Sachsen
Montag, 23. August 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Sachsen will bei den Unikliniken sparen
Von Simona Block
Der Freistaat knapst bei der Hochschulmedizin zwölf Millionen Euro ab. Die Universitätskliniken in Dresden und Leipzig fürchten um ihre Forschung.
Dresden/Leipzig. Der Freistaat will im Doppelhaushalt 2011/12 an der Hochschulmedizin sparen. Laut Plan sollen im Vergleich zu 2010 den Universitätskliniken jährlich zwölf Millionen Euro weniger zur Verfügung stehen, bestätigte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Die Einsparungen werden in fast gleichen Teilen auf die Unikliniken Dresden und Leipzig verteilt. Das Gesetz muss aber noch durch den Landtag.
Dieser Sparkurs lässt Sachsens Universitätskliniken langfristig um ihre Reputation in der Forschung bangen. Die Dresdner fürchten gar um ihre Spitzenposition. „Wir haben exzellente Leistungen in der Hochschulmedizin vorzuweisen“, sagte der Kaufmännische Vorstand Wilfried E. B. Winzer. Es seien neue Projekte auf dem Weg und Professuren ausgeschrieben. Für die Leipziger ist die Lage zwar weniger prekär als 2010. „Wir können ein bis zwei Jahre überbrücken, aber noch länger ohne Investitionen wird es nicht gehen“, sagte Klinikum-Sprecher Heiko Leske.
Qualität ist schwer zu halten
„Wir brauchen entsprechende Arbeitsmöglichkeiten für die Spitzenwissenschaftler“, mahnte der Dresdner Vorstand Winzer. Stattdessen kommt auf die Häuser ein finanzielles Loch zu. Laut Winzer ist der kleine Zuschuss von 5,8 Millionen Euro für Mehraufwendungen für Forschung und Lehre in der klinischen Krankenversorgung pro Jahr seit März 2010 gestrichen. Das Geld für die Studentenbetreuung soll auch 2012/12 nicht zur Verfügung stehen und zudem der Investitionszuschuss von neun auf vier Millionen Euro pro Jahr gekürzt werden. „Das wären zusammen 10,8 Millionen Euro innerhalb eines Jahres weniger, in der Größenordnung wird es langsam eng für die Qualität.“
Kliniken fangen Fehlbetrag auf
Dabei sei die Hochleistungsklinik auf entsprechende Ausstattung und Großgeräte angewiesen. Laut Winzer gebe es aber Signale aus der Politik, „dass wir bedacht werden“, sobald wieder Geld vorliege. Bis dahin solle der Fehlbetrag unter anderem aus Rücklagen kompensiert werden. „Wir gehen davon aus, dass das keine Streichung auf lange Sicht ist, sondern ein Haushaltsengpass für zwei Jahre“, so Winzer. Ohne ausgezeichnete Arbeitsbedingungen wären Spitzenwissenschaftler kaum zu halten oder zu gewinnen. „Wir konkurrieren im Ringen um die Besten ja mit der ganzen Welt.“ (dpa)
Dieser Sparkurs lässt Sachsens Universitätskliniken langfristig um ihre Reputation in der Forschung bangen. Die Dresdner fürchten gar um ihre Spitzenposition. „Wir haben exzellente Leistungen in der Hochschulmedizin vorzuweisen“, sagte der Kaufmännische Vorstand Wilfried E. B. Winzer. Es seien neue Projekte auf dem Weg und Professuren ausgeschrieben. Für die Leipziger ist die Lage zwar weniger prekär als 2010. „Wir können ein bis zwei Jahre überbrücken, aber noch länger ohne Investitionen wird es nicht gehen“, sagte Klinikum-Sprecher Heiko Leske.
Qualität ist schwer zu halten
„Wir brauchen entsprechende Arbeitsmöglichkeiten für die Spitzenwissenschaftler“, mahnte der Dresdner Vorstand Winzer. Stattdessen kommt auf die Häuser ein finanzielles Loch zu. Laut Winzer ist der kleine Zuschuss von 5,8 Millionen Euro für Mehraufwendungen für Forschung und Lehre in der klinischen Krankenversorgung pro Jahr seit März 2010 gestrichen. Das Geld für die Studentenbetreuung soll auch 2012/12 nicht zur Verfügung stehen und zudem der Investitionszuschuss von neun auf vier Millionen Euro pro Jahr gekürzt werden. „Das wären zusammen 10,8 Millionen Euro innerhalb eines Jahres weniger, in der Größenordnung wird es langsam eng für die Qualität.“
Kliniken fangen Fehlbetrag auf
Dabei sei die Hochleistungsklinik auf entsprechende Ausstattung und Großgeräte angewiesen. Laut Winzer gebe es aber Signale aus der Politik, „dass wir bedacht werden“, sobald wieder Geld vorliege. Bis dahin solle der Fehlbetrag unter anderem aus Rücklagen kompensiert werden. „Wir gehen davon aus, dass das keine Streichung auf lange Sicht ist, sondern ein Haushaltsengpass für zwei Jahre“, so Winzer. Ohne ausgezeichnete Arbeitsbedingungen wären Spitzenwissenschaftler kaum zu halten oder zu gewinnen. „Wir konkurrieren im Ringen um die Besten ja mit der ganzen Welt.“ (dpa)






