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Sachsen
Dienstag, 24. Januar 2012

Sensationelle Erdölvorräte in der Lausitz?

Von Peter Jähnel

Sensation oder nur vage Hoffnung: In den Tiefen des Brandenburger Südens sollen Millionen Tonnen Erdöl nur darauf warten, an die Oberfläche gepumpt zu werden. Eine Probebohrung soll Klarheit bringen.

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Sensationell sieht es oberirdisch eher nicht aus - dafür sollen unter Tage umso spannendere Vorräte lagern. Das sollen Probebohrungen herausfinden. Foto: dpa

Berlin/Goyatz. Bei der Suche nach Erdöl im Süden Brandenburgs haben Experten möglicherweise eine außergewöhnlich große Lagerstätte entdeckt. „Nach Auswertung der Messprogramme erwarten wir in der Niederlausitz eine Ressourcenmenge von 15 Millionen Tonnen, von denen bis zu fünf Millionen Tonnen förderbar sein könnten“, sagte Projektleiter Thomas Schröter von der in Berlin ansässigen deutsch-kanadischen Central European Petroleum GmbH im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Das wäre eine Sensation!“, bemerkte er mit Blick auf sonst übliche Fundmengen.

„Im Durchschnitt sind in Europa die Größen von neugefundenen Ölfeldern in den vergangenen 30 Jahren auf nur etwa eine Million Tonnen und weltweit auf vier Millionen Tonnen zurückgegangen“, erläuterte Schröter. Allerdings schränkte er ein: „Im weltweiten Durchschnitt sind trotz aller Wissenschaft nur etwa 15 Prozent aller Suchbohrungen erfolgreich.“ Es gebe aber Gebiete, in denen die Erfolgsraten für eine wirtschaftiche Fündigkeit höher oder tiefer liegen.

Probebohrung im Herbst

Das neue Vorkommen solle durch eine Probebohrung westlich des Schwielochsees unweit von Goyatz (Dahme-Spreewald) erkundet werden. „Wir wollen im Herbst damit beginnen, dort eine Bohrung bis in 2800 Meter Tiefe niederzubringen“, kündigte der Projektchef an. Sie solle etwa zwölf Millionen Euro kosten und binnen 50 Tagen fertiggestellt sein. „Wir sind optimistisch, fündig zu werden, weil dort zwischen Mittweide und Trebatsch schon einmal, nämlich von den 1960er bis in die 1990er Jahre, Erdöl aus mehreren Bohrlöchern gefördert wurde.“

Bei dem neuen Projekt habe man sich auf Daten zur Erdölerkundung aus DDR-Zeiten stützen können, als es mehrere Förderstätten in der Region gab. Aktuell produziert in Brandenburg nur noch das Unternehmen Gaz de France etwa 20.000 Tonnen Erdöl aus einem Feld bei Küstrin-Kietz (Oder-Spree).

Die Central European Petroleum GmbH hatte im Jahr 2009 eine 600 Quadratkilometer große Fläche in Südbrandenburg mit Messwellen nach Erdöl erkundet. Das Unternehmen stellte nach Schröters Angaben zudem im letzten Jahr eine Erdölbohrung in Mecklenburg-Vorpommern am Saaler Bodden fertig. Auf der Insel Usedom wolle man in diesem Jahr eine zweite Bohrung nach dem Rohstoff abschließen. (dpa)


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