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Donnerstag, 17.08.2017

Gericht: Werbeblocker im Internet bleiben erlaubt

Internet-Werbeblocker sind vielen Medienunternehmen ein Dorn im Auge, die mit Anzeigen Geld verdienen. Nun hat ein Gericht den Einsatz des umstrittenen Adblockers des Kölner Unternehmens Eyeo erneut für zulässig erklärt.

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„AdBlock Plus“ ist eine oft gegen Werbung auf Internetseiten eingesetzte Software.
„AdBlock Plus“ ist eine oft gegen Werbung auf Internetseiten eingesetzte Software.

© dpa

München/Köln. Im Kampf gegen ein Programm, das Werbung im Internet blockiert, haben mehrere Medienunternehmen erneut eine Niederlage erlitten. Wie das Münchner Oberlandesgericht am Donnerstag in drei Fällen entschied, darf das Kölner Unternehmen Eyeo seinen umstrittenen Werbeblocker AdBlock Plus weiter anbieten. Geklagt hatten die „Süddeutsche Zeitung“, ProSiebenSat.1 und die RTL-Tochter IP Deutschland. Sie werfen Eyeo einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor und hatten Schadenersatz verlangt.

Laut der Urteile darf Eyeo weiterhin auch das kostenpflichtige Whitelist-Modell verwenden. Gegen eine Gebühr bietet Eyeo den Betreibern an, die Internetseiten auf einer sogenannten Whitelist zu registrieren, damit Anzeigen trotz aktiviertem Werbeblocker eingeblendet werden. Auch für diese Geschäftspraktik hatten die Kläger ein Verbot gefordert.

Der Ansicht der Richter zufolge übt Eyeo keinen unzulässigen Druck auf die Medienunternehmen auf. Auch handle es sich bei dem Geschäftsmodell nicht um verbotene aggressive Werbung oder einen Verstoß gegen das Kartellrecht.

Zuvor hatte bereits das Münchner Landgericht die Forderungen der Kläger abgelehnt. Dagegen gingen die drei Firmen in Berufung. Die Anwälte der „Süddeutschen Zeitung“ und von Eyeo kommentierten das OLG-Urteil im Anschluss an die Verkündung nicht. Die anderen Parteien waren nicht vertreten.

Mit AdBlock Plus hatten sich in der Vergangenheit bereits Gerichte in München, Hamburg und Köln beschäftigt. Zu den Klägern gehörten beispielsweise „Spiegel Online“ und der Medienkonzern Axel Springer. In allen Fällen erklärten die Richter das Programm für legal. Springer hatte vor gut einem Jahr vor dem Oberlandesgericht Köln zumindest erreicht, dass das Geschäftsmodell des „Whitelisting“ für unzulässig erklärt wurde. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 7 Kommentare

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  1. Richtig so!

    Solange einige Seitenbetreiber so maßlos viel "Werbung" zulassen, dass man vor lauter "Werbung" den eigendlichen Inhalt nicht mehr sieht, ist es leider nicht mehr möglich, ohne Werbeblocker ins Netz zu gehen. Die Vereine, die sich darüber am lautesten beschweren, gehören dabei allerdings auch zu den Schwarzen Schafen. Außerdem hält man sich mit AdBlock Plus auch ziemlich wirkungsvoll lästigen "Beifang" (Viren und Trojaner) vom Leib. Mein G-Data muss nur seeehr selten eingreifen.

  2. ronny

    Die Verwendung vo AdBlockern ist Selbstverteidigung. Es gibt zahlreiche dokumentierte Fälle wo über Adserver Schadcode ausgeliefert wurde. Das Seitenübergreifende Usertracking ist der nächste wunde Punkt. Hier hilft ein Scriptblocker. Leider steigt die Zahl der unbedarften "Ich hab doch nichts zu verbergen" User ständig weiter. Auch der Onlineauftritt der SZ macht hier leider keine Ausnahme. Auf meinem, auf hohem Niveau abgesicherten Arbeitsplatzrechner ist die Nutzung des SZ-Onlineangebotes nicht möglich. Ständig hängt sich die Seite völlig auf weil ein als bedenklich eingestuftes Script von einem Fremdserver nicht geladen werden kann. Auch hier ist die Filterliste lang wie der Kassenbon beim Monatseinkauf. Bei jedem Abruf des SZ-Onlineangebotes greifen folgende Dienste auf meinen Browser zu: ligatus.de, teads.tv, nativendo.de, facebook.net, veeseo.com, chartbeat.com, plista.com, outbrain.com, oms.eu, doubleklick.net, ioam.de, google-analytics.com, google.com

