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Dienstag, 20.06.2006

120 Granaten lagen im Bach: Gestern wurden sie gesprengt

Von Jens Korch

BAD SCHLEMA - Nicht auszudenken, was da hätte passieren können. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat gestern im Erzgebirge nach vergrabener Munition gesucht - und wurde in gewaltiger Größenordnungen fündig. Satte 120 Panzergranaten entdeckten die Experten. Jede einzelne von ihnen ein tödliches Relikt aus dem 2. Weltkrieg.

Fundort: Ein seit Jahren leer stehendes Areal neben dem Flüsschen Schlema im gleichnamigen Kur-ort. „Die Splitterwirkung dieser Granaten ist in einem Umkreis von 100 Metern tödlich“, weiß Holger Klemig vom Entschärfungsteam, das aus Dresden angereist war. Eine Erschütterung, etwa durch Fußgänger, hätte als Auslöser gereicht. Doch die Bad Schlemaer hatten Glück: Trotz der langen Zeit, in der die Granaten dort gelegen haben, ist die Stadt von einer Katastrophe verschont geblieben.

Weil bei Baggerarbeiten am Bachbett schon im April zwei Granaten gefunden worden waren (Morgenpost berichtete), war für gestern ein neuerlicher Suchtermin angesetzt worden. Schon am Morgen wurden die Experten fündig. Die 120 Granaten, alle Kaliber 8,8 Zentimeter, waren offenbar von deutschen Truppen beim Rückzug am Ende des Krieges vergraben worden.

Bis zum Nachmittag lag das Leben im Umkreis des Fundorts lahm. Die Munition musste kontrolliert gesprengt werden, ein Abtransport wäre zu gefährlich gewesen. Vorsorglich hatte die Polizei ein Wohnviertel evakuiert und ganze Straßenzüge für den Verkehr gesperrt.