Junge Szene Freital
Donnerstag, 16. August 2007
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Full Metal Pferdeweide
Von Stefan Brieger
Am 7. und 8. September wird es auf den Wilsdruffer Feldern wieder laut: Die Rocknacht steht an.
Zwischen transformierenden Autos, verrückten Piraten und Narbengesicht Harry tummeln sich seit einiger Zeit ganz untypische Leinwandhelden in den deutschen Kinos. Gestern Abend erst war auf der Großbühne am Dresdner Elbufer zu beobachten, wie diese meist langhaarigen, in schwarze Trachten gehüllten Protagonisten ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein für ein paar Tage zum Walhalla der musikalischen Schwerindustrie umkrempeln. „Full Metal Village“ heißt jener Streifen, der erklärt, warum die Bevölkerung des eigentlich so beliebigen Örtchens Wacken einmal im Jahr um 70000 Menschen wächst. Anlass: Das weltgrößte Metal-Festival, mitten im Land der Bauern.
Treffpunkt: „Nackscher Arsch“
Zugegeben, ganz so weit hat es die Wilsdruffer Rocknacht noch nicht gebracht. Es gibt keine Kinofilme, die erwarteten 1000 Besucher steigern das Sozialprodukt der Stadt nur unerheblich, und Slayer wird hier wohl nie spielen.
Trotzdem gibt es eine große Ähnlichkeit: Auch die Rocknacht bettet ihre Bühne in ein, nun ja, landwirtschaftliches Umfeld. „Nennen wir es außergewöhnliches Ambiente“, sagt Andreas Däßler, Chef des organisierenden Rock-and-More-Vereins. Konkret ist es eine Pferdeweide außerhalb der Stadt, am „Nackschen Arsch“, wie man in Wilsdruff sagt. Zwei Tage lang dürfen hier jährlich am ersten September-Wochenende die Graswurzeln massiert werden. Und das nicht nur von langhaarigen Besuchern mit ihren schwarzen Stiefeln. „Wir wollen ein vielseitiges und gemischtes Musikangebot, in dem sich verschiedene Stile wiederfinden“, erklärt Däßler.
Ob Ska, Blues oder „Heavy Rock for Big Pants“, wie ihn die Band „Mainmachine“ in diesem Jahr verspricht – akustische Vielfalt ist seit jeher Markenzeichen der Rocknacht. Zweiter Schwerpunkt: Den Bands aus der Umgebung unter die musizierenden Arme zu greifen. 2007 aber fehlt der Aufdruck „Local Heroes“ auf dem Flyer.
Daran, so erklärt Däßler, sind die Musiker selbst schuld. „Leider hat sich keine der hier in der Region ansässigen Bands beworben. Im nächsten Jahr soll das aber wieder anders sein.“
Das muss man live erleben!
Einfach war die Bandauswahl trotzdem nicht. Rund 300 Demoaufnahmen landeten beim Rock-and-More-Verein, sieben Haupt- und diverse Schülerbands haben es ins Programm geschafft. Eine Hauptgruppe, oder wie man beim „Wacken“ sagen würde, einen Headliner, gibt es nicht. Die Auflistung auf den Plakaten ist rein zufällig.
„Wer wann spielt, entscheidet sich erst kurz vorher“, so Däßler. Anhand der eingeschickten Demo-Bänder lasse sich meist sowieso nicht auf die Qualität der Künstler schließen. „Oft war ich schon überrascht über Bands, mit deren Musik ich von der CD her wenig anfangen konnte“.
Die ganz großen Namen werden aber auch in Zukunft nicht in Däßlers Planungen auftauchen. „Nicht nur, dass unbekannte Bands meist genau so gut spielen – berühmte Gruppen kosten einfach auch deutlich mehr.“ Als kleines, regionales Festival gefalle sich die Rocknacht gut. „Mehr wollen wir gar nicht“, sagt Däßler. Zumal der bisherige Kurs auch wirtschaftlich in sichere Häfen geführt habe – nicht zuletzt dank der vielen freiwilligen Helfer (siehe Kasten).
