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Sachsen
Mittwoch, 28. Juli 2010

Dresden-Berlin ab 2014 mit Tempo 200

Von Nico Esch

Ende 2014 will die Bahn auf der Strecke Dresden-Berlin teilweise Tempo 200 ermöglichen. Die Züge sollen dann immerhin 30 Minuten früher am Ziel sein. Zufrieden ist man damit in Sachsen nicht.

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Bahnchef Rüdiger Grube (l.) und Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich. Foto: dpa

Dresden. Bahnchef Rüdiger Grube hat am Mittwoch am eigenen Leib erfahren, was Reisende in Sachsen seit Jahren auf die Palme bringt: Um pünktlich in Dresden zu sein, musste er das Auto nehmen. Bis zum Wechsel auf den Winterfahrplan im Dezember 2014 werde die Bahn die Strecke Dresden-Berlin nun aber so ausbauen, dass 200 Kilometer pro Stunde möglich sind, sicherte Grube beim sächsischen „Bahngipfel“ mit Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) und Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) zu.

Die Fahrzeit von aktuell mehr als zwei Stunden sinke damit um etwa eine halbe Stunde. Beim derzeitigen Stand könne es keinesfalls bleiben, räumte Grube ein. „Das kann nicht zufriedenstellend sein und das ist auch nicht zufriedenstellend“, sagte er. Der Ausbau sei kein Wunsch, sondern eine Notwendigkeit, betonte auch Tillich. Die „verbindliche Zusage“, die Tillich und Morlok am Mittwoch bekamen, entspricht in etwa der bisherigen Planung für den Streckenausbau. Um Ende 2014 wenigstens teilweise mit Tempo 200 fahren zu können, sollen bereits ausgebaute Streckenabschnitte von 2012 an mit neuer Sicherheitstechnik ausgestattet werden, kündigte die Bahn an. Während dieser Zeit werde es deswegen aber auch Vollsperrungen auf der Strecke geben müssen. Geschwindigkeiten von 160 Kilometern pro Stunde könnten bereits in einem Zwischenschritt des Ausbaus erreicht werden.

Wie es nach 2014 weitergeht, ist unklar. „Ich strebe weiter eine Fahrzeit von unter 70 Minuten an“, sagte Tillich. Der Streckenabschnitt, an dem das scheitere, liege aber innerhalb Berlins. Wann durchweg mit 200 gefahren werden könne, hänge davon ab, wie es dort weitergehe.

Die Strecke nach Berlin war allerdings nicht das einzige Thema des Gipfels. Für die Elektrifizierung des Abschnitts Reichenbach-Hof auf der sogenannten Sachsen-Franken-Magistrale unterzeichneten Bahn und Freistaat die letzte noch notwendige Finanzierungsvereinbarung. Sachsen beteiligt sich demnach mit 8,9 Millionen Euro an dem 120-Millionen-Euro-Projekt. Außerdem wurde vereinbart, bis Ende des Jahres ein gemeinsames Konzept für die künftige Nutzung nicht mehr genutzter Bahnflächen zu erarbeiten.

Bis 2014 will die Bahn laut Grube insgesamt 2,3 Milliarden Euro in Sachsen investieren. Zur Anbindung von Chemnitz an den Fernverkehr der Bahn konnte deren Chef keine Zusagen machen. Man werde die Sache prüfen. „Aber versprechen kann ich nichts“, sagte Grube.

Grube war übrigens mit dem Auto nach Dresden gekommen. Seine Entschuldigung: „Ich hätte es mit der Bahn heute hierher nicht schaffen können.“ (dpa)


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