Sachsen
Montag, 9. August 2010
Neiße-Hochwasser hinterlässt Spur der Verwüstung
Eine Spur der Verwüstung hat das Hochwasser der Neiße im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien hinterlassen. In Sachsen hat das Aufräumen begonnen. In etlichen Orten des Landkreises Görlitz ist der Katastrophenalarm aufgehoben worden. Die Menschen in Brandenburg warten unterdessen mit Bangen auf die von Süden heranrollende Flut. Seit Montagabend gilt im Landkreis Spree-Neiße und in Cottbus Katastrophenalarm.
Vom Wasser der Neiße überflutet sind am Montag (09.08.2010) Häuser nahe dem sächsischen Bad Muskau. Foto: dpa
In sz-online
Die Flutgebiete brauchen Hilfe
Kommentar von Sebastian Beutler
Kommentar von Sebastian Beutler
„Personen in Notlage!“
Im Chemnitzer Vorort Neukirchen wollten drei Rentner ihre Waschmaschinen vor der Flut eines kleinen Baches retten und liefen in eine tödliche Falle.
Im Chemnitzer Vorort Neukirchen wollten drei Rentner ihre Waschmaschinen vor der Flut eines kleinen Baches retten und liefen in eine tödliche Falle.
Zig Jahre ist hier nichts passiert
Vor einem Jahr hat sich Familie Großmann in Görlitz den Traum vom eigenen Haus erfüllt – jetzt macht die Flut viel kaputt, aber der Traum bleibt. (passwortpflichtiger Artikel aus dem Angebot von Online-Exklusiv)
Vor einem Jahr hat sich Familie Großmann in Görlitz den Traum vom eigenen Haus erfüllt – jetzt macht die Flut viel kaputt, aber der Traum bleibt. (passwortpflichtiger Artikel aus dem Angebot von Online-Exklusiv)
Fotogalerien
Video:
Luftbilder der Hochwasser-Katastrophe
Luftbilder der Hochwasser-Katastrophe
Im Internet
www.polizei.sachsen.de
Informationen der Polizei über gesperrte Straßen
Informationen der Polizei über gesperrte Straßen
Dresden/Bad Muskau/Görlitz. In etlichen Orten des Landkreises Görlitz (Sachsen) ist der Katastrophenalarm aufgehoben worden. Das betrifft die Städte Görlitz, Ostritz, Zittau, die Gemeinde Großschönau und Olbersdorf, teilte der Katastrophenschutzstab am Montagabend mit.
Die Grenzübergänge über die Neiße zu Polen und Tschechien bleiben dicht. Die Schulen, Kindertagesstätten und Horte in Görlitz sollen am Dienstag mit zwei Ausnahmen wieder ihren normalen Betrieb aufnehmen. Voraussichtlich ab Mittwoch wird ein Schienenersatzverkehr für die Bahnstrecke Zittau-Görlitz eingerichtet, die Bundesstraße 99 kann wieder genutzt werden.
Während das verheerende Hochwasser am Montag im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien langsam zurückging, rollt die Hochwasserwelle nach Norden.
Katastrophenalarm in Brandenburg ausgerufen
In Brandenburg rüsteten sich die Behörden für das Schlimmste. Allerdings hofften die Experten, dass die Fluten in Spree und Neiße nicht so dramatisch steigen wie in Sachsen.
Die Flutwelle mit stark steigenden Pegeln an Neiße und Spree hat Brandenburg erreicht: Seit Montagabend gilt im Landkreis Spree-Neiße und in Cottbus Katastrophenalarm, wie der Krisenstab in Potsdam berichtete. Regierungschef Matthias Platzeck warnte, die Lage sei höchst angespannt. Voraussichtlich sind keine Evakuierungen nötig. Helfer hielten sich aber bereit.
Unesco-Welterbe stand unter Wasser
Am Montag passierte der Scheitel der Neiße das sächsische Bad Muskau. Ein Teil des dortigen Fürst-Pückler-Parks, der zum Unesco-Welterbe gehört, stand unter Wasser.
