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Mittwoch, 17. März 2010

Belantis baut Achterbahn der Superlative

Manfred Schulze, Leipzig

Ab dem Sommer gibt es in dem Freizeitpark bei Leipzig den freien Fall und gewagte Loopings.

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Bislang existiert die Achterbahn für den Freizeitpark Belantis nur auf dem Papier. Foto: dpa

Im Freizeitpark Belantis bei Leipzig wird es ab diesem Sommer eine Riesenachterbahn geben. Bei Gästebefragungen habe der Wunsch nach einer Achterbahn immer an erster Stelle gestanden, sagt Nikolaus Job, Geschäftsführer des Parks. Jetzt könne das Millionenprojekt endlich verwirklicht werden, weil die Eventpark GmbH die Millionen locker mache.

Dem steilen Aufstieg folgt in Leipzig manchmal der ebenso heftige Absturz – doch diesmal könnte alles gut gehen. Die Bahn soll viele Superlative bieten. Es geht zunächst 32 Meter – wie an einem zehnstöckigen Haus – senkrecht nach oben. Es folgt ein freier Fall, bevor sich die Wagen auf der mehr als 500 Meter langen Bahn fünfmal in Loopings drehen. Dabei erreicht die Geschwindigkeit 85 Kilometer pro Stunde, die jeweils sechs Fahrgäste werden mit der fünffachen Erdbeschleunigung in die Sitze gedrückt. Eine Achterbahn mit einem Fallturm am Start gibt es nur wenige Male auf der Welt; eine steht in den Universal-Studios von Orlando/Florida. „Das wird eine der steilsten Bahnen der Welt“, freut sich Job.

Baubeginn soll in wenigen Wochen sein, Parkbesucher können voraussichtlich ab Ostern die Montage der riesigen Stahlkonstruktion mitverfolgen. Die Superachterbahn kostet knapp sechs Millionen Euro und soll bis zum Beginn der Feriensaison in Betrieb gehen. Sie bildet das Herzstück der künftigen achten Themenwelt in Belantis. Hier soll in den nächsten Jahren der Bereich Südamerika für insgesamt zwölf Millionen Euro entstehen. Seit seiner Eröffnung zählt Belantis jährlich gut eine halbe Million Besucher und belegt damit Platz 10 unter den deutschen Freizeitparks. Job hofft, dass die neue Bahn diese Position verbessert.

Im Verbund mit Gondwanaland

In diese Richtung denkt auch Volker Bremer von Leipzig-Tourist-Service. Er will Belantis noch stärker als Zugpferd vermarkten. Bisher spielte das eher eine Nebenrolle. Wenn aber 2011 die Riesentropenhalle im Zoo, das Gondwanaland, fertig ist, rechnet Bremer mit einer Doppelwirkung: „Wir werden Touristikpakete mit diesen und anderen Events anbieten, leider fehlt es noch an speziellen Übernachtungsangeboten speziell für Familien.“

Doch auch die werden bald aus dem Boden wachsen, ist sich der Belantis-Chef sicher. Im Europapark Rust gebe es rund 5 000 Hotelbetten vor den Toren, „da fährt man extra für zwei, drei Tage hin“, sagt Job. Ob die Hotels am Südrand von Leipzig oder auf halber Strecke zwischen Belantis und Zoo entstehen und wer investiert, ist noch offen. Zudem öffnen bis 2013 am benachbarten Zwenkauer See die ersten Feriendörfer.

Damit die Besucher im Frühjahr nicht missmutig auf das blicken, was sie noch nicht nutzen können, erhält jeder zahlende Gast ein Freiticket für die zweite Jahreshälfte. Zugleich hat Belantis die Eintrittspreise auf 23,90/21,90 Euro (Erwachsene/Kinder über 1,45 Meter) angehoben. Doch das sei im Vergleich zu anderen deutschen Parks noch moderat, sagt Job. Gar nicht zu reden von Orlando. Dort werden – allerdings in einer wesentlich größeren Anlage – satte 108 Dollar fürs Tagesticket verlangt.


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