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Mittwoch, 17.05.2017

Bahndamm-Radweg soll wachsen

Die Idee für den weiteren Ausbau nach Großpostwitz ist schon ein paar Jahre alt. Nun gibt es Hoffnung, dass daraus auch etwas wird.

Von Madeleine Siegl-Mickisch

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Von der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Großpostwitz und Löbau sind schon einige Abschnitte zu einem Radweg geworden. Nun soll eine Lücke geschlossen werden.
Von der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Großpostwitz und Löbau sind schon einige Abschnitte zu einem Radweg geworden. Nun soll eine Lücke geschlossen werden.

© Archivfoto: Rafael Sampedro

  • Von der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Großpostwitz und Löbau sind schon einige Abschnitte zu einem Radweg geworden. Nun soll eine Lücke geschlossen werden.
    Von der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Großpostwitz und Löbau sind schon einige Abschnitte zu einem Radweg geworden. Nun soll eine Lücke geschlossen werden.

Großpostwitz. Der Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke durchs Cunewalder Tal erfreut sich großer Beliebtheit. Auf 15 Kilometern kann man auf landschaftlich schön gelegener Strecke abseits des Autoverkehrs gemütlich von der Stadt Löbau bis nach Halbendorf/Gebirge an der B 96 radeln. Geht es nach der Gemeinde Großpostwitz, könnten in absehbarer Zeit noch rund zwei Kilometer dazukommen. Denn auf der anderen Seite der B 96 verläuft der Bahndamm der stillgelegten Strecke ja weiter .

Eigentlich hatte manch Großpostwitzer gehofft, schon 2012 von seinem Heimatort aus auf einem durchgängigen Radweg bis nach Löbau, wo damals die Landesgartenschau stattfand, fahren zu können. Denn schon als die Planung für die Strecke durch Cunewalde angekurbelt wurde, machte sich die Gemeinde Großpostwitz auch für den Ausbau des Abschnittes westlich der B 96 stark. Doch während zwischen Halbendorf und Löbau ein Teilstück nach dem anderen ausgebaut wurde und der Radweg auf dieser Strecke seit Sommer 2015 durchgängig befahrbar ist, tat sich in die andere Richtung nichts. „Alle Versuche, den Freistaat zum weiteren Ausbau zu bewegen, sind gescheitert“, blickt der Großpostwitzer Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) zurück. Zwar hatte der Gemeinderat schon 2009 beschlossen, dass Großpostwitz sich den Hut für die Planung dieses Abschnitts aufsetzt. Im Zuge dessen wurde damals unter anderem schon leidenschaftlich darüber diskutiert, ob eine Brücke über die Spree ein Dach aus Holz bekommen soll oder nicht. Aber weil die Finanzierung offenblieb, verschwanden die Pläne schließlich in der Schublade.

Nun sieht Lehmann aber eine Chance, sie doch noch zu verwirklichen. Die gut zwei Kilometer lange Strecke bis zur Straße nach Rodewitz sei mittlerweile vom Freistaat ins überregionale touristische Radwegenetz aufgenommen worden – eine wichtige Voraussetzung, um Fördermittel für den Ausbau beantragen zu können. Deshalb will Großpostwitz nun einen neuen Anlauf unternehmen und die Planung vorantreiben. Dafür muss die Gemeinde aber auch die Stadt Schirgiswalde-Kirschau, über deren Territorium mehr als die Hälfte der Strecke verläuft, mit ins Boot holen. So hat der Gemeinderat jetzt beschlossen, eine Vereinbarung mit der benachbarten Stadt abzuschließen. Bis Jahresende soll die Planung dann so weit gediehen sein, dass Fördermittel beantragt werden können. Eventuell wäre dann ein Baubeginn ab 2018 möglich.

Die Vorstellung, eines Tages auch auf Großpostwitzer Flur auf dem alten Bahndamm radeln zu können, kam im Gemeinderat gut an. Uwe Klaus (Freie Wähler) beispielsweise sieht das als eine gute Alternative zum Radweg entlang der B 96 durch Eulowitz. Dort sei das Radfahren kein Vergnügen. Ein Blick auf die Karte ließ manchen sogar noch weiter träumen. So wurde vorgeschlagen, den Radweg doch von der Straße nach Rodewitz aus gleich noch weiter bis zum Großpostwitzer Bahnhof zu führen. Doch das ist allenfalls Zukunftsmusik. Zwar rollen auch in Richtung Wilthen seit Jahren keine Züge mehr. Doch bisher ist diese Strecke immer noch für den Zugverkehr gewidmet.