Wirtschaft
Dienstag, 10. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Bruno Banani geht in die Offensive
Von Brigitte Pfüller
Die Chemnitzer wollen weiter wachsen und setzen aufs Netz. Ihre Unterwäsche soll zum Renner werden, dafür legt sich sogar ein Wintersportler aus Polynesien ins Zeug.
Der weltbekannte Chemnitzer Designer-Unterwäsche-Hersteller Bruno Banani Underwear GmbH ändert seine Vertriebswege. „Wir werden das Internet künftig wesentlich stärker nutzen, um einen Umsatzschub zu erzielen“, kündigte Geschäftsführer Jan Jassner gestern in Chemnitz an. Dazu sei ein externer Dienstleister aus Ellwangen beauftragt worden, der den Online-Shop ausbauen werde und der auch genügend Lagerfläche für die bestellten Produkte hat.
Zugleich wird das Unternehmen auf Facebook bekannter. „Damit können wir wesentlich mehr Menschen erreichen, wenn wir über Events wie den Weltcup-Start des Rennrodlers Bruno Banani aus Tonga im Februar 2012 auf der Bobbahn in Altenberg berichten wollen.“ Außerdem wird Bruno Banani in diesem Jahr mehr Outlet-Store-Geschäfte eröffnen. So soll es einen neuen Laden im Elsass in Frankreich geben. Geplant ist ein weiteres Geschäft in Neumünster. Der Laden in Leipzig wird in das künftige Outlet-Center nach Wiedemar, vor den Toren der Messestadt, umziehen.Mit bestehenden Fachgeschäften werde der Kontakt intensiviert, um Neuheiten noch besser auf den Markt zu bringen.
100 Millionen für fast nichts
Durch die neue Strategie will der deutsche Marktführer bei Unterwäsche 100 Millionen Euro verdienen. Dazu wurde die Wochenarbeitszeit von 36 auf 40 Stunden angehoben sowie drei Näherinnen wieder eingestellt, sodass die Mitarbeiterzahl bei über 100 liegt. Im vergangenen Jahr war der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht um vier Millionen auf 96,5 Millionen Euro gestiegen. Nach Angaben von Jassner hatten dazu auch Lizenzprodukte wie Damenunterwäsche, Uhren, Parfüm, Jeans, Schmuck sowie Taschen deutlich beigetragen. Bei den Lizenzpartnern sind rund 650 Mitarbeiter beschäftigt.
Am Firmensitz in Chemnitz wird der Kern der Marke – das sind Herrenunterwäsche sowie Herrenbademode – entworfen und gefertigt. Wie Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer der Verbandes der Nord-Ostdeuschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti), bestätigte. liege Bruno Banani mit seiner guten Auftragslage und dem Umstieg auf neue Vertriebswege voll im Trend. „Wir erleben eine Hochphase der Branche, die sich nach derzeitiger Auftragslage auch im laufenden Jahr fortsetzen wird. Es werden sogar wieder Mitarbeiter eingestellt“, sagte er in Chemnitz.
Derzeit zählt die mittelständisch geprägte Branche in den neuen Ländern rund 16.000 Beschäftigte. Davon arbeiten 12.000 in Sachsen. Nach vti-Angaben hat der Gesamtumsatz der Textilbranche im Osten im vergangenen Jahr erstmals die Vorkrisen-Ergebnisse von rund 1,8 Milliarden Euro deutlich überschritten. Das gelte als sicher, obwohl die offizielle statistische Abrechnung erst bis Oktober 2011 vorliegt.
Hauptmotor des Wachstums ist die Ausfuhr. Die Exportquote liegt bei knapp 38 Prozent. „Hier zahlt sich die Innovationsfreudigkeit unserer Unternehmen aus“, so Höfer. Denn die Firmen nutzen dafür sehr stark Neuentwicklungen aus technischen Textilien als zweites oder drittes Standbein. Mit technischen Textilien machen die Firmen mittlerweile 46 Prozent ihres Umsatzes. Die Erzeugnisse, die zumeist in Gemeinschaftsarbeit mit Textilinstituten entwickelt werden, sind vielfältig: Sensoren in Autositzen, die mit Airbags zusammenwirken, gestickte Lawinen-Warner, sichere Feuerschutzsachen, Textilien am Bau oder Komponenten in der Raumfahrt bzw. im Flugzeug- und Automobilbau. Auch technische Produkte für die Medizin werden zunehmend von sächsischen Firmen entwickelt. So will die Lindner Strumpfwerk GmbH aus Hohenstein-Ernstthal mit neuartigen druckelastischen Produkten für Diabetiker und Prothesenträger den medizinischen Markt erobern. Sie sollen erstmals auf der Messe „Orthopädie + Technik 2012“ in Leipzig vorgestellt werden.
