Sachsen
Samstag, 22. Oktober 2011
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Oberlausitzer stricken für Fukushima-Opfer
Von Matthias Klaus
Ein Haufen Socken liegt auf dem Tisch von Irmgard Blischke in Hartau. 41 Paar sind es. Die Wolle stammt aus Resten, wurde zum Teil neu gekauft. Eigentlich sollten es ja 50 Paar werden. Das haben die drei Strickerinnen vom Verein Naturfreunde Löbau dann aber doch nicht mehr geschafft. Obwohl, wie ihre Männer hinter vorgehaltener Hand verraten, an den unmöglichsten Orten gestrickt wurde. Auf dem Beifahrersitz im Auto auf dem Weg in den Urlaub zum Beispiel oder beim Krimi vorm Fernseher.
Irmgard Blischke hatte die Idee für den Socken-Marathon. „Als ich das Unglück in Japan mit dem Tsunami und dem Atomkraftwerk in Fukushima gesehen habe, war klar: Hier muss ich helfen“, erzählt sie. Zunächst dachte sie an eine Geldspende. Dann kam ihr die Idee mit den Socken. Nicht ohne Grund. Denn Irmgard Blischke hat eine japanische Schwiegertochter. Sohn Enrico hat seine Akiko in Deutschland kennengelernt, ging mit ihr 2005 in das Heimatland der Frau seines Herzens. Er arbeitet dort für eine Möbelfirma, polstert Stühle und Sessel. Japanisch spricht Enrico inzwischen, aber noch lange nicht perfekt, sagt er. „In Japan haben sie ja keine richtigen Öfen, nur Klimaanlagen. Und von Socken brauchen wir gar nicht erst zu reden“, winkt Irmgard Blischke derweil ab. Ihre selbstgestrickten Oberlausitzer Fußwärmer haben schon etliche Fans in Asien gefunden.
Die Enkelkinder etwa tragen sie mit großer Begeisterung. „Sowas kennen sie dort ja gar nicht“, schmunzelt Irmgard Blischke. Deshalb, war ihr erster Gedanke, wäre es doch vielleicht gar nicht schlecht, Socken für japanische Waisenkinder zu stricken. Zwei Mit-Strickerinnen, Waldtraud Fleischer und Roswitha Marks vom Verein Naturfreunde Löbau, waren schnell gefunden. Allerdings musste das Trio feststellen: Die Socken-Idee gibt es bereits. Eine Hilfsorganisation hat schon über hunderttausend gesammelt, da wäre die Oberlausitzer Handarbeit schlichtweg untergegangen.
Aber nicht umsonst hat Irmgard Blischke ja beste Beziehungen in das Land der aufgehenden Sonne. Schwiegertochter Akiko vermittelte ein Geschäft der besonderen Art: Die Freundin ihrer Mutter betreibt eine Boutique in Hashimoto. Dort werden die Socken nun verkauft. Umgerechnet zehn Euro wird ein Paar kosten, versehen mit einem Echtheitszertifikat. „Vielleicht ergeben sich daraus ja ganz neue Freundschaften“, sagt Mit-Strickerin Waldtraud Fleischer.
Der Erlös jedenfalls wird an ein Waisenhaus weitergegeben. Darum kümmern sich der Wahl-Japaner Enrico Blischke und seine Frau. Am 22. Oktober fliegen sie zurück nach Japan. Die drei stricklustigen Damen denken inzwischen an neue Aufgaben. „Die Nadeln sind nur weggelegt, nicht aufgeräumt“, sagt Roswitha Marks. Die Männer im Hintergrund verdrehen bei dieser Ankündigung die Augen.
Irmgard Blischke hatte die Idee für den Socken-Marathon. „Als ich das Unglück in Japan mit dem Tsunami und dem Atomkraftwerk in Fukushima gesehen habe, war klar: Hier muss ich helfen“, erzählt sie. Zunächst dachte sie an eine Geldspende. Dann kam ihr die Idee mit den Socken. Nicht ohne Grund. Denn Irmgard Blischke hat eine japanische Schwiegertochter. Sohn Enrico hat seine Akiko in Deutschland kennengelernt, ging mit ihr 2005 in das Heimatland der Frau seines Herzens. Er arbeitet dort für eine Möbelfirma, polstert Stühle und Sessel. Japanisch spricht Enrico inzwischen, aber noch lange nicht perfekt, sagt er. „In Japan haben sie ja keine richtigen Öfen, nur Klimaanlagen. Und von Socken brauchen wir gar nicht erst zu reden“, winkt Irmgard Blischke derweil ab. Ihre selbstgestrickten Oberlausitzer Fußwärmer haben schon etliche Fans in Asien gefunden.
Die Enkelkinder etwa tragen sie mit großer Begeisterung. „Sowas kennen sie dort ja gar nicht“, schmunzelt Irmgard Blischke. Deshalb, war ihr erster Gedanke, wäre es doch vielleicht gar nicht schlecht, Socken für japanische Waisenkinder zu stricken. Zwei Mit-Strickerinnen, Waldtraud Fleischer und Roswitha Marks vom Verein Naturfreunde Löbau, waren schnell gefunden. Allerdings musste das Trio feststellen: Die Socken-Idee gibt es bereits. Eine Hilfsorganisation hat schon über hunderttausend gesammelt, da wäre die Oberlausitzer Handarbeit schlichtweg untergegangen.
Aber nicht umsonst hat Irmgard Blischke ja beste Beziehungen in das Land der aufgehenden Sonne. Schwiegertochter Akiko vermittelte ein Geschäft der besonderen Art: Die Freundin ihrer Mutter betreibt eine Boutique in Hashimoto. Dort werden die Socken nun verkauft. Umgerechnet zehn Euro wird ein Paar kosten, versehen mit einem Echtheitszertifikat. „Vielleicht ergeben sich daraus ja ganz neue Freundschaften“, sagt Mit-Strickerin Waldtraud Fleischer.
Der Erlös jedenfalls wird an ein Waisenhaus weitergegeben. Darum kümmern sich der Wahl-Japaner Enrico Blischke und seine Frau. Am 22. Oktober fliegen sie zurück nach Japan. Die drei stricklustigen Damen denken inzwischen an neue Aufgaben. „Die Nadeln sind nur weggelegt, nicht aufgeräumt“, sagt Roswitha Marks. Die Männer im Hintergrund verdrehen bei dieser Ankündigung die Augen.