Zwei vor Bad Muskau in Sachsen liegende Dörfer wurden Montag überflutet, die Deiche brachen unter dem Druck des Hochwassers. Etwa 80 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Dann überzog das Wasser etwa die Hälfte des Schlossparks. Gebäude waren zuvor mit Sandsäcken geschützt, wertvolle Gegenstände und Technik in Sicherheit gebracht worden. „Der Scheitel ist durch“, sagte Andreas Johne vom Katastrophenschutzstab im Laufe des Tages.
Beim schlimmsten Hochwasser seit 2002 waren am Wochenende im Dreiländereck mindestens neun Menschen ertrunken - drei davon in Sachsen. In Tschechien wurde weiter ein Mann vermisst. Auch in Polen gab es noch Vermisste. Vielerorts gab es Millionenschäden - eine Gesamtsumme war aber noch nicht bekannt.
Große Aufräumen schon seit Montag
Am Montag ging für manche Flut-Geschädigte in Sachsen schon das große Aufräumen los: Die Menschen holten eimerweise Schlamm aus den Häusern. Sie befreiten Gebäude von Baumstämmen, die die reißenden Fluten hineingeschwemmt hatten.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) stellte den Opfern Hilfe in Aussicht. Zunächst müsse man aber klären, wer versichert sei und wer nicht, schränkte er bei einem Besuch beim Bombardier-Werk in Bautzen ein. Die Produktion im Werk des Bahntechnikherstellers musste gestoppt werden. Die Spree hatte nach einem Deichbruch am Wochenende teils bis zu 1,50 Meter hoch in Gebäuden gestanden. Im Werk begannen Aufräumarbeiten, um die Produktion schrittweise anfahren zu können.
Zugleich äußerte de Maizière Kritik an den polnischen Behörden. „Meine sächsischen Kollegen haben berichtet, dass die Vorhersagen verbesserungsfähig sind“, sagte der Bundesinnenminister der Nachrichtenagentur dpa. Die deutsche Seite werde sicher Gelegenheit haben, „das mit den Polen für das nächste Mal so zu besprechen, dass die Zusammenarbeit da noch reibungsloser wird.“ Auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) sieht Reserven beim grenzüberschreitenden Informationssystem. „Daran wird man arbeiten müssen“, sagte er.
Durch den Dammbruch am polnischen Witka-Stausee waren am Samstag zusätzlich riesige Wassermassen in die Neiße gelangt. „In solchen Augenblicken zählt jede Minute“, sagte Ulbig.
Er verlangte bundesweite Solidarität mit den Hochwasseropfern. Die Beseitigung der Flutschäden sei eine Gemeinschaftsaufgabe, sagte er der dpa. Neben dem Land Sachsen werde der Bund gefragt sein, um wieder normale Zustände herzustellen.
Noch keine genauen Zahlen zur Schadenshöhe
Zur Schadenshöhe lagen weder bei Europas größtem Versicherer Allianz noch bei den Rückversicherern Munich Re und Hannover Rück am Montag Zahlen vor. „Eine gute Einschätzung ist frühestens in einigen Tagen, vielleicht auch erst in einigen Wochen möglich“, sagte ein Munich-Re-Sprecher in München.
In Brandenburg sollte noch am Montag wegen des Hochwassers an Neiße und Spree Katastrophenalarm ausgelöst werden. Das kündigte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) in Potsdam an. Es sei aber nicht mit größeren Schäden und Evakuierungen zu rechnen. „Wir halten die Situation für angespannt, aber beherrschbar“, sagte Platzeck. Es sei ein „Glücksfall“, dass das Hochwasser bis zu zweieinhalb Tage lang in der Talsperre Spremberg zurückgehalten werden könne. Die Lage an der Elbe sei entspannt, und auch an der Oder herrschten günstige Bedingungen.