Zugleich wird das Unternehmen auf Facebook bekannter. „Damit können wir wesentlich mehr Menschen erreichen, wenn wir über Events wie den Weltcup-Start des Rennrodlers Bruno Banani aus Tonga im Februar 2012 auf der Bobbahn in Altenberg berichten wollen.“ Außerdem wird Bruno Banani in diesem Jahr mehr Outlet-Store-Geschäfte eröffnen. So soll es einen neuen Laden im Elsass in Frankreich geben. Geplant ist ein weiteres Geschäft in Neumünster. Der Laden in Leipzig wird in das künftige Outlet-Center nach Wiedemar, vor den Toren der Messestadt, umziehen.Mit bestehenden Fachgeschäften werde der Kontakt intensiviert, um Neuheiten noch besser auf den Markt zu bringen.
100 Millionen für fast nichts
Durch die neue Strategie will der deutsche Marktführer bei Unterwäsche 100 Millionen Euro verdienen. Dazu wurde die Wochenarbeitszeit von 36 auf 40 Stunden angehoben sowie drei Näherinnen wieder eingestellt, sodass die Mitarbeiterzahl bei über 100 liegt. Im vergangenen Jahr war der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht um vier Millionen auf 96,5 Millionen Euro gestiegen. Nach Angaben von Jassner hatten dazu auch Lizenzprodukte wie Damenunterwäsche, Uhren, Parfüm, Jeans, Schmuck sowie Taschen deutlich beigetragen. Bei den Lizenzpartnern sind rund 650 Mitarbeiter beschäftigt.
Am Firmensitz in Chemnitz wird der Kern der Marke – das sind Herrenunterwäsche sowie Herrenbademode – entworfen und gefertigt. Wie Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer der Verbandes der Nord-Ostdeuschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti), bestätigte. liege Bruno Banani mit seiner guten Auftragslage und dem Umstieg auf neue Vertriebswege voll im Trend. „Wir erleben eine Hochphase der Branche, die sich nach derzeitiger Auftragslage auch im laufenden Jahr fortsetzen wird. Es werden sogar wieder Mitarbeiter eingestellt“, sagte er in Chemnitz.
Derzeit zählt die mittelständisch geprägte Branche in den neuen Ländern rund 16.000 Beschäftigte. Davon arbeiten 12.000 in Sachsen. Nach vti-Angaben hat der Gesamtumsatz der Textilbranche im Osten im vergangenen Jahr erstmals die Vorkrisen-Ergebnisse von rund 1,8 Milliarden Euro deutlich überschritten. Das gelte als sicher, obwohl die offizielle statistische Abrechnung erst bis Oktober 2011 vorliegt.
Hauptmotor des Wachstums ist die Ausfuhr. Die Exportquote liegt bei knapp 38 Prozent. „Hier zahlt sich die Innovationsfreudigkeit unserer Unternehmen aus“, so Höfer. Denn die Firmen nutzen dafür sehr stark Neuentwicklungen aus technischen Textilien als zweites oder drittes Standbein. Mit technischen Textilien machen die Firmen mittlerweile 46 Prozent ihres Umsatzes. Die Erzeugnisse, die zumeist in Gemeinschaftsarbeit mit Textilinstituten entwickelt werden, sind vielfältig: Sensoren in Autositzen, die mit Airbags zusammenwirken, gestickte Lawinen-Warner, sichere Feuerschutzsachen, Textilien am Bau oder Komponenten in der Raumfahrt bzw. im Flugzeug- und Automobilbau. Auch technische Produkte für die Medizin werden zunehmend von sächsischen Firmen entwickelt. So will die Lindner Strumpfwerk GmbH aus Hohenstein-Ernstthal mit neuartigen druckelastischen Produkten für Diabetiker und Prothesenträger den medizinischen Markt erobern. Sie sollen erstmals auf der Messe „Orthopädie + Technik 2012“ in Leipzig vorgestellt werden.








