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Mittwoch, 06.12.2017

1500 Christstollen für die Tafel

Die Löbauer Bäckerei Schwerdtner spendet Süßes im Wert von 10000 Euro. Damit Bedürftige ein frohes Fest haben.

Von Markus van Appeldorn

Ines Gottschling von der Bäckerei Schwerdtner hilft beim Einladen der Christstollen für die Tafeln.
Ines Gottschling von der Bäckerei Schwerdtner hilft beim Einladen der Christstollen für die Tafeln.

© Bernd Gärtner

Löbau. Es duftet himmlisch an der Laderampe der Bäckerei Schwerdtner in der Löbauer Breitscheidstraße. Nach Rosinen und frisch gebackenem Hefeteig. Nach Kardamom und Mandeln. Christstollig duftet‘s. Oben an der Laderampe steht Ines Gottschling, Assistentin der Geschäftsleitung bei Schwerdtner. Mit einer Mütze auf dem Kopf gegen den Winterwind geschützt, packt sie heute selbst mit an. Eine Kiste nach der anderen, gefüllt mit Christstollen, reicht sie in den bereitstehenden Lieferwagen. Nicht ihre gewohnte Arbeit. Aber sie erledigt sie gerne. Weil sie weiß, dass sie damit vielen Bedürftigen eine Freude macht.

Die Menschen, die am Dienstagmittag hier ihre Lieferwagen an die Laderampe der Bäckerei fahren, müssen für die süße Fracht nichts zahlen. Sie kommen von der „Tafel“. Die ehrenamtliche Organisation unterstützt in ganz Sachen Tausende bedürftiger Menschen mit gespendeten Lebensmitteln – auch in Löbau und Umgebung. Weihnachten soll auch für die Ärmsten ein frohes Fest sein.

„Wir freuen uns, bedürftigen Menschen auf diese Art das Weihnachtsfest zu versüßen“, sagt Ines Gottschling. 1 500 halbe Meisterstollen spendet die Bäckerei Schwerdtner in diesem Jahr an die „Tafel“. Die Stollenspende ist im mittlerweile neunten Jahr bereits eine Tradition geworden. „Wir hoffen noch auf viele Jahre der Zusammenarbeit“, so Gottschling. Und dabei wird die Bäckerei immer spendabler. In diesem Jahr verschenkt Schwerdtner noch einmal 600 Stollen mehr als im Vorjahr. Einen Warenwert von gut 10 000 Euro repräsentieren diese 1,5 Tonnen Süßgebäck. „Die haben wir extra für die Tafeln gebacken“, sagt Ines Gottschling. Dahinter steckt tagelange handwerkliche Arbeit. Denn der Löbauer Meisterstollen ist kein maschinelles Produkt. „Sechs bis acht Fachkräfte sind mit dem Formen, Backen, Zuckern und Verpacken der Stollen beschäftigt“, informiert Jana Pfennig, Qualitätsmanagerin der Bäckerei.

Matthias Thomas, Vorstand beim Landesverband Sächsischer Tafeln, nahm die Stollen zusammen mit zwei Vertretern der Görlitzer Tafel und der Tafel Oberlausitz entgegen. „Die Bäckerei Schwerdtner wurde neulich als einer der größten Sponsoren der Tafeln von der sächsischen Sozialministerin Barbara Klepsch ausgezeichnet“, erzählt er bei der Übergabe. In den Genuss der gespendeten Stollen kämen nun sachsenweit sechs Tafeln. 500 der köstlichen Meisterstücke durfte sich die Tafel Oberlausitz aufladen. Die betreibt Ausgabestellen in Löbau, Ebersbach, Zittau und Niesky. Frank Grübe von der Oberlausitzer Tafel erklärte, wie die Stollen nun an bedürftige Menschen verteilt werden. Hauptsächlich geschieht das im Rahmen von Weihnachtsfeiern mit den Kunden der Tafel. Dort erhalten die Menschen eine Tüte mit einem der Stollen und anderen weihnachtlichen Leckereien. „Am 20. Dezember laden wir unsere Löbauer Tafel-Kunden um 15 Uhr in die Behindertenwerkstatt an der Weißenburger Straße ein“, sagt Frank Grübe. Bereits an diesem Freitag finde eine Weihnachtsfeier in Niesky statt und am 14. Dezember um 15 Uhr im Gemeindehaus der Katholischen Kirche in Zittau.

Und wer weiß, vielleicht sind dann sogar noch einige Christstollen übrig. Aber auch dafür gibt‘s dankbare Abnehmer. „Die restlichen Stollen verteilen wir bei der normalen Warenausgabe am 23. Dezember“, sagt Frank Grübe.