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Sachsen
Montag, 16. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)

Umstritten, aber immer beliebter: der Pelzmantel

Von Özlem Yilmazer

Ein Familienbetrieb in Leipzig reagiert auf die wachsende Nachfrage und schneidert aus alten Pelzen neue Kleidungsstücke.

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Recycling findet jetzt auch in einer Edelbranche statt. Foto: dpa

Pelzgegner würden es keine Sekunde in der Kürschnerei aushalten. Überall hängen Mäntel, Mützen oder Westen aus echtem Pelz – totes Tier. Was sie von anderer Pelzmode unterscheidet: Es mussten dafür keine Tiere mehr sterben. Der Kürschnermeister Udo Meinelt recycelt in seinem Familienbetrieb Pelze. „Pelz ist dermaßen im Kommen, das ist unglaublich“, sagt der 71-jährige Udo Meinelt in seiner Werkstatt in Rötha bei Leipzig. Der Betrieb wird seit 1931 in dritter Generation geführt – die Söhne Tobias und Bertram sind am Zug.

Leipzig war in der Vorkriegszeit ein traditionsreiches Pelzzentrum. Von den einst 50 Kürschnern gebe es nur noch eine Handvoll, sagt Meinelt. „Das ist ein schöner Beruf, auch wenn es manche anders sehen.“ Meinelt hat keine ethischen Probleme, Tierfelle zu Pelz zu verarbeiten. „Die Nutztiere werden erschossen und meistens eingegraben, das ist ja jammerschade um das Naturprodukt.“

Felle von Kaninchen, Schafen oder Füchsen werden gegerbt und zu Mützen oder Muffs verarbeitet. Seit Kurzem hat sich der Betrieb auf die Wiederverwertung von alten Pelzen spezialisiert. So wurde ein alter Rotfuchsmantel aufgetrennt, zerlegt, gereinigt und zu einem komplett neuen Stück zusammengefügt: Herausgekommen ist ein modischer ärmelloser Umhang.

Die Recycling-Idee kam von der Auszubildenden Jenny Eckert. „Meine Cousine ist Studentin, sie findet Pelze toll, kann sich das aber halt nicht leisten“, sagt die 21-Jährige. Die hohen Preise schreckten junge Leute ab, Pelze zu kaufen. „Überall im Fernsehen läuft, dass Recycling groß geschrieben wird. Ob das Pelz ist, Pfandflaschen oder Metall.“ Die Meinelts kaufen alte Pelze für bis zu 50 Euro an. Der Rotfuchsumhang würde neu 600 Euro kosten – die Meinelts verlangen für das wiederverarbeitete Stück um die 300 Euro. (dpa)



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