An der Lausitzer Neiße in Brandenburg wurde am Montag die höchste Alarmstufe 4 ausgerufen. Dort stieg das Wasser schneller als zunächst gedacht. In Cottbus an der Spree tagte ein Krisenstab. Insgesamt 400.000 Sandsäcke wurden vom Landkreis Spree-Neiße und der Stadt Cottbus angefordert. „Hier kommt eine Naturgewalt auf uns zu, deren Auswirkungen man nicht genau abschätzen kann“, sagte ein Sprecher.
Neuer Dauerregen in Sicht
Denn in den deutschen Hochwassergebieten gibt es nur kurze Entspannung. Am Freitag ist neuer Dauerregen in Sicht. „Und es sieht so aus, als würde es wieder den Süden und Südosten treffen“, sagte Meteorologe Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Ob es so schlimm wird wie am vergangenen Wochenende, war aber noch nicht klar.
In Polen und Tschechien liefen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Die Wasserstände gingen weiter zurück. In Polen stellten die Behörden zehn Millionen Euro als Hilfe für die Flutopfer zur Verfügung.
Lage in Bogatynia dramatisch
Dramatisch blieb die Lage in der Stadt Bogatynia an der Grenze zu Sachsen. Weil die meisten Straßen dort zerstört wurden, können Hilfsgüter nur von Deutschland aus transportiert werden. Der stellvertretende Bürgermeister Jerzy Stachyra bat um Lebensmittel und Trinkwasser für die 18000 Einwohner. In der Gemeinde blieben am Montag immer noch rund 1200 Haushalte ohne Strom.
Tschechien atmet langsam auf
In Tschechien konnten die meisten Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren. Rund 900 Haushalte hatten aber noch keinen Strom, sechs Bahnlinien blieben gesperrt. Die Fluten hinterließen zahlreiche unterspülte Straßen, zerstörte Brücken und eingestürzte Häuser. Mehr als 300 Soldaten helfen bei der Beseitigung der Hochwasserschäden. Sie sollen unter anderem Behelfsbrücken bauen.
Die tschechische Regierung stellte 1,6 Millionen Euro Soforthilfe für die Region Liberec zur Verfügung. Dafür sollten Trinkwasser, Lebensmittel und Benzin gekauft werden, sagte Ministerpräsident Petr Necas. Allein die Schäden in der Region Liberec werden nach seinen Angaben auf 161 Millionen Euro geschätzt. Am Mittwoch will die tschechische Regierung weitere Millionenhilfen beschließen.
Bisher keine Gefahr für Dresden
Für Dresden stellt das steigende Hochwasser der Elbe bisher keine Gefahr dar. In Bayern entspannte sich die Hochwasserlage. Die Pegel einiger oberbayerischer Binnengewässer waren aber noch immer sehr hoch. Auf der Donau konnten auf einigen Abschnitten keine Schiffe fahren.
Nach Ansicht von Klimaforschern kann das verheerende Hochwasser bereits eine Folge des Klimawandels sein. Seit Jahrzehnten ziehen immer mehr Tiefdruckgebiete aus dem Mittelmeerraum in Richtung Norden. „Sie führen bei uns zu Starkregen, der innerhalb kürzester Zeit die Pegelstände ansteigen lässt wie jetzt an der Neiße oder 2002 an der Elbe“, sagte Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam- Institut für Klimafolgenforschung. (dpa)
Die Grenzübergänge über die Neiße zu Polen und Tschechien bleiben dicht. Die Schulen, Kindertagesstätten und Horte in Görlitz sollen am Dienstag mit zwei Ausnahmen wieder ihren normalen Betrieb aufnehmen. Voraussichtlich ab Mittwoch wird ein Schienenersatzverkehr für die Bahnstrecke Zittau-Görlitz eingerichtet, die Bundesstraße 99 kann wieder genutzt werden.
Während das verheerende Hochwasser am Montag im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien langsam zurückging, rollt die Hochwasserwelle nach Norden.
Katastrophenalarm in Brandenburg ausgerufen
In Brandenburg rüsteten sich die Behörden für das Schlimmste. Allerdings hofften die Experten, dass die Fluten in Spree und Neiße nicht so dramatisch steigen wie in Sachsen.
