Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Mittwoch, 17. Dezember 2008

Erste Chronik über Kamenzer Sportfliegerei fertiggestellt

Von Reinhard Kärbsch


Die Autoren Günter Lippar und Erhard Rosenkranz haben es vollbracht! Ihre umfangreiche und detaillierte Chronik über die Kamenzer Sportfliegerei und deren Akteure liegt vor. Sie hat 53 große Seiten, 130 Fotos, sieben Abbildungen, sechs Dokumente und Skizzen sowie vier Karikaturen. Dem Text angefügt sind eine Aufstellung aller im Vereinsbetrieb von 1952 bis 2007 genutzten Segelflugzeuge, Biografisches von Oskar Knofe, Arno Vogel und Johannes Höntsch, die wesentlich die Kamenzer Sportfliegerei mitprägten, sowie eine Anekdotenseite.

Eigene Dokumentensammlung

Und nur Lippar und Rosenkranz, selbst Segelflieger in den 30er beziehungsweise 50er Jahren geworden und bis heute mit diesem Sport eng verbunden, konnten diese historischen Fakten zusammentragen, ordnen, bewerten – und aufschreiben. Eine wesentliche Quelle waren dabei ihre eigenen Sammlungen an Dokumenten und Fotografien über diese ziemlich einmalige Fliegergeschichte. So sind die Segelflieger ausführlich beschrieben, die bis heute den hiesigen Flugsport dominieren. Zahlreiche Leistungen, einschließlich der Rekordflüge, sind aufgeführt. Auch die Totalverluste und der eine Tote am 7. Mai 1964. Fast nichts haben Lippar und Rosenkranz vergessen. Was allerdings fehlt, sind die Namen derjenigen, die gegen die häufigen Flugsperren und Sicherheitsüberprüfungen mit Austritt protestierten. Das waren 1979 Fliegerclub-Chef Arnold Bock und seine Mitstreiter Horst Kny, Klaus Lorenz und Albert Figura.

Pioniere des Fallschirmsports

Die Autoren erweisen den Ultraleichtfliegern, seit 1990 in Brauna unter Führung von Horst Kny existent, mit zwei Seiten ihre Referenz. Auch die Drachen-, Privat-, Hobby- und sonstigen Sportpiloten sowie Ballonfahrer finden Erwähnung. Der Fallschirmsport, der in Kamenz eine größere Rolle bei der militärischen Pilotenausbildung spielte, wird zweimal erwähnt: Am 31. Juli 1927, dem ersten Flugsporttag in Kamenz, springt Lola Voréscou aus 500 Meter Höhe ab, für Kamenz eine Sensation. Den ersten Fallschirmsprung der DDR-Geschichte absolvierte Bruno Schulz 1954 in Kamenz. Bis in die 90er Jahre war er Fallschirmwart im Fliegerclub Kamenz.

Günter Lippar, Erhard Rosenkranz: Mit Wind und Wolken auf Du und Du – Chronik des Kamenzer Flugsports, Herausgeber und Verlag: Aeroshop Flugbedarf GmbH, Macherstr. 52a, 01917 Kamenz, (0 35 78) 784 90, www.aeroshop.de, Preis 9 Euro. Die Broschüre ist beim Herausgeber zu erhalten.