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Wirtschaft
Freitag, 12. März 2010

Vattenfall verkauft deutsches Hochspannungsnetz


Das rund 9700 Kilometer lange Hochspannungsnetz im Osten und Norden Deutschlands kommt in neue Hände.

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Infokarte mit dem Hochspannungsnetz, das Vattenfall verkauft. Grafik: dpa

Berlin - Der schwedische Energiekonzern Vattenfall verkauft die Stromautobahnen - Rückgrat der Versorgung von 18 Millionen Menschen - an den belgischen Betreiber Elia und den australischen Investor Industry Funds Management (IFM).

Der Wert wurde mit 810 Millionen Euro beziffert, wie die deutsche Vattenfall Europe AG am Freitag mitteilte. Die künftigen Eigentümer übernehmen auch zugesagte Investitionen. Ende Februar hatte der größte deutsche Energiekonzern Eon den Verkauf seines Hochspannungsnetzes an die niederländische Tennet perfekt gemacht.

Der Vorstandschef von Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, sagte, die Investoren erfüllten die Anforderungen an Finanzstärke und langfristige Zuverlässigkeit. Der Vereinbarung zufolge bekommt Elia 60 Prozent der Anteile an der Netzbetriebsgesellschaft „50Hertz Transmission GmbH“ in Berlin sowie die operative Kontrolle. Der australische Mitinvestor IFM hält 40 Prozent. Die Übernahme muss noch von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Sie soll bis Ende Juni abgeschlossen werden.

Vattenfalls Stromautobahnen sichern die Verbindung von Europas größtem Strommarkt nach Dänemark, Polen und Tschechien. Wegen der Nähe zu den nord- und ostdeutschen Windkraftstandorten hat dieses Netz besondere Bedeutung für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Das Netz erstreckt sich über die fünf neuen Bundesländer und Hamburg.

Die Frage der Netze spielt eine wichtige Rolle im politischen Ringen um mehr Wettbewerb und niedrigere Preise auf den europäischen Energiemärkten. Eon hatte mit der EU-Kommission vereinbart, sein Netz abzugeben und sich von Kraftwerkskapazitäten zu trennen. Damit wurde ein lange schwelender Kartellstreit beigelegt. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag das Ziel festgeschrieben, die Netze aller vier großen Strombetreiber in Deutschland in einer unabhängigen „Netz AG“ zu verschmelzen. (dpa)



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