  3. Lutz

    @2 ich hab grad diese Kommentar-Seite hier offen.. weitere Scripts, die meinen PC "belästigen" möchten: idalabs; Yieldlab; gstatic; rackcdn; visualrevenue; bf-ad;contentpass und noch diverse google Seiten. Ich frag mal die SZ, was das soll? Seriös ist das nicht! Die SZ selbst und dazugehörige Seiten gebe ich gern frei, aber die Datenkraken haben in meinen Systemen Hausverbot.

  4. ronny

    So wird heute Geld verdient. Für diesen Zugriff zahlen die Datensammler. Wie hat der Springer Verlag doch so schön gesagt: "Das Kerngeschäft des Verlages ist die Vermarktung von Werbung. Journalistische Inhalte sind das Vehikel, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen." Damit wird auch klar warum Springer und Konsorten keine Kosten und Mühen scheuen die AdBlocker wegzuklagen. Es geht nicht mehr um journalistische Inhalte, das sind eh meist nur abgeschriebene Agenturmeldungen. Hier geht es nur noch ums Geschäft.

  5. Stefan E.

    "Sehr schön" ist auf die Nutzer der mobilen Website von SZ-Online (m.sz-online.de). Da hat man in den Bildern Werbung, im Text muss man dann größere Anzeigen wegscrollen und automatisch ablaufende Videos gibt es natürlich auch. Wie die Vorredner schon schreiben, da muss sich die SZ (auch) massiv an die eigene Nase fassen. Es ist klar, dass so eine Website auch Kosten verursacht, aber mittlerweile beschleicht einen wirklich das Gefühl, dass die Inhalte nur ein notwendiges Übel sind um die Werbung unterzubringen. Kann man eigentlich SZ-Online auch kostenpflichtig nutzen und dafür eine werbefreie (!) Version der Website nutzen. Die dann entsprechend ohne die ganze Fremdserver usw. auskommt, also "nur" die eigentlichen Inhalte. Genau dieses Angebot ist es, wofür sicher nicht wenige Nutzer auch Geld bezahlen würden. Warum ist Google wohl mit der Suchmaschine seit nunmehr fast 20 Jahren so erfolgreich. U.a. weil man sich da auf die Kernfunktion konzentriert und nicht ein überladenes Portal.

  6. Wolfgang E.

    Gerade für SZ-online wäre dieser Werbeblocker gut zu gebrauchen. Die Seite braucht aufgrund der völlig überbordenden Werbung von fast allen Online-Medien am längsten zum Aufbau. Die Seite an sich ist mit nerviger Werbung aller Art überfrachtet. Die Information scheint hier nur Mittel zum Zweck (der Werbung) zu sein. Selbst beim Nutzen von Links auf dieser Webseite wird oftmals erst Werbung eingeblendet, die erst weggeklickt werden muss.

  7. PS

    Der Kritik der vorangehenden Kommentare schließe ich mich weitgehend an. Ohne Adblocker würde ich wahrscheinlich sz-online nicht mehr lesen. Natürlich muss eine Zeitung auch Geld verdienen - aber man kann es eben auch übertreiben. Und dabei bin ich doch ein ZAHLENDER Leser - bekomme dennoch den ganzen Mist den ich NICHT WILL. Und trotz Adblocker und Noscript darf ich mich des Öfteren ärgern über amoklaufende scripte, die den ganzen Computer blockieren. Wenn man soviel Werbung und scripte hat und das alles derart kompliziert ist - dann ist es kein Wunder dass offenbar auch keine Fachleute mehr den vollen Überblick haben. / Übrigens - warum brauchen wir überall superschnelles Internet? Wohl deshalb, weil für jedes Kilobyte Nutzinformation das Tausendfache an Geschwurbel übertragen wird - und zwar vorrangig vor der Nutzinformation. Schöne neue Welt.

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