erweiterte Suche
Dienstag, 19.12.2017

Abgründe

Nach 100 Jahren kehrt „Die tote Stadt“ an die Semperoper zurück.

Von Christian Ruf

Burkhard Fritz (Paul) und Manuela Uhl (Marietta). | Foto: David Baltzer / PR 
Burkhard Fritz (Paul) und Manuela Uhl (Marietta). | Foto: David Baltzer / PR 

„Die Musik zur ,Toten Stadt‘ ist ein wesentlicher Bestandteil der dramatischen Entwicklung, auch der kinomäßigen Sensation in der Steigerung des Grauens“, ließ ein Kritiker namens Eugen Thari im Dezember 1921 im Dresdner Anzeiger über die Musik zur Dresdner Erstaufführung von Erich Wolfgang Korngolds Sensationserfolg wissen. Ob des Werkes wurde der damals 23-jährige Komponist allerseits mit Ehren überhäuft, Korngold wurde neben Richard Strauss zum meistgespielten Opernkomponisten Deutschlands der 1920er-Jahre. Nach beinahe 100 Jahren kehrt das musikalisch packende Psychodrama in einer Inszenierung von David Bösch an die Semperoper zurück.

Abgrundtiefe Trauer um die verstorbene Frau

Im Fokus der Handlung steht ein Mann namens Paul, der sich in Trauer um seine verstorbene Frau Marie ergießt. Doch das Kennenlernen einer Tänzerin, Marietta, setzt sein gelähmtes Seelenleben in Bewegung: Die junge Frau wird ihm zum Spiegel seiner Sehnsüchte, sodass er auf sie eine „Wiederkehr“ seiner verstorbenen Gattin projiziert. Immer stärker zieht es Paul in verschüttete Schichten seiner Psyche. Erst das Erwachen aus einem Albtraum, in dem Paul eine Bluttat begeht, lässt ihn in der Realität ankommen.

Bunt ist die korngoldene Klangwelt mit ihrem spätromantischen Überschwang. Mal erinnert die Musik an Gustav Mahler, dann an Richard Strauss, hinzu kommt eine Operetten-Prise von Franz Lehár, dort ein Schuss Puccini, und manchmal reiten am Horizont Winnetou und Old Shatterhand vorüber. „Die tote Stadt“ und die späteren Hollywood-Filmmusiken von Korngold, der 1934 auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in die USA emigrieren musste, inspirieren bis heute Nachahmer im Soundtrack-Gewerbe.

Service:

Was: „Die tote Stadt“,

Wann: 2. & 7.1. 2018, 19 Uhr, 21.1., 18 Uhr

Wo: Semperoper, DD

Tickets: zwischen 15 und 80 Euro

Hotline: 0351 4911705

Internet: www.semperoper.de

Verlosung:

Wir vergeben einmal zwei Freikarten für die Vorstellung am 2. Januar 2018, 19 Uhr – über verlosung@augusto-magazin.de, mit Angabe von Name & Stichwort. Die Gewinner werden bereits am Donnerstag ab 12 Uhr benachrichtigt.