Wirtschaft
Donnerstag, 26. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Alle wollen Apple
Von Daniel Schnettler, Cupertino
Apple-Chef Tim Cook hat mit überragenden Quartalszahlen bewiesen, dass der iPhone-Hersteller ohne Steve Jobs auskommt. Die Rekordgewinne sollen erst der Anfang sein.
Früh übt sich, wer ein Apple-Fan werden will. In Peking tippt ein junges Mädchen auf einem iPad herum. Auch dank der starken Nachfrage nach iPhones, iPads und Mac-Computern in China erzielte Apple einen Rekordquartalsgewinn. Laut Apple-Chef Tim Cook geht der Boom gerade erst los – gut wenn man von Anfang an dabei ist.Foto: dpa
Wenn Steve Jobs das noch hätte erleben können: 37 Millionen verkaufte iPhones, mehr als 15 Millionen iPads und gut fünf Millionen Mac-Computer. Und das alles in einem Quartal. Der Gewinn von 13,1 Milliarden Dollar (zehn Milliarden Euro) ist einer der höchsten, den ein Unternehmen je innerhalb von drei Monaten erzielt hat. In der Rekordliste stehen sonst nur Ölkonzerne. Kein Superlativ scheint mehr ausreichend, um das Wachstum bei Apple zu beschreiben.
„Wir könnten nicht zufriedener sein“, sagt Tim Cook, der das Erbe von Steve Jobs als Apple-Chef angetreten hat. Im Oktober war der legendäre Firmengründer nach einem langen Krebsleiden gestorben. Viele Fans und Investoren hatten sich gefragt: Funktioniert Apple auch ohne Jobs? Cook hat bewiesen: Es funktioniert. Die Analysten begeisterten sich an den „Monster-Zahlen“, die Apple vorgelegt hat.
Noch immer ist der Konzern bis ins Mark von Steve Jobs geprägt. Alle derzeitigen Erfolgsprodukte gehen auf ihn zurück, und auch für etliche noch streng geheime Zukunftsprojekte dürfte Jobs den Grundstein gelegt haben. Und Cook schärfte sein Managertalent im vergangenen Jahrzehnt bereits als der Macher im Hintergrund mit einem Fokus auf effiziente Produktion und schlanke Lagerbestände. Freimütig gab er nach Vorlage der Zahlen zu, die Nachfrage nach dem iPhone 4S unterschätzt zu haben. Apple hätte auch mehr verkaufen können, „aber wir haben nicht hoch genug getippt“.
Das mobile Betriebssystem iOS, mit dem iPhone, iPad und die iPod-touch-Player laufen, ist jetzt eine Großmacht: 315 Millionen Geräte seien bisher davon verkauft worden, davon rund ein Fünftel allein im vergangenen Quartal. Die Anleger zelebrierten den Erfolg: Die Aktie sprang in den ersten Minuten in New York um fast sieben Prozent auf 449 Dollar hoch.
Die Frage ist: Kann Apple das Wachstumstempo halten? Wenn die Theorie von Tim Cook stimmt, hat die Erfolgsgeschichte gerade erst richtig angefangen. „Ein Produkt zieht das andere nach“, sagt der Apple-Chef. Die „Einstiegsdroge“ für die Apple-Welt ist demnach das iPhone. Wer auf den Geschmack kommt, landet anschließend beim iPad. „Und dann kommt der Mac.“ Das funktioniert inzwischen auch in der Unternehmenswelt: Cook zählte in der Telefonkonferenz reihenweise große Konzerne auf, die bei Apple angekommen sind oder Apple-Produkte in ihren Netzwerken dulden.
Tablet-Computer sind beliebter
Der Apple Macintosh, einst ein totales Nischenprodukt, ist besonders bei der trendigen Jugend beliebt. Wer mit einem Windows-Laptop in einem New Yorker Starbucks-Café sitzt, wird schief angeguckt. Es dominieren die eleganten Mac-Books. Nicht umsonst ist Apple nach den Zahlen des Marktforschers Gartner der drittgrößte Computerhersteller in den USA und einer der größten weltweit. Und das, während der Gesamtmarkt für klassische Windows-PCs so schwach ist wie seit Jahren nicht mehr.
Deswegen gilt das iPad als der große Wachstumstreiber der Zukunft. „Es wird der Tag kommen, an dem mehr Tablet-Computer als PCs verkauft werden“, prophezeite Cook. Im vergangenen Quartal hätten sich Tablet-Computer in den USA bereits besser verkauft als Desktop-PCs.
Ein Schlüsselelement für die Zukunft ist auch der Onlinedienst iCloud, mit dem sich Daten der Apple-Kunden zwischen verschiedenen Geräten bewegen. iCloud habe nach dem Start im Herbst inzwischen 85 Millionen Kunden, sagte Cook. „Es ist kein Produkt, es ist die Strategie für das nächste Jahrzehnt.“
Und schon bald, davon gehen Branchenkenner fest aus, wird Apple auch einen eigenen Fernseher herausbringen: Einfach zu bedienen per Sprache, direkt verbunden mit dem Internet und natürlich voll vernetzt mit iPhone, iPad und Mac.
