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50 Jahre Stadtrecht für Gröditz

Anfang Oktober 1967 wurde der Kommune eine besondere Ehre zuteil.

07.10.2017

Stadtrecht für Gröditz
Gröditz’ damaliger Bürgermeister Willi Lehmann (l.) erhält 1967 die Ernennungsurkunde, die Gröditz zur Stadt machte.

© Repro/SZ

Gröditz. Groß gefeiert haben die Gröditzer in diesem Jahr schon, immerhin ist die Stadt vor 800 Jahren erstmals urkundlich erwähnt worden. Doch dass sich Gröditz überhaupt eine Stadt nennen darf, diese Ehre ist bedeutend jünger. Offiziell führen darf die Kommune diesen Titel seit dem 7. Oktober 1967.

Bereits zwei Tage zuvor war die Ehre vom Bezirkstag Dresden verliehen worden. In der entsprechenden Urkunde, die der damalige Bürgermeister Willi Lehmann aus den Händen des Riesaer Kreisrats-Vorsitzenden Max Weitz erhielt, heißt es – rechtschreibmäßig nicht ganz korrekt: „Die industrielle Entwicklung der Gemeinde Gröditz zum politisch-wirtschaftlichem und geistig kulturellem Zentrum veranlaßte den Bezirkstag Dresden ... zu beschließen, daß die Gemeinde Gröditz ... berechtigt ist, die Bezeichnung ‚Stadt‘ zu führen.“

Wie ein einem SZ-Bericht vom 9. Oktober 1967 zu lesen ist, lebten damals 8 000 Menschen in der Stadt. „In einigen Jahren wird sie die Einwohnerzahl von 10 000 überschreiten.“ Anfang der 1980er Jahre war es dann tatsächlich so weit.

Nach den mit der Wende verbundenen Umbrüchen sank die Einwohnerzahl der Stadt stark. Heute zählt Gröditz, das 2013 die Altgemeinde Nauwalde eingemeindet hat, rund 7 000 Einwohner, Tendenz weiterhin fallend. Sorgen um den Stadttitel muss sich die Kommune an der Röder deshalb aber nicht machen. (SZ)