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AugustoJahresheft2014

9 haben, die man nachsuchen muss“. Also angeschossene Tiere, die ins Unterholz verschwunden sind und von Schweißhunden gesucht werden müssen. Schweiß steht für Blut, und suchen dürfen die Hunde erst nach der Jagd, sonst wäre das Herumstöbern trotz ihrer orangen Signalwesten zu gefährlich. Um die 70 Jäger sind der Einladung des Sachsenforstes gefolgt und haben mittlerweile ihre Hochsitze gefunden. Aus der Ferne sind erste Schüsse zu hören. Mit der Zeit verdichten sie sich zu einer Spur: Offensichtlich laufen mehrere Tiere in großem Bogen seitlich durch den Wald. Auf der Hofewiese lässt sich niemand blicken, nichts mit Schalen, und auch kein Waschbär, Marderhund oder Fuchs, die auch ein Ziel abgäben. Das letzte Heide-Muffel ist bereits im Januar 2013 vor eine Büchse gelaufen – ein Beitrag zum Waldumbau, den der Sachsenforst seit 1992 intensiv betreibt. Die Muffel stammen eigentlich aus Korsika und Sardinien und wurden zu DDR-Zeiten ausgewildert, doch ihre felsgewöhnten Hufe verwuchsen auf der weichen Erde der Heide. Außerdem schälten und verbissen sie mit Hingabe die jungen Buchen, Eichen und Weiß tannen. Doch gerade diese Bäume sollen die Kiefern- und Fichtenmonokulturen der Vergangenheit ersetzen, die gern von Borkenkäfern befallen werden und Trockenperioden schlecht überstehen. Aus Sicht des Forstbezirksleiters Biernath, der den Wald eher unter wirtschaftlichen als romantischen Gesichtspunkten betrachtet, muss er jetzt für den Holzeinschlag der nächsten und übernächsten Generation sorgen. Wenn jedoch Wildschweine so zahlreich auftreten, dass sie auf der Suche nach Käfern und Würmern jede Neupflanzung zerwühlen, Hirsche und Rehe erbarmungslos sämtlich Pflanzlinge abfressen, dann gehört ihre Bejagung zu den ureigensten Aufgaben einer Forstwirtschaft. Zumal das durch und durch natürlich gewachsene Fleisch ja auch zu den Walderträgen gehört. In der Dresdner Heide werden durchschnittlich 10 Rothirsche, 180 Rehe und 115 Wildschweine im Jahr erlegt und Fleischereien, Gastronomien oder Privatleuten verkauft. Der Erlös des Wildbrets kommt dem Freistaat zu Gute. Das Kilo Wildbret kostet zwischen 3,50 und 5,00 Euro - wenn das ganze Tier genommen wird. Mit Fell. Warten auf den Schuss Nicht im Preis enthalten sind die drei Stunden auf dem Hochsitz, die zu keinem Schuss geführt haben. Nach dem Hasen ist nur noch ein gut gelaunter Jagdhund durchs Unterholz gewetzt, dann gar nichts mehr. Zwei erfolgreichere Jäger von benachbarten Hochsitzen laden ihre Ausbeute in Pickups, um sie zur Strecke zu bringen: So nennt sich das Karree aus ausgelegtem Fichtengrün auf der Hofewiese, auf dem Forstmitarbeiter nach und nach zwei Hirschkühe, 13 Wildschweine und elf Rehe aufreihen. Die junge Forstinspektor-Anwärterin Mandy Köppel ging ebenfalls leer aus. Ihr erstes Tier will sie mit einem ganz sicheren Schuss erlegen, und diese Gelegenheit bot sich diesmal eben nicht. Die 29- Jährige durchläuft gerade ihre Ausbildung für den gehobenen Forstdienst. Am liebsten würde sie im Anschluss Revierförsterin werden. Der Umgang mit einem Gewehr gehört genauso dazu, wie das Ausweiden der erlegten Tiere. Mehr als eine Berufskrankheit ist die Freude über einen Wildschweinsauerbraten: Zart und mager und mit dem Geschmack eines wilden Lebens zwischen Fichten, Birken und Hofewiese. ! ! ! ! festung königstein Das neue Weihnachts-Spektakel vom 07.11.2014 bis 12.01.2015 Vorhang auf ! Für unser neues Weihnachtsspektakel „In den Kasematten“ der Festung Königstein: Lassen Sie sich in die glanzvolle, schillernde Welt der Zaren entführen und erleben Sie den legendären Festungskommandanten und seine russischen Gäste bei einem märchenhaften Weihnachtsfest der spektakulinarischen Art. 4-Gänge-Schlemmermenü mit weihnachtlichem Akzent Programm mit Gauklern, Bands, Artisten & der Eisprinzessin Einzigartiges Dessertbüfett auf dem Weihnachtsmarkt Funken sprühende Feuer- und Lichtershow im Kasemattenhof ab 59,– € Tickethotline: 035021 64 444 info@festung.com www.festung.com MIT BUSTRANSFER U.A. AB/AN DRESDEN, HEIDENAU, PIRNA, CHEMNITZ, COTTBUS & LEIPZIG Dr. Markus Biernath bläst auf dem Clewingschen Horn. Sein Vorteil: Es passt auch in die Jackentasche. Fotos: Mirko Jörg Kellner (4)


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