Und selbst wenn Apple die Ideen ausgehen sollten, an Kunden wird es nicht mangeln. „Im chinesischen Markt ist Musik drin“, sagt Cook. Der Ansturm auf das iPhone 4S war so groß, dass es beim Verkaufsstart in der Volksrepublik vor zwei Wochen zu Tumulten vor einem Apple Store in Peking kam. (dpa)
„Wir könnten nicht zufriedener sein“, sagt Tim Cook, der das Erbe von Steve Jobs als Apple-Chef angetreten hat. Im Oktober war der legendäre Firmengründer nach einem langen Krebsleiden gestorben. Viele Fans und Investoren hatten sich gefragt: Funktioniert Apple auch ohne Jobs? Cook hat bewiesen: Es funktioniert. Die Analysten begeisterten sich an den „Monster-Zahlen“, die Apple vorgelegt hat.
Noch immer ist der Konzern bis ins Mark von Steve Jobs geprägt. Alle derzeitigen Erfolgsprodukte gehen auf ihn zurück, und auch für etliche noch streng geheime Zukunftsprojekte dürfte Jobs den Grundstein gelegt haben. Und Cook schärfte sein Managertalent im vergangenen Jahrzehnt bereits als der Macher im Hintergrund mit einem Fokus auf effiziente Produktion und schlanke Lagerbestände. Freimütig gab er nach Vorlage der Zahlen zu, die Nachfrage nach dem iPhone 4S unterschätzt zu haben. Apple hätte auch mehr verkaufen können, „aber wir haben nicht hoch genug getippt“.
Das mobile Betriebssystem iOS, mit dem iPhone, iPad und die iPod-touch-Player laufen, ist jetzt eine Großmacht: 315 Millionen Geräte seien bisher davon verkauft worden, davon rund ein Fünftel allein im vergangenen Quartal. Die Anleger zelebrierten den Erfolg: Die Aktie sprang in den ersten Minuten in New York um fast sieben Prozent auf 449 Dollar hoch.
Die Frage ist: Kann Apple das Wachstumstempo halten? Wenn die Theorie von Tim Cook stimmt, hat die Erfolgsgeschichte gerade erst richtig angefangen. „Ein Produkt zieht das andere nach“, sagt der Apple-Chef. Die „Einstiegsdroge“ für die Apple-Welt ist demnach das iPhone. Wer auf den Geschmack kommt, landet anschließend beim iPad. „Und dann kommt der Mac.“ Das funktioniert inzwischen auch in der Unternehmenswelt: Cook zählte in der Telefonkonferenz reihenweise große Konzerne auf, die bei Apple angekommen sind oder Apple-Produkte in ihren Netzwerken dulden.
Tablet-Computer sind beliebter
Der Apple Macintosh, einst ein totales Nischenprodukt, ist besonders bei der trendigen Jugend beliebt. Wer mit einem Windows-Laptop in einem New Yorker Starbucks-Café sitzt, wird schief angeguckt. Es dominieren die eleganten Mac-Books. Nicht umsonst ist Apple nach den Zahlen des Marktforschers Gartner der drittgrößte Computerhersteller in den USA und einer der größten weltweit. Und das, während der Gesamtmarkt für klassische Windows-PCs so schwach ist wie seit Jahren nicht mehr.
Deswegen gilt das iPad als der große Wachstumstreiber der Zukunft. „Es wird der Tag kommen, an dem mehr Tablet-Computer als PCs verkauft werden“, prophezeite Cook. Im vergangenen Quartal hätten sich Tablet-Computer in den USA bereits besser verkauft als Desktop-PCs.
Ein Schlüsselelement für die Zukunft ist auch der Onlinedienst iCloud, mit dem sich Daten der Apple-Kunden zwischen verschiedenen Geräten bewegen. iCloud habe nach dem Start im Herbst inzwischen 85 Millionen Kunden, sagte Cook. „Es ist kein Produkt, es ist die Strategie für das nächste Jahrzehnt.“
Und schon bald, davon gehen Branchenkenner fest aus, wird Apple auch einen eigenen Fernseher herausbringen: Einfach zu bedienen per Sprache, direkt verbunden mit dem Internet und natürlich voll vernetzt mit iPhone, iPad und Mac.
Und selbst wenn Apple die Ideen ausgehen sollten, an Kunden wird es nicht mangeln. „Im chinesischen Markt ist Musik drin“, sagt Cook. Der Ansturm auf das iPhone 4S war so groß, dass es beim Verkaufsstart in der Volksrepublik vor zwei Wochen zu Tumulten vor einem Apple Store in Peking kam. (dpa)







