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Freitag, 21.04.2017

500 Pendler wollen Parkplatz erhalten

Unter der Marienbrücke sollen Autos auch weiterhin kostenlos stehen dürfen. Die Verwaltung hat andere Pläne.

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Parkende Autos unter der Marienbrücke in Dresden.
Parkende Autos unter der Marienbrücke in Dresden.

© Sven Ellger

Dresden. Es ist für Pendler die wohl bequemste Art des kostenlosen Parkens mitten in der Innenstadt. Unter den Bögen der Marienbrücke neben dem Kongresszentrum stellen viele ihre Autos ab. Einen Parkautomaten gibt es hier nicht. Die Flächen sind begehrt. Tagsüber gibt es kaum einen freien Parkplatz. Die Stadtverwaltung duldet das wilde Parken unter der Brücke.

Auch in Zukunft wollen die regelmäßigen Gäste auf dem Areal die kostenlose Fläche erhalten. Das wiederum will die Stadtverwaltung verhindern. Der Platz neben der Brücke soll ausgebaut werden. Dann werden weitere Parkautomaten aufgestellt. Die Zufahrt zu den Flächen unter den Bögen ist dann mit schweren Steinen versperrt.

In einer Petition haben sich 477 Menschen für den Erhalt des kostenlosen Parkplatzes ausgesprochen. „Die Einführung von Parkgebühren an der Marienbrücke diskriminiert ein Fortbewegungsmittel, stellt aber kein anderes – etwa den ÖPNV oder Fahrrad – besser“, heißt es in der Begründung. Die Frist zum Unterzeichnen ist bereits abgelaufen. Derzeit prüft die Stadtverwaltung, wann und ob die Petition im zuständigen Ausschuss vorgelegt wird. Bestätigen die Mitglieder die Forderung, muss der Stadtrat darüber entscheiden. (SZ/acs)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 19 Kommentare

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  1. Kalle

    477 Unterstützer sind aber wirklich nicht viel, wer hätte gedacht, dass die "Kostenlos-Parken-Lobby" so dünn aufgestellt ist? Die magere Teilnahme zeigt wohl, dass ein Großteil der Bevölkerung nichts gegen eine Parkraumbewirtschaftung hat und dass diese getrost eingeführt werden kann.

  2. Die Kathleen

    Es bleibt mir völlig schleierhaft, wieso Pendler im Zentrum kostenfrei parken müssen. Weniger zentrumsnah ist das Parken kostenfrei. Wie sieht dieBeteiligung an der städtischen Infrastruktur, wie Parkgebühren oder ÖPNV, dieser 477 aus?

  3. zugezogener

    Mich würde mal interessieren, wo die 477 Unterstützer wohnen. Pendler von außerhalb? Dresdner? Wie auch immer, kostenloses Parken im Stadtzentrum sollte für Nicht-Anwohner prinzipiell nicht möglich sein. Das befördert nur weiterhin das Autofahren in der Stadt. Mit cleverer Verkehrsraumausnutzung hat dies auch nichts zu tun.

  4. danil

    „Die Einführung von Parkgebühren an der Marienbrücke diskriminiert ein Fortbewegungsmittel, stellt aber kein anderes – etwa den ÖPNV oder Fahrrad – besser“ - Was? Kostenlose Parkplätze stellen grundsätzlich den ÖPNV schlechter, weil es in der der wirren Wahrnehmung mancher "quasi" kostenlos ist mit dem Auto zu fahren und Bahn- bzw. Busfahren kostet ja Geld. Es ist längst überfällig, ein schlüssiges Konzept für die Parkraumbewirtschaftung endlich konsequent umzusetzen. Nebenbei werden die Preise für das Parken nach 10 Jahren auch endlich an die Inflation - wie beim ÖPNV fast jedes Jahr zu spüren - angepasst. Das passt auch zum Luftreinhaltungsplan der Stadt. Nicht nur Stuttgart hat Probleme mit der Luftqualität auch in Dresden muss man über Lösungen nachdenken - einfach weiter mit dem Verbrennungs-Auto in die Innenstadt fahren geht in dem Umfang in Zukunft nicht mehr. Und da man das als Einzelperson (verständlicherweise) nicht einsieht, müssen halt Regelungen für alle her.

  5. Jens Hirche

    Ich bin entsetzt, wie verkümmert das Unrechtsbewustsein der Menschen in unserer Gesellschaft inzwischen ist. Die Grundstücke in diesem Bereich haben meines Wissens nach mindestens fünf verschiedene Eigentümer. Die Bahn, der Bund, das Wasserstraßenamt, der Freistaat und die Stadt fallen mir sofort ein. Woher nehmen Autofahrer sich das Recht, auf einem Grundstück zu parken, das eindeutig keine Verkehrsfläche ist und eindeutig nicht durch ein Schild zum Parken frei gegeben wurde? Natürlich kann man nicht erwarten, dass jeder über die Eigentumsverhältnisse Bescheid weiß, aber man sollte doch wissen, was einem nicht gehört ! Und man sollte erkennen können, was öffentlicher Verkehrsraum für Fahrzeuge ist. Dazu gehören Grundstücke nicht und übrigens auch Fußwege, Radwege oder Fußgängerzonen ausdrücklich nicht! Muss man heute Privateigentum unbedingt durch Zaun und Riegel deutlich machen ? Leider sprechen auch die SZ-Redakteure leichtfertig von einem „kostenlosen Parkplatz“.

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