Sachsen
Donnerstag, 29. April 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Biker-Ausfahrt scheitert an Bürokratie
Von Christiane Raatz
Die GDMA Dresden fällt aus. Die Veranstalter ziehen sich zurück. Motorradfans planen Protestfahrten.
Eines der größten Biker-Treffen Deutschlands fällt in diesem Jahr aus: Die Große Dresdner Motorradausfahrt (GDMA) am 2. Mai wurde von den Veranstaltern abgesagt. 10000 Motorradfans, die jedes Jahr aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen, sind sauer. Erst recht die Motorradliebhaber in Sachsen.
„Ich bin sehr geknickt, aber es ging nicht anders“, erklärte Organisator Mario Gerbet aus Dresden. Der Aufwand und die Antragsflut seien enorm, jedes Jahr müssten aufs Neue immer die gleichen Anträge gestellt werden – obwohl es die GDMA bereits seit 17 Jahren gibt. Es gehe unter anderem um Streckensicherung, zahlreiche Ampeln müssten abgeschaltet und die Sicherheit auf öffentlichen Straßen gewährleistet werden.
Zu viel für einen kleinen Verein mit sieben Mitgliedern, der die Ausfahrt rein ehrenamtlich organisiert. Weder von der Stadt Dresden noch vom sächsischen Innenministerium kam die Unterstützung, die sich die Biker wünschen. Vor allem die Frage, wer die polizeiliche Absicherung bezahlt, ist unklar: Einmal fällt die Absperrung unter Prävention, dann wiederum soll der Verein zahlen. „Das Risiko ist für uns einfach zu groß“, sagt Gerbet. Auch für die Biker-Ausfahrt 2009 wird derzeit noch die Kostenfrage geprüft, heißt es aus dem Innenministerium. Immerhin waren im Vorjahr mehr als 90 Beamte im Einsatz, um dem knatternden Konvoi den Weg auf seiner 135 Kilometer langen Strecke freizumachen. Weder dem Innenministerium noch der Polizei habe für dieses Jahr überhaupt ein Antrag der Veranstalter vorgelegen, so ein Ministeriumssprecher. Auch von höheren bürokratischen Hürden könne keine Rede sein.
Die Biker sind sauer und die mehr als 100 Kommentare auf der Homepage der GDMA-Seite eindeutig: „Wir treffen uns in der Gruppe und fahren trotzdem“, heißt es da. Rollen Tausende Biker mit ihren Maschinen durch die Stadt, könnte das am Sonntag für ein enormes Verkehrschaos sorgen. Auch wenn Gerbet sich von solchen Plänen distanziert, ist im Forum von geplanten Protestfahrten vor dem Landtag die Rede.
Auch von Hotelstornierungen ist zu lesen. Viele Motorradfans reisen aus ganz Deutschland an, hatten ihre Unterkunft bereits gebucht. „Man sollte den wirtschaftlichen Faktor nicht unterschätzen“, sagt Gerbet. Bei der GDMA werden insgesamt 1,5 Millionen Kilometer gefahren. „Durch das Tanken sind es etwa 80000 Euro an Mineralölsteuer, die es dem Staat gebracht hätte“, rechnet der Organisator vor. Dennoch zeigt sich Gerbet optimistisch, dass es 2011 eine Neuauflage der GDMA gibt. Bis dahin sollen auch interne Vereinsstrukturen überarbeitet werden, um die Organisation auf mehr Schultern zu verteilen.
Im vergangenen Jahr tourte der Konvoi 135 Kilometer durch Sachsen. Die GDMA startete 1993 mit 80Teilnehmern. Inzwischen hat sich das Spektakel mit rund 10000 Bikern zur größten Tagesausfahrt in Ostdeutschland gemausert.
„Ich bin sehr geknickt, aber es ging nicht anders“, erklärte Organisator Mario Gerbet aus Dresden. Der Aufwand und die Antragsflut seien enorm, jedes Jahr müssten aufs Neue immer die gleichen Anträge gestellt werden – obwohl es die GDMA bereits seit 17 Jahren gibt. Es gehe unter anderem um Streckensicherung, zahlreiche Ampeln müssten abgeschaltet und die Sicherheit auf öffentlichen Straßen gewährleistet werden.
Zu viel für einen kleinen Verein mit sieben Mitgliedern, der die Ausfahrt rein ehrenamtlich organisiert. Weder von der Stadt Dresden noch vom sächsischen Innenministerium kam die Unterstützung, die sich die Biker wünschen. Vor allem die Frage, wer die polizeiliche Absicherung bezahlt, ist unklar: Einmal fällt die Absperrung unter Prävention, dann wiederum soll der Verein zahlen. „Das Risiko ist für uns einfach zu groß“, sagt Gerbet. Auch für die Biker-Ausfahrt 2009 wird derzeit noch die Kostenfrage geprüft, heißt es aus dem Innenministerium. Immerhin waren im Vorjahr mehr als 90 Beamte im Einsatz, um dem knatternden Konvoi den Weg auf seiner 135 Kilometer langen Strecke freizumachen. Weder dem Innenministerium noch der Polizei habe für dieses Jahr überhaupt ein Antrag der Veranstalter vorgelegen, so ein Ministeriumssprecher. Auch von höheren bürokratischen Hürden könne keine Rede sein.
Die Biker sind sauer und die mehr als 100 Kommentare auf der Homepage der GDMA-Seite eindeutig: „Wir treffen uns in der Gruppe und fahren trotzdem“, heißt es da. Rollen Tausende Biker mit ihren Maschinen durch die Stadt, könnte das am Sonntag für ein enormes Verkehrschaos sorgen. Auch wenn Gerbet sich von solchen Plänen distanziert, ist im Forum von geplanten Protestfahrten vor dem Landtag die Rede.
Auch von Hotelstornierungen ist zu lesen. Viele Motorradfans reisen aus ganz Deutschland an, hatten ihre Unterkunft bereits gebucht. „Man sollte den wirtschaftlichen Faktor nicht unterschätzen“, sagt Gerbet. Bei der GDMA werden insgesamt 1,5 Millionen Kilometer gefahren. „Durch das Tanken sind es etwa 80000 Euro an Mineralölsteuer, die es dem Staat gebracht hätte“, rechnet der Organisator vor. Dennoch zeigt sich Gerbet optimistisch, dass es 2011 eine Neuauflage der GDMA gibt. Bis dahin sollen auch interne Vereinsstrukturen überarbeitet werden, um die Organisation auf mehr Schultern zu verteilen.
Im vergangenen Jahr tourte der Konvoi 135 Kilometer durch Sachsen. Die GDMA startete 1993 mit 80Teilnehmern. Inzwischen hat sich das Spektakel mit rund 10000 Bikern zur größten Tagesausfahrt in Ostdeutschland gemausert.