Die Flutwelle mit stark steigenden Pegeln an Neiße und Spree hat Brandenburg erreicht: Seit Montagabend gilt im Landkreis Spree-Neiße und in Cottbus Katastrophenalarm, wie der Krisenstab in Potsdam berichtete. Regierungschef Matthias Platzeck warnte, die Lage sei höchst angespannt. Voraussichtlich sind keine Evakuierungen nötig. Helfer hielten sich aber bereit.
Unesco-Welterbe stand unter Wasser
Am Montag passierte der Scheitel der Neiße das sächsische Bad Muskau. Ein Teil des dortigen Fürst-Pückler-Parks, der zum Unesco-Welterbe gehört, stand unter Wasser.
Zwei vor Bad Muskau in Sachsen liegende Dörfer wurden Montag überflutet, die Deiche brachen unter dem Druck des Hochwassers. Etwa 80 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Dann überzog das Wasser etwa die Hälfte des Schlossparks. Gebäude waren zuvor mit Sandsäcken geschützt, wertvolle Gegenstände und Technik in Sicherheit gebracht worden. „Der Scheitel ist durch“, sagte Andreas Johne vom Katastrophenschutzstab im Laufe des Tages.
Beim schlimmsten Hochwasser seit 2002 waren am Wochenende im Dreiländereck mindestens neun Menschen ertrunken - drei davon in Sachsen. In Tschechien wurde weiter ein Mann vermisst. Auch in Polen gab es noch Vermisste. Vielerorts gab es Millionenschäden - eine Gesamtsumme war aber noch nicht bekannt.
Große Aufräumen schon seit Montag
Am Montag ging für manche Flut-Geschädigte in Sachsen schon das große Aufräumen los: Die Menschen holten eimerweise Schlamm aus den Häusern. Sie befreiten Gebäude von Baumstämmen, die die reißenden Fluten hineingeschwemmt hatten.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) stellte den Opfern Hilfe in Aussicht. Zunächst müsse man aber klären, wer versichert sei und wer nicht, schränkte er bei einem Besuch beim Bombardier-Werk in Bautzen ein. Die Produktion im Werk des Bahntechnikherstellers musste gestoppt werden. Die Spree hatte nach einem Deichbruch am Wochenende teils bis zu 1,50 Meter hoch in Gebäuden gestanden. Im Werk begannen Aufräumarbeiten, um die Produktion schrittweise anfahren zu können.
Zugleich äußerte de Maizière Kritik an den polnischen Behörden. „Meine sächsischen Kollegen haben berichtet, dass die Vorhersagen verbesserungsfähig sind“, sagte der Bundesinnenminister der Nachrichtenagentur dpa. Die deutsche Seite werde sicher Gelegenheit haben, „das mit den Polen für das nächste Mal so zu besprechen, dass die Zusammenarbeit da noch reibungsloser wird.“ Auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) sieht Reserven beim grenzüberschreitenden Informationssystem. „Daran wird man arbeiten müssen“, sagte er.
Durch den Dammbruch am polnischen Witka-Stausee waren am Samstag zusätzlich riesige Wassermassen in die Neiße gelangt. „In solchen Augenblicken zählt jede Minute“, sagte Ulbig.
Er verlangte bundesweite Solidarität mit den Hochwasseropfern. Die Beseitigung der Flutschäden sei eine Gemeinschaftsaufgabe, sagte er der dpa. Neben dem Land Sachsen werde der Bund gefragt sein, um wieder normale Zustände herzustellen.
Noch keine genauen Zahlen zur Schadenshöhe
Zur Schadenshöhe lagen weder bei Europas größtem Versicherer Allianz noch bei den Rückversicherern Munich Re und Hannover Rück am Montag Zahlen vor. „Eine gute Einschätzung ist frühestens in einigen Tagen, vielleicht auch erst in einigen Wochen möglich“, sagte ein Munich-Re-Sprecher in München.
