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Mittwoch, 30.04.2014

Straßenlärm wird heute gemessen

Mit einer öffentlichen Aktion wollen Anwohner von Meißner und Kötzschenbrodaer Straße auf den Krach aufmerksam machen.

Die Betroffenen fordern eine moderne Asphaltbauweise, das Einhalten der Geschwindigkeit und dass die Lärmsanierung endlich in Angriff genommen wird.

Am heutigen 17. Tag des Lärms wollen sie auf ihre Situation aufmerksam machen. Anwohner der beiden Hauptverkehrswege durch Radebeul – der Meißner und der Kötzschenbrodaer Straße – zeigen mit einer öffentlichen Lärmmessung, welche Probleme sie vor der Haustür haben.

So steht das Messgerät 7 bis 13 Uhr an der Meißner Straße beim Autohaus Gommlich und 14 bis 19 Uhr an der Kötzschenbrodaer Straße in Serkowitz. Darüber informierten Rolf-Achim Krüger von der Bürgerinitiative Meißner Straße und Veit Tittel vom Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal.

Sie wollen, dass der Einsatz moderner Asphaltbauweisen in die sogenannte Richtlinie Lärmbekämpfung im Straßenverkehr 1990 aufgenommen wird. Solche Asphalt-sorten gibt es für den innerstädtischen Verkehr, sie haben sich bewährt, sagen die Vertreter der Initiativen. Doch unter die genannte Richtlinie fallen die Sorten noch nicht. Ein Nachteil für die Städte, die Fördermittel brauchen.

Was auch für Radebeul schon Folgen hatte: So bekam die Meißner Straße zwischen Tankstelle und Borstraße keine lärmmindernde Deckschicht. Messungen in dem Abschnitt im Herbst 2011 und Herbst 2013 hätten gezeigt, dass der Lärmpegel nicht gesenkt werden konnte. Das wird auch bei der 2015 geplanten Sanierung der Kötzschenbrodaer Straße befürchtet.

Als weiteren Schwerpunkt sehen die Lärminitiativen das Einhalten der Höchstgeschwindigkeit. Bei Verkehrsmessungen 2012 und 2013 in Serkowitz waren 85 Prozent der Lkw mit 54 bzw. 50 km/h unterwegs, bei erlaubten 30 km/h. Bei den Pkw fuhren 85 Prozent maximal 60 km/h, die restlichen 15 Prozent schneller. Radebeuler Bürgerinitiativen hätten deshalb Verkehrsbehörde und Stadtverwaltung Vorschläge für den Einsatz von Tempotafeln unterbreitet und ein Präventionskonzept angeregt.

Außerdem wird eine zupackende, engagierte Lärmsanierung gefordert. Mit verbindlichen Vorgaben und zusätzlichen finanziellen Mitteln. Denn derzeit gibt es im Gegensatz zu neu gebauten Straßen an bestehenden Straßen keinen Rechtsanspruch auf Lärmvorsorge. (SZ/IL)

www.bi-meissner.de; www.bv-elbtal.de