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Sonntag, 23.12.2012

Google will Super-Smartphone bauen

12,5 Milliarden Dollar hat Google für den schwächelnden Handy-Pionier Motorola bezahlt - offiziell, um sein Betriebssystem Android mit dessen Patentarsenal vor Klagen zu schützen. Jetzt arbeitet Motorola auch an einem Smartphone, das die Rivalen das Fürchten lehren soll.

 Google entwickelt bei seiner neuen Tochter Motorola laut einem Zeitungsbericht ein Super-Smartphone. Foto: dpa
Google entwickelt bei seiner neuen Tochter Motorola laut einem Zeitungsbericht ein Super-Smartphone. Foto: dpa

New York. Google entwickelt bei seiner neuen Tochter Motorola laut einem Zeitungsbericht ein Super-Smartphone. Es soll die neuesten Modelle von Apples iPhone und Samsungs Galaxy-Reihe in den Schatten stellen. Das Projekt «X phone» stoße jedoch auf diverse Probleme, schrieb das «Wall Street Journal» am Wochenende.

Die Idee war von Anfang an, das Gerät mit den bestmöglichen Technologien auszustatten. So sollte die Kamera zum Beispiel eine bessere Farbsättigung und eine Software für Panorama-Aufnahmen bekommen. Allerdings sei festgestellt worden, dass einige Funktionen einen zu hohen Stromverbrauch hätten oder bereits von den Konkurrenten umgesetzt worden seien, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Außerdem sei Motorola auf Probleme gestoßen als versucht worden sei, biegsame Bildschirme und Keramik als Gehäuse-Material auszuprobieren. Es handele sich nach Darstellung von Beteiligten aber um normale Schwierigkeiten bei der Entwicklung neuer Geräte.

Das Projekt genießt Rückendeckung von ganz oben. Google-Chef Larry Page habe das Motorola-Team ermutigt, «groß zu denken», hieß es. Nach dem Smartphone solle auch ein «X tablet» entwickelt werden. Außerdem werde bei Motorola auch an einfacheren Smartphones gearbeitet. Das Blog «Android Central» berichtete zudem, das «X phone» solle eine weiterentwickelte Sprachsteuerung bekommen. Google hat seine Smartphone-Vision bisher in Geräten der Nexus-Serie verwirklicht, die abwechselnd von verschiedenen Partner-Herstellern gebaut wurden.

Google hatte 12,5 Milliarden Dollar für Motorola bezahlt. Als vorrangiges Ziel wurde genannt, das Google-Betriebssystem Android vor Patentklagen der Konkurrenz zu schützen - der seit Jahren schwächelnde Handy-Pionier hat ein riesiges Arsenal an Schutzrechten. Allerdings ging diese Strategie nur teilweise auf: Weil ein großer Teil der Patente zum Grundstock von Standards gehört, riefen Motorola-Klagen Regulierer auf den Plan, die dem Verdacht eines Missbrauchs der Marktposition nachgehen. Google fuhr die Klagen mit Standard-Patenten inzwischen zurück.

Ein eigenes Super-Smartphone aus dem Hause Google könnte das Verhältnis zum wichtigsten Android-Partner Samsung belasten, wenn es eine Version des Betriebssystems mit raffinierteren Funktionen bekommen sollte. Die Südkoreaner sind die klare Nummer eins bei Computer-Handys und Google sollte sie allein schon deshalb nicht verärgern. Schon seit einiger Zeit wird spekuliert, Samsung könnte auf Basis seiner Marktmacht auf ein eigenes Betriebssystem setzen. (dpa)

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