In Brandenburg sollte noch am Montag wegen des Hochwassers an Neiße und Spree Katastrophenalarm ausgelöst werden. Das kündigte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) in Potsdam an. Es sei aber nicht mit größeren Schäden und Evakuierungen zu rechnen. „Wir halten die Situation für angespannt, aber beherrschbar“, sagte Platzeck. Es sei ein „Glücksfall“, dass das Hochwasser bis zu zweieinhalb Tage lang in der Talsperre Spremberg zurückgehalten werden könne. Die Lage an der Elbe sei entspannt, und auch an der Oder herrschten günstige Bedingungen.
An der Lausitzer Neiße in Brandenburg wurde am Montag die höchste Alarmstufe 4 ausgerufen. Dort stieg das Wasser schneller als zunächst gedacht. In Cottbus an der Spree tagte ein Krisenstab. Insgesamt 400.000 Sandsäcke wurden vom Landkreis Spree-Neiße und der Stadt Cottbus angefordert. „Hier kommt eine Naturgewalt auf uns zu, deren Auswirkungen man nicht genau abschätzen kann“, sagte ein Sprecher.
Neuer Dauerregen in Sicht
Denn in den deutschen Hochwassergebieten gibt es nur kurze Entspannung. Am Freitag ist neuer Dauerregen in Sicht. „Und es sieht so aus, als würde es wieder den Süden und Südosten treffen“, sagte Meteorologe Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Ob es so schlimm wird wie am vergangenen Wochenende, war aber noch nicht klar.
In Polen und Tschechien liefen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Die Wasserstände gingen weiter zurück. In Polen stellten die Behörden zehn Millionen Euro als Hilfe für die Flutopfer zur Verfügung.
Lage in Bogatynia dramatisch
Dramatisch blieb die Lage in der Stadt Bogatynia an der Grenze zu Sachsen. Weil die meisten Straßen dort zerstört wurden, können Hilfsgüter nur von Deutschland aus transportiert werden. Der stellvertretende Bürgermeister Jerzy Stachyra bat um Lebensmittel und Trinkwasser für die 18000 Einwohner. In der Gemeinde blieben am Montag immer noch rund 1200 Haushalte ohne Strom.
Tschechien atmet langsam auf
In Tschechien konnten die meisten Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren. Rund 900 Haushalte hatten aber noch keinen Strom, sechs Bahnlinien blieben gesperrt. Die Fluten hinterließen zahlreiche unterspülte Straßen, zerstörte Brücken und eingestürzte Häuser. Mehr als 300 Soldaten helfen bei der Beseitigung der Hochwasserschäden. Sie sollen unter anderem Behelfsbrücken bauen.
Die tschechische Regierung stellte 1,6 Millionen Euro Soforthilfe für die Region Liberec zur Verfügung. Dafür sollten Trinkwasser, Lebensmittel und Benzin gekauft werden, sagte Ministerpräsident Petr Necas. Allein die Schäden in der Region Liberec werden nach seinen Angaben auf 161 Millionen Euro geschätzt. Am Mittwoch will die tschechische Regierung weitere Millionenhilfen beschließen.
Bisher keine Gefahr für Dresden
Für Dresden stellt das steigende Hochwasser der Elbe bisher keine Gefahr dar. In Bayern entspannte sich die Hochwasserlage. Die Pegel einiger oberbayerischer Binnengewässer waren aber noch immer sehr hoch. Auf der Donau konnten auf einigen Abschnitten keine Schiffe fahren.
Nach Ansicht von Klimaforschern kann das verheerende Hochwasser bereits eine Folge des Klimawandels sein. Seit Jahrzehnten ziehen immer mehr Tiefdruckgebiete aus dem Mittelmeerraum in Richtung Norden. „Sie führen bei uns zu Starkregen, der innerhalb kürzester Zeit die Pegelstände ansteigen lässt wie jetzt an der Neiße oder 2002 an der Elbe“, sagte Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam- Institut für Klimafolgenforschung. (dpa)








