Sachsen
Samstag, 12. September 2009
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Sachsen sparen beim Müll
Von Sebastian Schneider
Die Sachsen überlegen sich den Gang zur Mülltonne genau: Mit 155 Kilogramm Haus- und Sperrmüll pro Kopf und Jahr produzieren sie so wenig Abfall wie in Deutschland sonst nur noch Baden-Württemberger. Das zeigt eine Auswertung von Daten der Statistischen Landesämter. Den meisten Müll in Sachsen verursachen Bewohner im Landkreis Meißen mit 203 Kilogramm pro Kopf. Am sparsamsten sind die Bürger im Landkreis Mittelsachsen: Dort fallen im Jahr nur durchschnittlich 107 Kilo Haus- und Sperrmüll an.
Gute Verwertungsquote
Der Hauptgrund für das positive Ergebnis in Sachsen ist die hohe Verwertungsquote: Nach der Statistik des Umweltbundesamtes verwertet der Freistaat 76 Prozent seiner Haushaltsabfälle – und ist damit Spitze in Deutschland. Schlusslicht Hamburg etwa schafft nur 33 Prozent. Umgekehrt ist die Menge an Haus- und Sperrmüll gerade dort groß, wo nur wenig Abfall verwertet wird.
Die gute Verwertungsquote geht auch darauf zurück, dass Sachsen bereits kurz nach der Wende begonnen hat, Mülldeponien zu schließen und seine Abfallstrategie zu ändern. 1991 gab es im Freistaat noch knapp 1000 Deponien und Müllkippen, 2008 waren es nur noch fünf. Seinen Müll einfach zu deponieren, ist heute verboten. Deshalb landen auch kaum noch Abfälle auf der Müllkippe. Dafür werden umso mehr von ihnen verwertet. Und das, was am Ende nicht verwertbar ist, wird vernichtet. Oberste Priorität aber hat, Müll gar nicht erst entstehen zu lassen.
In den 1990er-Jahren noch hing die Müllgebühr nur von der Anzahl der Haushalte ab und war unflexibel. Das hat sich längst geändert. „Es lohnt sich, einen Teil der Müllgebühren an das Verhalten des Bürgers zu koppeln. Wenn er dadurch weniger zahlen muss, wird er auch eher Müll vermeiden“, sagt Stefan Zinkler vom sächsischen Umweltministerium. Weil Abfallentsorgung Sache der Kreise und Kommunen ist, werden die Bürger sehr unterschiedlich fürs Müllsparen belohnt.
Müll vermeiden wird belohnt
So werden im Landkreis Mittelsachsen die Tonnen der Anwohner gewogen. Wer weniger auf die Waage bringt, zahlt auch weniger Gebühren – mit 33 Euro pro Jahr die niedrigsten in Sachsen. Ein Patentrezept für wenig Müll ist das trotzdem nicht: Auch in Chemnitz wird der Müll gewogen, trotzdem verursachen die Bewohner dort relativ viel Abfall.
In Dresden richtet sich ein Teil der Gebühren nach dem Volumen: Die Bewohner können die Größe ihrer Tonne wählen. Je öfter sie geleert werden muss, desto höher sind die Abfallgebühren.
Ein anderer Grund für das gute Abschneiden Sachsens ist die ländliche Struktur des Freistaats. Am meisten Müll wird in Hamburg, Berlin und Bremen produziert. Erhebungen zeigen, dass Bürger auf dem Land ihren Müll gewissenhafter vermeiden und trennen als in der Großstadt.
Wer im Einfamilienhaus wohnt, hat mehr Einfluss auf seine Müllgebühren. Für Bewohner von Mehrfamilienhäusern in der Großstadt gilt das kaum: Ihre Gebühren werden pauschal über die Nebenkosten abgerechnet – die Motivation, Müll zu vermeiden, ist deshalb geringer.
Gute Verwertungsquote
Der Hauptgrund für das positive Ergebnis in Sachsen ist die hohe Verwertungsquote: Nach der Statistik des Umweltbundesamtes verwertet der Freistaat 76 Prozent seiner Haushaltsabfälle – und ist damit Spitze in Deutschland. Schlusslicht Hamburg etwa schafft nur 33 Prozent. Umgekehrt ist die Menge an Haus- und Sperrmüll gerade dort groß, wo nur wenig Abfall verwertet wird.
Die gute Verwertungsquote geht auch darauf zurück, dass Sachsen bereits kurz nach der Wende begonnen hat, Mülldeponien zu schließen und seine Abfallstrategie zu ändern. 1991 gab es im Freistaat noch knapp 1000 Deponien und Müllkippen, 2008 waren es nur noch fünf. Seinen Müll einfach zu deponieren, ist heute verboten. Deshalb landen auch kaum noch Abfälle auf der Müllkippe. Dafür werden umso mehr von ihnen verwertet. Und das, was am Ende nicht verwertbar ist, wird vernichtet. Oberste Priorität aber hat, Müll gar nicht erst entstehen zu lassen.
In den 1990er-Jahren noch hing die Müllgebühr nur von der Anzahl der Haushalte ab und war unflexibel. Das hat sich längst geändert. „Es lohnt sich, einen Teil der Müllgebühren an das Verhalten des Bürgers zu koppeln. Wenn er dadurch weniger zahlen muss, wird er auch eher Müll vermeiden“, sagt Stefan Zinkler vom sächsischen Umweltministerium. Weil Abfallentsorgung Sache der Kreise und Kommunen ist, werden die Bürger sehr unterschiedlich fürs Müllsparen belohnt.
Müll vermeiden wird belohnt
So werden im Landkreis Mittelsachsen die Tonnen der Anwohner gewogen. Wer weniger auf die Waage bringt, zahlt auch weniger Gebühren – mit 33 Euro pro Jahr die niedrigsten in Sachsen. Ein Patentrezept für wenig Müll ist das trotzdem nicht: Auch in Chemnitz wird der Müll gewogen, trotzdem verursachen die Bewohner dort relativ viel Abfall.
In Dresden richtet sich ein Teil der Gebühren nach dem Volumen: Die Bewohner können die Größe ihrer Tonne wählen. Je öfter sie geleert werden muss, desto höher sind die Abfallgebühren.
Ein anderer Grund für das gute Abschneiden Sachsens ist die ländliche Struktur des Freistaats. Am meisten Müll wird in Hamburg, Berlin und Bremen produziert. Erhebungen zeigen, dass Bürger auf dem Land ihren Müll gewissenhafter vermeiden und trennen als in der Großstadt.
Wer im Einfamilienhaus wohnt, hat mehr Einfluss auf seine Müllgebühren. Für Bewohner von Mehrfamilienhäusern in der Großstadt gilt das kaum: Ihre Gebühren werden pauschal über die Nebenkosten abgerechnet – die Motivation, Müll zu vermeiden, ist deshalb geringer.