Viel Rock zum kleinen Preis
Die ermöglichen auch den wohl konkurrenzlos günstigen Eintrittspreis – wer zwölf Euro zahlt, darf alle Bands sehen und sogar sein Zelt aufschlagen. „Wenn man bedenkt, wie viel alleine eine Karte fürs Kino kostet, stehen wir damit gut da“, sagt Däßler. Und selbst beim „Wacken“ gibt es die wahre Atmosphäre schließlich nur live, nicht vorm Bildschirm.
Treffpunkt: „Nackscher Arsch“
Zugegeben, ganz so weit hat es die Wilsdruffer Rocknacht noch nicht gebracht. Es gibt keine Kinofilme, die erwarteten 1000 Besucher steigern das Sozialprodukt der Stadt nur unerheblich, und Slayer wird hier wohl nie spielen.
Trotzdem gibt es eine große Ähnlichkeit: Auch die Rocknacht bettet ihre Bühne in ein, nun ja, landwirtschaftliches Umfeld. „Nennen wir es außergewöhnliches Ambiente“, sagt Andreas Däßler, Chef des organisierenden Rock-and-More-Vereins. Konkret ist es eine Pferdeweide außerhalb der Stadt, am „Nackschen Arsch“, wie man in Wilsdruff sagt. Zwei Tage lang dürfen hier jährlich am ersten September-Wochenende die Graswurzeln massiert werden. Und das nicht nur von langhaarigen Besuchern mit ihren schwarzen Stiefeln. „Wir wollen ein vielseitiges und gemischtes Musikangebot, in dem sich verschiedene Stile wiederfinden“, erklärt Däßler.
Ob Ska, Blues oder „Heavy Rock for Big Pants“, wie ihn die Band „Mainmachine“ in diesem Jahr verspricht – akustische Vielfalt ist seit jeher Markenzeichen der Rocknacht. Zweiter Schwerpunkt: Den Bands aus der Umgebung unter die musizierenden Arme zu greifen. 2007 aber fehlt der Aufdruck „Local Heroes“ auf dem Flyer.
Daran, so erklärt Däßler, sind die Musiker selbst schuld. „Leider hat sich keine der hier in der Region ansässigen Bands beworben. Im nächsten Jahr soll das aber wieder anders sein.“
Das muss man live erleben!
Einfach war die Bandauswahl trotzdem nicht. Rund 300 Demoaufnahmen landeten beim Rock-and-More-Verein, sieben Haupt- und diverse Schülerbands haben es ins Programm geschafft. Eine Hauptgruppe, oder wie man beim „Wacken“ sagen würde, einen Headliner, gibt es nicht. Die Auflistung auf den Plakaten ist rein zufällig.
„Wer wann spielt, entscheidet sich erst kurz vorher“, so Däßler. Anhand der eingeschickten Demo-Bänder lasse sich meist sowieso nicht auf die Qualität der Künstler schließen. „Oft war ich schon überrascht über Bands, mit deren Musik ich von der CD her wenig anfangen konnte“.
Die ganz großen Namen werden aber auch in Zukunft nicht in Däßlers Planungen auftauchen. „Nicht nur, dass unbekannte Bands meist genau so gut spielen – berühmte Gruppen kosten einfach auch deutlich mehr.“ Als kleines, regionales Festival gefalle sich die Rocknacht gut. „Mehr wollen wir gar nicht“, sagt Däßler. Zumal der bisherige Kurs auch wirtschaftlich in sichere Häfen geführt habe – nicht zuletzt dank der vielen freiwilligen Helfer (siehe Kasten).
Viel Rock zum kleinen Preis
Die ermöglichen auch den wohl konkurrenzlos günstigen Eintrittspreis – wer zwölf Euro zahlt, darf alle Bands sehen und sogar sein Zelt aufschlagen. „Wenn man bedenkt, wie viel alleine eine Karte fürs Kino kostet, stehen wir damit gut da“, sagt Däßler. Und selbst beim „Wacken“ gibt es die wahre Atmosphäre schließlich nur live, nicht vorm Bildschirm.







