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Dienstag, 24.07.2012

Ab morgen Umleitungs-Marathon

Hunderte Schilder für die Baustelle und die Umleitungen an der Meißner Straße werden aufgestellt. Zwischen Radebeul-Mitte und -West wird es in den nächsten Wochen eng.

Von Peter Redlich

Es ist nach wie vor mit heißer Nadel gestrickt. Morgen früh um sieben Uhr soll alles stehen für den großen Ausbau der Meißner Straße in Radebeuls Westen. Die Bauleute stehen bereit. Sie wollen auf der Meißner Straße zwischen der Tankstelle in Radebeul-West und der Dr. Külz-Straße in Mitte die Gleise rausreißen und den Straßenbelag aufbrechen. Erstmal auf einer Fahrbahnseite.

Für die Kraftfahrer Richtung Osten und Dresden heißt das, sie haben nur eine Fahrbahn zur Verfügung und müssen immer dort, wo neue Haltestellen gebaut werden, auf die andere Seite schwenken.

Wer landwärts will (siehe Grafik), muss die neue Umleitung nehmen. Über die Paradiesstraße, die Heinrich-Zille-Straße und die Moritzburger Straße geht es Richtung Westen. Zehn Minuten mehr Fahrzeit müssen hier im Früh- und Nachmittagsverkehr eingeplant werden, sagt Ingolf Zill von der Radebeuler Verkehrsbehörde.

Am Montagnachmittag stand allerdings noch kein Absperr- oder Ausweichschild. War keine provisorische Ampel an der Moritzburger Straße und der Heinrich-Zille-Straße montiert. „Das muss alles in den nächsten Stunden, notfalls in der Nacht zum Mittwoch passieren“, so Zill. Er hat mit Experten den Umleitungsplan ausgearbeitet und die Absperrungen bestellt. Die Verzögerungen beim Genehmigungsverfahren für die große Baustelle haben zu drei Wochen Verzug geführt. Jetzt muss alles ineinandergreifen, damit es keine Winterbaustelle wird, sagt Radebeuls Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Statt Ende November, so rechnen und hoffen die Planer, wird es der 20. Dezember werden. Doch dafür muss ein Rädchen ins andere greifen.

In der Nacht zum heutigen Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch werden schon mal die Trupps der Dresdner Verkehrsbetriebe aktiv. Sie demontieren die Fahrleitungen der Straßenbahnlinie 4 zwischen der Dr. Külz-Straße in Mitte und dem Gleisdreieck in Radebeul-West. Ersatzverkehr mit Bussen rollt ja bereits seit Ende Mai und funktioniert mittlerweile ohne wesentliche Störungen.

In den nächsten Wochen soll es auf der Baustelle Schlag auf Schlag vorangehen. Geplant ist die Erneuerung von Fahrbahnen, Gehwegen und Gleisanlagen. Zum Teil werden diese im bestehenden Straßenquerschnitt neu geordnet.

Gleichfalls erneuert und dabei behindertengerecht gestaltet werden die beiden Straßenbahnhaltestellen „Gradsteg“ und „Borstraße“. Dort schwenken die Gleise im Haltestellenbereich zukünftig in Richtung Bordstein und werden erhöht. Das sind auch genau jene Abschnitte, so Ingolf Zill, wo die stadtwärts fahrenden Autos während der Bauzeit mal nach Nord und mal nach Süd schwenken müssen.

Außerhalb der Haltestellenbereiche bleiben die Gleisachsen und der Gleisabstand unverändert. Außerdem werden die Dresdner Verkehrsbetriebe zwischen der Friedsteinstraße und der Dr.-Külz-Straße – einschließlich der Gleisschleife Radebeul-West – auf einer Länge von 2300 Metern die Fahrleitungs- und Beleuchtungsanlagen auswechseln und nicht mehr benötigte Fahrleitungsmaste und Wandbefestigungen zurückbauen. Es werden Masten aufgestellt, die sowohl die Stadtbeleuchtung wie die Bahnoberleitung aufnehmen.

Mit dem Ausbauvorhaben soll sich die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer spürbar erhöhen. Neben der Erneuerung der Fahrbahnbeläge und der Gleisbereiche werden dazu vor allem die geplanten Schutzstreifen für den Radverkehr und die behindertengerecht gestalteten Haltestellen beitragen, sagen die Bauherren. Keine Flächen werden neu versiegelt, auch keine Bäume gefällt.

Jetzt jedoch muss es erstmal losgehen. Die Auftraggeber von den Verkehrsbetrieben wollen mit den Baubetrieben reden, damit diese die Tageshelligkeit möglichst voll ausnutzen. Der Termin vor Weihnachten soll unbedingt gehalten werden.