erweiterte Suche
Mittwoch, 27.02.2013

19 Touristen sterben bei Ballonunglück in Luxor

Mit einem Ballon schweben Touristen am frühen Morgen über die malerische Nil-Landschaft. Dann reißt ein Schlauch. Gas tritt aus. Brennend stürzt der Heißluftballon auf ein Feld bei Luxor. Fast 20 Menschen sterben.

Bild 1 von 4

Eine zerstörte Gondel liegt in der Nähe von Luxor nach dem Absturz eines Heißluftballons auf einem Feld.
Eine zerstörte Gondel liegt in der Nähe von Luxor nach dem Absturz eines Heißluftballons auf einem Feld.

© dpa

  • Eine zerstörte Gondel liegt in der Nähe von Luxor nach dem Absturz eines Heißluftballons auf einem Feld.
    Eine zerstörte Gondel liegt in der Nähe von Luxor nach dem Absturz eines Heißluftballons auf einem Feld.
  • Beim Absturz eines Heißluftballons in der ägyptischen Stadt Luxor sind 19 Touristen ums Leben gekommen.
    Beim Absturz eines Heißluftballons in der ägyptischen Stadt Luxor sind 19 Touristen ums Leben gekommen.
  • Ein kaputter Gasschlauch soll das Unglück am Dienstagmorgen verursacht haben.
    Ein kaputter Gasschlauch soll das Unglück am Dienstagmorgen verursacht haben.
  • Dieses Archiv-Bild aus dem Jahr 2009 zeigt einen Heißluftballon über Luxor.
    Dieses Archiv-Bild aus dem Jahr 2009 zeigt einen Heißluftballon über Luxor.

Luxor/Berlin. Der Absturz eines Heißluftballons hat 19 Menschen im ägyptischen Touristenort Luxor das Leben gekostet. 18 von ihnen starben sofort. Die meisten Opfer waren Touristen. Einer von drei Passagieren, die sich mit einem todesmutigen Sprung aus dem brennenden Ballon retten wollten, erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Ein kaputter Gasschlauch soll das Unglück am Dienstagmorgen verursacht haben. Das berichtete das Nachrichtenportal „Al-Ahram“ unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Firma, bei der die Touristen den Ballonflug gebucht hatten.

Bei den Toten handelt es sich nach Angaben der Sicherheitsbehörden um neun chinesische Touristen, vier Japaner, zwei Franzosen, zwei Briten sowie einen Urlauber aus Ungarn. Auch eine ägyptische Reiseführerin war unter den Opfern. Die Behörden erließen für unbestimmte Zeit ein Verbot für Ballonfahrten in der Tempelstadt am Nil.

Karte

Schwere Unfälle mit Heißluftballons

1 von 8

Als Freizeitvergnügen gedachte Ausflüge mit Heißluftballons haben wie jetzt im ägyptischen Luxor schon mehrfach ein tragisches Ende genommen.

August 2012: Nahe der slowenischen Hauptstadt Ljubljana sterben beim Absturz eines Heißluftballons mindestens vier Menschen. 28 Verletzte werden in Krankenhäuser gebracht. Der Ballon mit 32 Ausflugsgästen hatte kurz vor der Landung einen Baum berührt und Feuer gefangen.

Januar 2012: Fünf Paare lösen Weihnachts-Geschenkgutscheine ein und starten nördlich von Wellington in Neuseeland mit einem Piloten zu einer Ballonfahrt. Der Ballon streift eine Stromleitung, gerät in Brand und stürzt ab. Alle elf Insassen kommen ums Leben.

April 2009: In Luxor fährt ein Heißluftballon gegen einen Mobilfunkmasten und stürzt ab. 16 von insgesamt 27 Touristen aus unterschiedlichen Nationen an Bord werden verletzt.

Februar 2008: Sieben Insassen werden verletzt, als bei starkem Wind drei Ballons mit insgesamt 60 Urlaubern an Bord über Luxor zusammenstoßen.

November 2004: Beim Absturz eines Heißluftballons in Luxor wenige Minuten nach dem Start erleiden zwei Touristen leichte Verletzungen. Weitere 22 Insassen kommen mit dem Schrecken davon.

August 2001: In der französischen Region Savoyen streift ein Ballon eine Hochspannungsleitung und gerät in Brand. Alle sechs Insassen sterben, als Gasflaschen an Bord explodieren und das Gefährt abstürzt.

Juni 1999: Beim Absturz eines Heißluftballons im Münsterland kommen alle vier Insassen ums Leben. Nach Angaben der Polizei streift der Ballon in der Nähe von Ibbenbüren eine Hochspannungsleitung und geht in Flammen auf.

Der ägyptische Ballonführer und zwei britische Touristen sprangen, während der Ballon zu Boden taumelte, aus dem brennenden Korb. Sie wurden den Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge mit schweren Verletzungen in das Internationale Krankenhaus von Luxor gebracht, wo einer der beiden Briten später starb. Der Ballonführer erlitt Verbrennungen dritten Grades.

Der Mitarbeiter der Ballonflug-Firma sagte, der Schlauch sei kurz vor der geplanten Landung in einem Dorf westlich von Luxor gerissen. Die anschließende Explosion des Gastanks habe den Ballon erst in rasender Geschwindigkeit auf eine Höhe von 400 Metern aufsteigen lassen. Danach sei der obere Teil des Ballons zerplatzt. Der Korb mit den Touristen stürzte auf ein Zuckerrohrfeld neben der Ortschaft Al-Dhabaija im Bezirk Al-Kurna. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hatte ein Seil den Schlauch, durch den das Gas strömte, beim Landemanöver beschädigt.

Luxor ist mit seinen Tempelanlagen und unterirdischen Gräbern aus der Pharaonenzeit ein Touristenmagnet. Exkursionen mit dem Heißluftballon sind sehr beliebt - allerdings gab es immer wieder schwere Unfälle. Im Frühjahr 2009 stürzte ein Ballon ab, 16 Touristen wurden verletzt. Im Februar 2008 stießen drei Heißluftballons zusammen. Damals erlitten sieben Insassen Verletzungen. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.