Sachsen
Freitag, 28. Januar 2011
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Zu viel Uran in sächsischem Trinkwasser
Von Gunnar Saft
Ab Juni gelten in Sachsen neue Belastungsgrenzwerte. Messungen ergeben: Die werden bisher nicht überall im Freistaat eingehalten.
Ab Juni 2011 wird auch in Sachsen Trinkwasser noch strenger kontrolliert. Erstmals müssen dann alle Versorger garantieren, dass die Belastung von Trinkwasser durch Uran einen bestimmten Grenzwert nicht überschreitet: Höchstens zehn Mikrogramm Uran dürfen künftig noch in einem Liter Trinkwasser enthalten sein.
Aktuelle Messungen zeigen aber, dass der neue Grenzwert noch nicht überall eingehalten werden kann. Vergleichsweise gut sieht es bei den öffentlichen Wasserversorgungsanlagen aus. Zwar wurde hier in 30 Prozent der Proben das chemische Element nachgewiesen, doch lag dessen Konzentration fast immer klar unter dem Grenzwert.
Wassermix als letzter Ausweg
Probleme gibt es bei öffentlichen Versorgern allerdings noch in Mittelsachsen. So nutzt dort das Wasserwerk Klitzschbach einzelne Brunnen mit einer Urankonzentration über zehn Mikrogramm. Um die Grenzwerte bei der Weitergabe an die Verbraucher einzuhalten, bedient man sich daher einer ungewöhnlichen Methode: In einem Hochbehälter wird dieses Wasser so lange mit Wasser aus nicht belasteten Vorkommen vermischt, bis alle Vorgaben eingehalten werden.
Im Kreis Meißen kam es zudem 2010 im Wasserwerk I Riesa-Göhlis mit 11,5 Mikrogramm erstmals zu einer klaren Überschreitung. Das Wasserwerk wird deshalb nun rekonstruiert. Eine Wiederinbetriebnahme soll in Zukunft mit neuen Brunnen erfolgen, bei denen die Urankonzentration im Wasser unter 0,3 Mikrogramm liegt.
Schwieriger ist dagegen die Situation bei den kleineren dezentralen Versorgungsanlagen. Weil deren Wasserproben seit 2007 nur noch von bestellten Privatlabors geprüft werden, erfolgte die letzte öffentliche Untersuchung ein Jahr zuvor. Das Ergebnis war alarmierend: Bei 1,8 Prozent der Proben lagen die Uranwerte zwischen zehn und 20 Mikrogramm, bei weiteren 1,5 Prozent waren sie sogar noch höher.
Jana Pinka, Linksabgeordnete im Landtag, fordert deshalb Sachsens zuständige Sozialministerin Christine Clauß (CDU) zum Handeln auf. „Auch für die kleineren Wasseranlagen im Freistaat müssen künftig aktuelle Messwerte veröffentlicht werden, damit mögliche Gefährdungen für die Verbraucher besser erkannt werden können.“ Pinka, eine studierte Mineralogin, drängt aus dem gleichen Grund auch auf eine Untersuchung der erhöhten Uranwerte in Klitzschbach und Riesa-Göhlis. Sie vermutet, dass dafür phosphathaltiger Dünger verantwortlich sein könnte, der in der Landwirtschaft eingesetzt wird.
Clauß besteht wiederum darauf, dass die öffentliche zentrale Trinkwasserversorgung in Sachsen sicher ist. Im Fall der kleinen Anlagen verweist sie dann zuerst auf die vorgeschriebenen Eigenkontrollen der jeweiligen Versorger. Bei anhaltenden Uranwerten über zehn Mikrogramm, so ihr Vorschlag, sollten die betroffenen Anlagen durch Anschlüsse an die öffentliche Wasserversorgung ersetzt werden – zumindest dort, wo das möglich ist.
Aktuelle Messungen zeigen aber, dass der neue Grenzwert noch nicht überall eingehalten werden kann. Vergleichsweise gut sieht es bei den öffentlichen Wasserversorgungsanlagen aus. Zwar wurde hier in 30 Prozent der Proben das chemische Element nachgewiesen, doch lag dessen Konzentration fast immer klar unter dem Grenzwert.
Wassermix als letzter Ausweg
Probleme gibt es bei öffentlichen Versorgern allerdings noch in Mittelsachsen. So nutzt dort das Wasserwerk Klitzschbach einzelne Brunnen mit einer Urankonzentration über zehn Mikrogramm. Um die Grenzwerte bei der Weitergabe an die Verbraucher einzuhalten, bedient man sich daher einer ungewöhnlichen Methode: In einem Hochbehälter wird dieses Wasser so lange mit Wasser aus nicht belasteten Vorkommen vermischt, bis alle Vorgaben eingehalten werden.
Im Kreis Meißen kam es zudem 2010 im Wasserwerk I Riesa-Göhlis mit 11,5 Mikrogramm erstmals zu einer klaren Überschreitung. Das Wasserwerk wird deshalb nun rekonstruiert. Eine Wiederinbetriebnahme soll in Zukunft mit neuen Brunnen erfolgen, bei denen die Urankonzentration im Wasser unter 0,3 Mikrogramm liegt.
Schwieriger ist dagegen die Situation bei den kleineren dezentralen Versorgungsanlagen. Weil deren Wasserproben seit 2007 nur noch von bestellten Privatlabors geprüft werden, erfolgte die letzte öffentliche Untersuchung ein Jahr zuvor. Das Ergebnis war alarmierend: Bei 1,8 Prozent der Proben lagen die Uranwerte zwischen zehn und 20 Mikrogramm, bei weiteren 1,5 Prozent waren sie sogar noch höher.
Jana Pinka, Linksabgeordnete im Landtag, fordert deshalb Sachsens zuständige Sozialministerin Christine Clauß (CDU) zum Handeln auf. „Auch für die kleineren Wasseranlagen im Freistaat müssen künftig aktuelle Messwerte veröffentlicht werden, damit mögliche Gefährdungen für die Verbraucher besser erkannt werden können.“ Pinka, eine studierte Mineralogin, drängt aus dem gleichen Grund auch auf eine Untersuchung der erhöhten Uranwerte in Klitzschbach und Riesa-Göhlis. Sie vermutet, dass dafür phosphathaltiger Dünger verantwortlich sein könnte, der in der Landwirtschaft eingesetzt wird.
Clauß besteht wiederum darauf, dass die öffentliche zentrale Trinkwasserversorgung in Sachsen sicher ist. Im Fall der kleinen Anlagen verweist sie dann zuerst auf die vorgeschriebenen Eigenkontrollen der jeweiligen Versorger. Bei anhaltenden Uranwerten über zehn Mikrogramm, so ihr Vorschlag, sollten die betroffenen Anlagen durch Anschlüsse an die öffentliche Wasserversorgung ersetzt werden – zumindest dort, wo das möglich ist.







