sz-online.de | Sachsen im Netz
Sachsen
Montag, 16. November 2009

Dresdens Schloss wird immer schöner


Bild vergrößern

Erstmals gerüstfrei präsentieren sich am Montag im Großen Schlosshof in Dresden die neuesten Sgrafitti in einer Wachs-Kratztechnik des 16. Jahrhunderts. Für Besucher ist dieser Bereich aber noch gesperrt, es wird gebaut. Hinter den Fenstern soll ab März 2010 die "Türckische Cammer" zu sehen sein. Foto: dpa

Dresden - Tradition und Hightech: Im Residenzschloss Dresden nehmen weitere Räume Gestalt an. Die Rekonstruktion der berühmten Englischen Treppe und die Bauarbeiten am Renaissance-Altan im Hof sowie in der „Türckischen Cammer“ laufen auf Hochtouren. Die mit teils in die Wände eingelassenen doppelt entspiegelten Hightech-Vitrinen ausgestatteten Räume der „Türckischen Cammer“ sollen Ende November an die Staatlichen Kunstsammlungen übergeben werden, sagte Ludwig Coulin vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement am Montag beim Rundgang in Dresden. Der Freistaat lässt sich das weitere „Schatzkästchen“ rund 5,7 Millionen Euro kosten. Allein 2,5 Millionen Euro fließen in die klimatisierten, teils sechs Meter hohen Vitrinen.

Räume für osmanische Sammlung

Von Anfang März 2010 an wird dort den Angaben nach die osmanische Sammlung sächsischer Kurfürsten und Könige zu sehen sein. Auf 750 Quadratmetern sollen dann 600 exotische Waffen, Zelte, Reitzeuge, Fahnen und Gewänder sowie acht nach einst lebenden Vorbildern aus Holz geschnitzte Pferde inszeniert werden. Im Hauptraum wird ein 160 Quadratmeter messendes osmanisches Staatszelt aus der Zeit der Türkenkriege im 17. Jahrhundert aufgebaut. Es gilt als „Inkunabel der Textilkunst“ und wurde für gut 3,6 Millionen Euro restauriert.

Das 16 mal 8 mal 5 Meter messende Türkenzelt war zuletzt 1942 in Dresden zu sehen und danach zum Schutz vor Kriegszerstörung ausgelagert. Künftig sollen die Besucher aus dem dunkel gehaltenen Raum in das nach einer Seite offene und helle Zelt treten. Dafür hat Architekt Peter Kulka mit bläulichen Wänden und schwarzem Theumaer Schiefer am Boden eine Atmosphäre wie in einem Zeltlager bei Nacht geschaffen.

Englische Treppe als künftiger Haupteingang

Die Englische Treppe wird von März 2010 an der neue Hauptzugang im Schloss, sagte Direktor Dirk Syndram. Künstler ergänzen derzeit den plastischen Schmuck an Decke und Wänden. Wegen einer Fußbodenheizung in der nach historischem Vorbild rekonstruierten Treppe kehrten die Kamine vor den Zugängen zu den Räumen nur als Schaustücke zurück, sagte Bauleiter Coulin.

Die barocke Haupttreppe hatte Kurfürst Johann Georg IV. 1692/93 anlässlich seiner Aufnahme als Ritter des Hosenbandordens bauen lassen. Ihren Namen erhielt sie zu Ehren des englischen Gesandten Sir William Swann, der dem Herrscher den Orden 1693 im Auftrag seines Königs bei einem Empfang verlieh.

Renaissance-Altan kehrt zurück

Nach mehr als 70 Jahren im Rohbau bereits zurückgekehrt ist der Altan im Großen Schlosshof. Der Vorbau an der Hauptfassade zählt zu den bedeutendsten Renaissanceplastiken nördlich der Alpen. Die bis Ende des Monats abzuschließende Rekonstruktion kostete den Angaben zufolge 2,8 Millionen Euro. Zu zwei Dritteln vollendet ist die Ausgestaltung der Fassaden mit Sgrafitto, einer speziellen Putztechnik aus dem 16. Jahrhundert. (dpa)


Gesamte Ausgabe Druckvorschau Artikel empfehlen Feedback


Link senden an Facebook Link senden an Twitter Link senden an StudiVZ Link senden an Mr. Wong Link senden an MySpace Link senden an del.icio.us bodytext Link senden an Folkd Link senden an Google Bookmarks Link senden an Live-MSN Link senden an YahooMyWeb Link senden an Linkarena Link senden an NewsVine Link senden an Reddit Link senden an StumbleUpon Link senden an Y!GG ...mehr



sz-online-Partnersites

Weitere Online-Angebote der Bertelsmann AG | Weitere Online-Angebote der DD+V-Mediengruppe