Sachsen
Dienstag, 1. Juni 2010
Großenhain sucht den Weg in die Normalität
Von Nico Esch
Gut eine Woche ist seit dem Tornado vergangen, doch von Normalität kann im sächsischen Großenhain noch längst keine Rede sein. Der Wiederaufbau kommt zwar voran, wird aber wohl noch Monate dauern.
Großenhain. Im strömenden Regen steht Helmut Klück vor seinem Haus in Walda-Kleinthiemig und schaut in die Runde. „Immerhin regnet es nicht rein“, sagt er. Sein Grundstück hat der 80-Jährige schon wieder weitgehend in Ordnung gebracht - die Familie war da und hat geholfen. Der abgeknickte Baum ist zersägt, das Dach abgedichtet und die Gartenmauer so gut es ging wieder hergerichtet. Andere hat es härter getroffen. „Schauen Sie da“, sagt Klück und zeigt auf das völlig verwüstete Haus gegenüber. „Die sind erstmal woanders hingezogen.“ Wann wohl alle größeren Schäden beseitigt sein werden? Klück winkt ab. „Bis Ende des Jahres wird das sicher dauern.“
Das kleine Dörfchen Walda-Kleinthiemig bei Großenhain zu beschreiben, fällt auch eine Woche nach dem Tornado noch schwer. Dabei hat sich schon viel getan. Der Strom ist zurück, die Straßen sind frei, die Busse fahren wieder. Und trotzdem sieht der Ort aus wie ein Trümmerfeld. Überall sind Handwerker zu sehen, noch immer sind viele Einwohner damit beschäftigt, ihre Grundstücke von Ästen, Schutt und anderen Hinterlassenschaften des Sturms zu befreien.
Kaum noch Handwetrker zu bekommen
„Nachdem alles vorbei war, bin ich erstmal weggefahren. Ich musste einfach hier raus“, erzählt eine Frau, die ihren Namen lieber für sich behalten möchte. Niemand im Dorf könne sich erinnern, dass es so etwas schon einmal gab. Wann bei ihr endlich die Handwerker eintreffen, um die Löcher im Dach zu flicken, wisse sie nicht. Es seien ja kaum noch welche zu bekommen im Moment. „Wir stehen auf der Liste, warten wir mal ab“, sagt sie und schiebt die Schubkarre zurück hinters Haus.
Dass kurz zuvor Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ihren Heimatort besucht und sich ein Bild der Lage gemacht hat, hat sie ebensowenig mitbekommen wie Helmut Klück. Die Leute haben andere Sorgen, sagen sie. Ob und wann die Versicherung zahlt, zum Beispiel. Und wo sie bis dahin das Geld für die Reparaturen hernehmen sollen.
„Ich bin erschüttert über das, was ich hier gesehen habe“, sagt Tillich. Geld hat auch er nicht zu verschenken. Trotzdem sagt der Ministerpräsident Hilfe zu, unter anderem mit verbilligten Krediten als Überbrückungshilfe. Mitarbeiter der Sächsischen Aufbaubank haben schon ein Büro im Großenhainer Rathaus bezogen. Was sie der Viertelstunden-Sturm vom Pfingstmontag, bei dem auch ein kleines Mädchen ums Leben kam, insgesamt kosten wird, wissen die Menschen noch immer nicht. Allein der Schaden an den öffentlichen Gebäuden wird aktuell auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Privatbesitz, Infrastruktur und die vielen verwüsteten Parks sind da gar nicht eingerechnet.
Oberbürgermeister Burkhard Müller demonstriert trotzdem Optimismus. Dafür, dass der Tornado erst eine Woche zurückliege, sei eine Menge passiert - auch dank der Hilfe von auswärts. Zum Großeinsatz am vergangenen Wochenende waren rund 700 Helfer aus umliegenden Städten nach Großenhain gekommen. Gut 54 000 Euro wurden bislang für den Wiederaufbau gespendet. Aber auch der Kampfgeist der Großenhainer habe ihn beeindruckt, sagt Müller. „Die haben sich geschüttelt und dann gleich losgelegt.“ (dpa)
Das kleine Dörfchen Walda-Kleinthiemig bei Großenhain zu beschreiben, fällt auch eine Woche nach dem Tornado noch schwer. Dabei hat sich schon viel getan. Der Strom ist zurück, die Straßen sind frei, die Busse fahren wieder. Und trotzdem sieht der Ort aus wie ein Trümmerfeld. Überall sind Handwerker zu sehen, noch immer sind viele Einwohner damit beschäftigt, ihre Grundstücke von Ästen, Schutt und anderen Hinterlassenschaften des Sturms zu befreien.
Kaum noch Handwetrker zu bekommen
„Nachdem alles vorbei war, bin ich erstmal weggefahren. Ich musste einfach hier raus“, erzählt eine Frau, die ihren Namen lieber für sich behalten möchte. Niemand im Dorf könne sich erinnern, dass es so etwas schon einmal gab. Wann bei ihr endlich die Handwerker eintreffen, um die Löcher im Dach zu flicken, wisse sie nicht. Es seien ja kaum noch welche zu bekommen im Moment. „Wir stehen auf der Liste, warten wir mal ab“, sagt sie und schiebt die Schubkarre zurück hinters Haus.
Dass kurz zuvor Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ihren Heimatort besucht und sich ein Bild der Lage gemacht hat, hat sie ebensowenig mitbekommen wie Helmut Klück. Die Leute haben andere Sorgen, sagen sie. Ob und wann die Versicherung zahlt, zum Beispiel. Und wo sie bis dahin das Geld für die Reparaturen hernehmen sollen.
„Ich bin erschüttert über das, was ich hier gesehen habe“, sagt Tillich. Geld hat auch er nicht zu verschenken. Trotzdem sagt der Ministerpräsident Hilfe zu, unter anderem mit verbilligten Krediten als Überbrückungshilfe. Mitarbeiter der Sächsischen Aufbaubank haben schon ein Büro im Großenhainer Rathaus bezogen. Was sie der Viertelstunden-Sturm vom Pfingstmontag, bei dem auch ein kleines Mädchen ums Leben kam, insgesamt kosten wird, wissen die Menschen noch immer nicht. Allein der Schaden an den öffentlichen Gebäuden wird aktuell auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Privatbesitz, Infrastruktur und die vielen verwüsteten Parks sind da gar nicht eingerechnet.
Oberbürgermeister Burkhard Müller demonstriert trotzdem Optimismus. Dafür, dass der Tornado erst eine Woche zurückliege, sei eine Menge passiert - auch dank der Hilfe von auswärts. Zum Großeinsatz am vergangenen Wochenende waren rund 700 Helfer aus umliegenden Städten nach Großenhain gekommen. Gut 54 000 Euro wurden bislang für den Wiederaufbau gespendet. Aber auch der Kampfgeist der Großenhainer habe ihn beeindruckt, sagt Müller. „Die haben sich geschüttelt und dann gleich losgelegt.“ (dpa)








