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Freitag, 12.01.2018

30 neue Wohnungen

Vor drei Jahren wurde an der Paul-Neck-Straße eine Brandruine abgerissen. Jetzt investieren dort zwei Bautzener.

Von Katja Schäfer

An der Stelle, wo sich jetzt eine große Baugrube erstreckt, stand jahrelang eine Brandruine. Links im Bild ist die Paul-Neck-Straße zu erkennen.
An der Stelle, wo sich jetzt eine große Baugrube erstreckt, stand jahrelang eine Brandruine. Links im Bild ist die Paul-Neck-Straße zu erkennen.

© Uwe Soeder

Bautzen. Bauzäune und Bagger bestimmen seit einigen Tagen das Bild auf dem Gelände an der Paul-Neck-Straße in Bautzen, wo vor drei Jahren eine Brandruine abgerissen worden war. Mittlerweile erstreckt sich dort eine große Baugrube. Nachbarn und Vorbeifahrende fragen sich interessiert, was an dieser Stelle nahe der Kreuzung mit der Löbauer Straße passiert.

„Wir errichten dort ein viergeschossiges Haus mit einer großen Tiefgarage“, sagt Holm Nehrig. Zusammen mit seinem Bruder Dirk Nehrig betreibt er die HDN Immobilien-Gesellschaft, die ihren Sitz im Industriegebiet Bautzen-Nord hat.

Anspruchsvolle Konstruktion

Der Neubau bietet Platz für 30 Wohnungen sowie drei bis vier Gewerbeeinheiten. Wie die Investoren betonen, sind bis auf eine Ausnahme alle Wohn- und Schlafräume so angeordnet, dass sie nicht zur viel befahrenen Paul-Neck-Straße hin zeigen, sondern sich auf der Rückseite des Gebäudes befinden. Auf der Vorderseite liegen die Küchen und Bäder. „Das hinzubekommen war wirklich nicht so einfach“, berichtet Holm Nehrig. Das beauftrage Planungsbüro „bauplanconcept“ aus Neukirch hat es letztendlich jedoch geschafft.

So wird das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Paul-Neck-Straße/Ecke Löbauer Straße nach der Fertigstellung aussehen. Es bietet Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfraumwohnungen. Alle bekommen einen Balkon, einige sogar zwei.
© Visualisierung: Büro „bauplanconcept“ Neukirch

Alle Wohnungen bekommen nach hinten hin einen eigenen Balkon; manche sogar einen zweiten an der Küche. Die entstehenden Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfraumwohnungen sind zwischen 60 und 130 Quadratmetern groß. Die Aufteilung der Gewerbeflächen steht noch nicht im Detail fest, sodass künftige Mieter dabei ihre eigenen Vorstellungen einbringen können, soweit sie technisch umsetzbar sind. „Wir stellen demnächst vor Ort eine Bautafel auf, auf der die wichtigsten Informationen zum geplanten Gebäude und auch die Kontaktdaten für Interessenten ersichtlich sind“, kündigen die Geschäftsführer der HDN Immobiliengesellschaft an. – Das Unternehmen hat in Bautzen schon an einigen Stellen bleibende Spuren hinterlassen, zum Beispiel das ehemalige Pionierhaus Wally saniert sowie neue Wohnhäuser an der Thomas-Mann-Straße und an der Wilthener Straße errichtet. Auch außerhalb der Kreisstadt ist die Immobiliengesellschaft aktiv. Derzeit bereitet sie in Wilthen den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses im Stadtzentrum vor.

Das große Gebäude an der Bautzener Paul-Neck-Straße soll laut derzeitiger Planung in anderthalb Jahren fertig sein; also Mitte 2019. „Wir wollen mit dem Haus dafür sorgen, dass diese Ecke von Bautzen neu belebt wird“, unterstreicht Holm Nehrig. Auf dem Gelände, das jetzt wieder bebaut wird, stand einst ein ehemaliges Kasernengebäude. Vor reichlich 15 Jahren war dessen Dachstuhl bei einem Brand zerstört worden. In der Folgezeit verkam die Ruine zur Müllablagefläche. Sie diente zudem Kindern und Jugendlichen als gefährlicher Abenteuerspielplatz sowie Obdachlosen als Unterschlupf. Die Stadt Bautzen suchte lange nach den Eigentümern und bemühte sich um Kontakt zu ihnen. Nachdem die im Ausland lebenden Besitzer gefunden waren, forderte die Stadt sie auf, die Brandruine zu sichern. Da sie nicht darauf reagierten, kümmerte sich die Stadt selbst darum. Sie errichtet einen Bauzaun um das Haus und ließ Fenster und Türen in der unteren Etage zumauern.

Sanierung nicht sinnvoll

2013 kaufte schließlich die HDN Immobilien-Gesellschaft das Grundstück mit dem stark beschädigten Gebäude. Ursprünglich verfolgten die Brüder das Ziel, das Haus zu erhalten. Holm und Dirk Nehrig ließen die Bausubstanz lange und umfangreich prüfen. „Theoretisch kann man alles sanieren, aber hier wäre es wirtschaftlicher Schwachsinn gewesen“, sagten sie damals, als sie sich letztendlich doch für einen Abriss entschieden. Er erfolgte Ende 2014. Drei Jahre danach haben nun die Arbeiten für eine neue Bebauung des Geländes an der Paul-Neck-Straße begonnen.