzliche Arbeiten liegen die noch im Limit. Die geplanten 24 Millionen Euro werden nicht überschritten. Bei der benachbarten Waldschlößchenbrücke war das völlig anders. Auch wegen der erheblichen Verzögerungen im Vorfeld sind die Kosten dafür bisher um 25 auf 181 Millionen Euro gestiegen.

Fast verschwunden ist die kleine Albertbrücke. Nach der Freigabe des ersten Teils des großen Nachbarn war die Stahlkonstruktion zwar schnell abgebaut. Doch der Pfeilerabriss hatte viel länger gedauert. Die Arbeiten waren schwieriger als erwartet. Jetzt müssen nur noch einige Wände und Fundamente beseitigt werden.

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Franz

    Am besten das zusätzliche Geländer lichtgrau streichen! Da sieht man es wenigstens nicht!

  2. Heike

    Und selbst wenn die Albertbrücke nicht bis September komplett aufmacht, sei's drum. Die Leute kamen auch so gut von A nach B die letzten Jahre. Eigentlich könnte sich die Albertbrücke zur Augustusbrücke dazugesellen und einfach autofrei bleiben.

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