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Sonntag, 04.12.2005

10 000 Unterschriften gegen Palast-Abriss

Berlin - Das Bündnis für den Palast der Republik in Berlin hat mehr als 10 000 Unterschriften gegen den geplanten Abriss des Hauses aus DDR-Zeiten gesammelt. Am kommenden Dienstag sollen die Protest-Listen in der Parteizentrale der Grünen an Bundesvorsitzende Claudia Roth übergeben werden, teilte das Bündnis für den Palast am Samstag mit. Roth ist Mitglied im Kulturausschuss des Bundestages. Mit dem symbolischen Akt solle das Anliegen tausender Bürger in das Blickfeld der Politik gerückt und der Forderung nach einem Abrissmoratorium Nachdruck verliehen werden, hieß es.

Der Bundesvorstand der Grünen hatte den vorläufigen Verzicht auf einen Abriss des Palastes in Berlin-Mitte gefordert. Entsprechende Anträge der Grünen und der Linkspartei wurden Ende November vom Bundestag nach kontroverser Debatte in die Ausschüsse verwiesen. Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD hatten auf die „klare Beschlusslage“ des Parlaments zum Abriss des Palastes, in dem früher die DDR-Volkskammer tagte, und zum späteren Wiederaufbau des Stadtschlosses verwiesen. Mit dem Abriss soll laut Berliner Bauverwaltung im Januar begonnen werden. Das Bündnis für den Palast appellierte am Samstag auch auf dem Parteitag der Berliner Linkspartei an die rot-rote Koalition, die Vergabe des Abrissauftrages zu verhindern.

An diesem Donnerstag soll in einem Pressegespräch der Akademie der Künste eine Bilanz zu der dreijährigen Zwischennutzung des Palastes gezogen werden. Die Akademie will auch Stellung nehmen zu dem Streit um das symbolträchtige Gebäude. (dpa)