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Mittwoch, 07.12.2016

Ab Frühjahr nonstop von Leipzig nach New York

Nebenbei bekommt Sachsen die einzige deutsche Nonstop-Linie nach Pakistan.

Von Michael Rothe

Mit solchen Airbussen A 330 will PIA künftig von Leipzig nach New York düsen. Zum Auftakt fliegen Boeings B777. Foto: PIA
Mit solchen Airbussen A 330 will PIA künftig von Leipzig nach New York düsen. Zum Auftakt fliegen Boeings B777. Foto: PIA

Leipzig. Ab dem Frühjahr soll es die erste Nonstop-Flugverbindung vom Flughafen Leipzig-Halle nach New York geben. Was Mitte September durchgesickert war, nimmt konkretere Formen an. Am Dienstag präsentierten Pakistan International Airlines (PIA) und die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) die Pläne des asiatischen Carriers. „Das ist wie ein Sechser im Lotto - mit Zusatzzahl“, sagt Johannes Jähn, Chef der MFAG, zu der auch der Dresdner Flughafen gehört.

Demnach soll es je einmal pro Woche von Karachi und Lahore über Leipzig direkt in die US-Metropole und wieder zurück gehen – „mit guten Ankunftszeiten und zu verbraucherfreundlichen Preisen, die unter denen der Lufthansa liegen“, heißt es von der Airline, die keine Zahlen nennt. Und nebenbei unterhält Leipzig-Halle dann die einzige Nonstop-Verbindung von Deutschland nach Pakistan. „Wir müssen noch die eine oder andere Genehmigung einholen“, sagt Airline-Chef Bernd Hildenbrand. Es gehe aber „nur noch um das Wann und nicht mehr um das Ob“, sagt er.

Demnach legen die Langstrecken-Boeings B 777 in Leipzig-Halle einen Zwischenstopp ein, werden dort betankt und nehmen zusätzlich Fracht und Passagiere an Bord. Jähn erwartet, dass ein Drittel der 297 Plätze für Leipziger Einsteiger zur Verfügung steht. Damit nimmt die Staatsairline ihre 2013 eingestellten Deutschland-Flüge wieder auf, landet statt in Frankfurt am Main aber in Leipzig und verzichtet auf dem Weg nach New York auch auf den Halt im britischen Manchester. So würden rund 45 Minuten Transitzeit und Geld gespart, heißt es.

Neben Kostenvorteilen, hervorragender Infrastruktur und dem zusätzlichen Fracht-Potenzial dank des DHL-Drehkreuzes spielte bei der Ansiedlung der Pakistanis auch „Vitamin B“ eine wichtige Rolle. PIA-Manager Hildenbrand und MFAG-Co-Chef Markus Kopp sind alte Lufthansa -Kumpel, und Hildenbrand war 1999/2000 für die Kranich-Linie Standortleiter in Leipzig. Die Sachsen punkten auch mit effizienter Abfertigung, und sie kennen als langjährige Zwischenstation der US-Soldaten auf dem Weg in Kriegsgebiete die US-Einreisebestimmungen aus dem Effeff.

PIA darf selbst nicht direkt in die USA fliegen, sondern muss in der EU starten. Die pakistanische Fluggesellschaft mit 14 000 Beschäftigten verfügt derzeit über 38 Flugzeuge. Die meisten ihrer Maschinen hatten bis 2007 auf einer Schwarzen Liste der Europäischen Union gestanden und dort Flugverbot. „Die beanstandeten Sicherheitsmängel wurden inzwischen behoben“, versichert Airline-Chef Hildenbrand. Mehr noch: „Wir stellen uns neu auf, erweitern und verjüngen unsere Flotte mit neuen Airbussen A 330“, sagt er. Auch in Sachen Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit stünden mittlerweile Werte jenseits der 90 Prozent. Außerdem investiere Pakistan in den Schutz vor Terrorangriffen. Eine eigene Sicherheitsabteilung bewache die Maschinen, sagt Hildenbrand. 2014 war ein PIA-Airbus bei der Landung in Peshawar beschossen und eine Passagierin getötet worden. „Ich gehe von einem langfristigen Engagement aus“, sagt MFAG-Chef Jähn. Die New-York-Linie wäre nicht die erste interkontinentale Verbindung für den Flughafen Leipzig-Halle, der nächstes Jahr seinen 90. Geburtstag feiert. Von dort flogen bereits LTU, Air Berlin, Condor und Britannia nach Kuba, Sri Lanka und in die Dominikanische Republik. Airline-Chef Hildenbrand kann sich vorstellen, „noch weitere Flüge via Leipzig anzubieten“.